„Kunstwürfel“ in Remshalden Kunterbunte Kunst im Quadrat

Von Annette Clauß 

Hingucker und Sitzmöbel in einem sind die 30 Holzwürfel, welche Mitglieder des Kunstvereins Remshalden mit Fotografien und Malereien gestaltet haben. Von Mai bis Oktober sollen die Werke während der Gartenschau im Bürgerpark zwischen Grunbach und Geradstetten stehen.

Fast zu schade, um darauf zu sitzen: die Kunstwürfel des Kunstvereins  verschönern den Bürgerpark  während der Gartenschau. Foto: Eppler
Fast zu schade, um darauf zu sitzen: die Kunstwürfel des Kunstvereins verschönern den Bürgerpark während der Gartenschau. Foto: Eppler

Remshalden - Die drei Schichten Bootslack aufzutragen sei wohl einer der aufwendigsten Arbeitsschritte gewesen, sagt Ute Kunze vom Kunstverein Remshalden im Rückblick. Normalerweise taucht die freischaffende Malerin aus Buoch ihren Pinsel vor allem in Acrylfarbe, die sie dann auf eine Leinwand bringt. Doch beim aktuellen Projekt des Kunstvereins hatten sie und die anderen knapp 30 beteiligten Kunstschaffenden keine Leinwand vor sich, sondern einen 50 mal 50 Zentimeter großen Würfel aus Birkenholz mit einer Kunststoffbeschichtung. Der sollte, so die Aufgabe, zuerst künstlerisch gestaltet und anschließend mit einer witterungsbeständigen Schutzschicht gegen Regen und UV-Strahlen gewappnet werden.

Drei Schichten Bootslack schützen vor Witterung

Den schützenden Bootslack werden die mal mehr, mal weniger bunt gestalteten 30 Kunstwürfel dringend brauchen – schließlich stehen sie von Beginn der Remstal-Gartenschau im Mai kommenden Jahres an bis zu deren Ende im Oktober im Bürgerpark zwischen den Ortschaften Grunbach und Geradstetten unter freiem Himmel. Dort haben sie zwei Aufgaben: Sie dienen als abwechslungsreicher Blickfang und als Sitzgelegenheit für die Besucher.

Vor rund anderthalb Jahren hatten sich etliche Mitglieder des Kunstvereins Remshalden ans Werk gemacht – manche haben seitdem einen, andere auch mehrere dreidimensionale Würfel gestaltet. Für die meisten war das eine neue Erfahrung. „Das war schon eine Herausforderung“, sagt zum Beispiel Isabell von Wedel, „man kann nicht einfach loslegen, sondern muss gut überlegen und auch von oben und über Eck denken.“ Isabell von Wedel hat gleich drei Würfel beigesteuert. „Wir wollten auch etwas Tierisches haben“, erzählt sie. So spielen auf einem ihrer Würfel Zebras die Hauptrolle, auf einem weiteren spazieren weiße und schwarze Hühner über die vier Seitenwände des Kubus. Tierisches hat auch Ute Kunze auf einen ihrer Würfel gebannt: neben Micky Maus ist darauf die Entenfamilie Duck mit Daisy, Donald und Onkel Dagobert samt seinem Vorrat an Golddukaten vertreten.

Gemeinde investiert rund 4000 Euro

Apropos Finanzen: die von einer kleinen Schreinerei in Rommelshausen gebauten 30 Holzwürfel hat die Gemeinde Remshalden bezahlt. Bislang seien rund 4000 Euro in das Projekt geflossen, sagt der Bürgermeister Reinhard Molt, der betont, das kommunale Budget für die Gartenschau sei „hart auf Kante genäht“ – auch vor dem Hintergrund, dass manche Gemeinderäte das interkommunale Ereignis „mehr als Last denn als Lust“ sähen.

Bei den Würfelkünstlerinnen und -künstlern ist das Gegenteil der Fall. „Etwa die Hälfte würde ihren Würfel gerne selbst behalten“, erzählt Ute Kunze. „Das sind unsere Babys“, sagt Peter Schuster. Wie Richard Böhmer hat er seine Würfel mit Fotografien gestaltet, die auf eine UV-beständige Folie gedruckt, auf das Holz geklebt und mit Klarlack versiegelt wurden. „Eine super Aktion für relativ schmales Geld“, sagt Peter Schuster, der schon erste Anfragen von Interessenten erhalten hat.

Und während Kunstverein und Kommune noch darüber grübeln, wie man die 25 bis 30 Kilo schweren Kunstwürfel gegen Diebstahl sichern könnte, gibt es parallel dazu schon Gedankenspiele, was nach der Gartenschau mit diesen geschehen könnte. „Wir könnten uns eine Versteigerung der Würfel vorstellen“, sagt Isabell von Wedel.




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