Kunsttipps von Galerien Junge Kunstliebhaber: So gelingt der Einstieg in Stuttgart

Der Galerist Frederik Lux zeigt in seiner Galerie ein Werk des Grafikers Eike König. Foto: Erdem Gökalp

Kunst von Instagram oder aus einer Galerie und in Ratenzahlung? Wir haben Galerien in Stuttgart gefragt, wie man mit wenig Geld Kunst kaufen kann und welche Künstler sie empfehlen.

Stadtkind: Erdem Gökalp (erg)

Es gibt einen Grundsatz, den man von Stuttgarter Galerist:innen hört, wenn man sie nach einer Strategie fragt, ins Kunstgame einzusteigen. Und der ist ziemlich einleuchtend: Kaufe nur, was dir gefällt! Sich günstige Werke anzuschaffen, in der Hoffnung, dass diese irgendwann um ein Vielfaches an Wert gewinnen, sei immer riskant. Manchmal werden sie eben nicht wertvoller. In diesem Fall sollte man wenigstens etwas haben, das man sich gerne an die Wand hängt oder wozu man einen Bezug hat.

 

Diesen Grundsatz vertritt auch der 42-jährige Frederik Laux. Er hat seine Galerie Necktar 127 in der Neckarstraße vor drei Jahren eröffnet und versteht sich als Punk unter den Stuttgarter Galeristen. Neben seiner Galerie befindet sich ein Studentenwohnheim. Daher kommen auch hin und wieder junge Menschen zu ihm, die ihre ersten Versuche unternehmen, sich Kunst anzuschaffen. Laux verkauft auch Werke für den kleineren Geldbeutel. „Manche Editionen kann man schon für 150 Euro erwerben“, sagt er. Manchmal könne man sogar mit einer Wertsteigerung rechnen. Zum Beispiel bei Werken des Berliner Künstlers und Grafikers Eike König. Von ihm besitzt Laux ein bestimmtes Werk, das er aus einem Hinterzimmer hervorholt. Er hat es einst für 400 Euro gekauft – inzwischen liege der Wert bei 1200 Euro.

Kunst entdecken: Tipps für junge Käufer auf Messen und Instagram

Um auf passende Kunst aufmerksam zu werden, empfiehlt Laux jungen Menschen auch auf Kunstmessen wie die Art Karlsruhe zu gehen. Dort werde man oft fündig und könne sich gleich mit einer großen Bandbreite kreativer Arbeiten auseinandersetzen. Manchmal würden aber junge Künstler:innen gerade auf sozialen Medien schon eine gute Plattform finden, um ihre Werke zu präsentieren. Wenn man jemanden findet, der einem zusagt, könne man die Person direkt anschreiben. Besonders empfiehlt er die Künstlerin Maris Rauch, die ihre Kunst unter ihrem Pseudonym Volaneart erfolgreich auf Instagram vermarktet.

Der Künstler Eike König verkaufe zudem Werke für überschaubare Preise, die in den letzten Jahren aber eine große Wertsteigerung erlebt hätten. Er empfiehlt auch die Arbeit des zeitgenössischen Künstlers Damien Hirst oder Zeichnungen von Andreas Noßmann. Manchmal lohne es sich aber auch, alte Kunst wieder zu entdecken. „Manchmal findet man gute Bauhaus-Stücke der 60er Jahre bei Ebay für einen kleinen Preis“, sagt er. Als Online-Plattform empfiehlt er die Plattform Artsy, auf der man sowohl über Galerien als auch direkt von den Künstler:innen Kunst kaufen könne.

Galerie Fuchs: Junge Stuttgarter Künstler im Fokus

Eine weitere Galerie, die sich darauf versteht, gerade junge Künstler aus Stuttgart zu fördern, ist die Galerie Fuchs. Der neue Star ihrer Ausstellung ist Carlo Krone. Er ist Mitte 20 und Student an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Die Einstiegspreise für seine Werke liegen bei 1200 Euro für Kleinformate.

Galerist Thomas Fuchs mit einem Werk von Carlo Krone im Hintergrund. Foto: Erdem Gökalp

„Wenn man Interesse an Kunst hat, sollte man immer seine Scheu überwinden und auch mal in eine Galerie hineingehen“, sagt Thomas Fuchs. Er betreibt die Galerie in Stuttgart seit 2012. Es bestehe kein Kaufzwang. Man könne sich sowohl nach den Preisen der einzelnen Werke erkundigen, als auch sonstige Fragen stellen, wenn man in die Kunstwelt eingeführt werden wolle. Allerdings könne er nicht voraussagen, wie sich die Preise von Werken oder Künstlern entwickeln.

Ein Schwerpunkt der Galerie Fuchs liegt unter anderem in queerer Kunst. Im für ihre Verhältnisse niedrigeren Preissegment haben sie zum Beispiel Werke des 1989 geborenen Künstlers Dylan Hurwitz aus New York. Seine Arbeiten beginne im Bereich von 1800 Euro. Als Einstieg für den kleineren Geldbeutel nennt der Galerist Fuchs die Werke des Künstlers Logan T. Sibrel. Von ihm seien Unikate auf Papier schon für 1000 Euro zu haben.

Kunstkauf auf Raten: Galerie Fuchs macht es möglich

Damit auch Menschen mit kleinerem Budget Kunst kaufen können, bietet Thomas Fuchs auch Ratenzahlung an. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und wurden in den letzten 13 Jahren fast nie hängen gelassen“, sagt er. Wenn sie merkten, dass jemand einen Bezug zu einem Kunstwerk habe, dann würden sie sich eben darum bemühen, dass dieser das auch bezahlen könne. So könnte man Menschen oft helfen, die Kunst zu kaufen, die ihnen wirklich zusagt.

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