In kleinen Kollektiven Konzepte entwickeln, vor Ort produzieren und am Ende live präsentieren – das ist der Geist des Camp-Festivals. Die Tübinger Musiker Fried Dähn und Thomas Maos laden zum 20-Jahr-Jubiläum in den Kunstverein Wagenhalle.

Tübingen -

Die Tübinger Musiker Fried Dähn und Thomas Maos laden zum Jubiläum des Camp-Festivals in die Stuttgarter Wagenhallen. Es ist eine interdisziplinäre Plattform für Künstler.

Herr Dähn, Herr Maos, welchen Reiz besitzt der Veranstaltungsort für Sie?

Maos: In den Wagenhallen fand 2005 unser erstes Camp-Festival in Stuttgart statt, und wir freuen uns, dort unser 20-Jahr-Jubiläum zu feiern. Als Nomadenfestival, welches danach mehrfach im WKV, in der Rampe, in verschiedenen europäischen Ländern und 2013 auf der Kunstbiennale in Venedig stattfand, fühlen wir uns diesem Ort für Subkultur sehr verbunden. Er ist voller Inspiration, und das ist mit der Ausgangspunkt für unsere interdisziplinäre Arbeit.

Wie werden Sie mit dem Kunstverein Wagenhallen interagieren?

Dähn: Gute Kooperation mit den Veranstaltern und der Szene vor Ort ist für uns entscheidend. Auf diese Weise haben wir intensive Kontakte nach Rumänien, Bulgarien, Portugal und Kroatien aufgebaut und dort wunderbare Festivals in den unterschiedlichsten Räumlichkeiten durchgeführt: in einem Kloster aus dem 16. Jahrhundert, in einer ehemaligen Synagoge, in einer stillgelegten Getreidemühle und in einer alten Stahlfabrik.

Gibt es Schwerpunktthemen, auf die sich die Künstler 2021 beziehen?

Maos: Das Spannende am Camp-Festival ist die Offenheit und Spontanität, die die Künstler mitbringen, um in kleinen Kollektiven Konzepte zu entwickeln, vor Ort zu produzieren und am Ende live zu präsentieren. Die Künstler unterliegen dabei keinerlei Vorgaben, wobei der interdisziplinäre Ansatz, also das Verbinden unterschiedlicher Kunst- und Darstellungsformen, ein zentrales Thema ist. Dabei begrüßen wir auch polarisierende Ansätze und spannende Diskussionen.

Werden Sie das 20. Jubiläum des Festivals feiern?

Dähn: Wir feiern mit 30 internationalen Künstlern und Künstlerinnen. Mit täglichen Konzerten, Präsentationen und Performances, einer Ausstellung mit Werken ehemaliger Camp-Künstler und mit zwei großen Aufführungen. Wir sind besonders gespannt auf den Dialog mit den in der Ausstellung in hybrider Form ausgestellten Werken. Die anwesenden Künstler können mit diesen interagieren, sich auf sie beziehen, sie dadurch erweitern oder verändern. In diesem Dialog von Musik, Tanz, Performance sowie Video- und Lichtkunst werden wir außergewöhnliche multimediale Aufführungen erleben.

Informationen

Jubiläum
: 30. Juli bis 7. August im Kunstverein Wagenhalle.