Im Drittligaspiel zwischen VfB Stuttgart II und Hoffenheim II sorgt eine Szene für Wirbel. TSG-Profi Yannis Hör kickt einen Ball, trifft einen VfB-Betreuer - und sieht rot.

Digital Desk: Gülay Alparslan (alp)

Es sind Entscheidungen, die Schiedsrichter in Sekunden treffen – und die anschließend oft stunden- oder sogar tagelang für Diskussionen sorgen. Eine solche Szene ereignete sich am vergangenen Sonntag in Großaspach und löste zunächst Verwunderung und später große Verärgerung unter den Fans aus. Was war passiert?

 

Beim Drittligaspiel VfB Stuttgart II gegen TSG Hoffenheim II sah Hoffenheims Yannis Hör plötzlich die rote Karte – sehr zur Überraschung des Spielers. Hör wollte gerade einen Ball einwerfen, als er einen zweiten Ball, der ebenfalls auf dem Spielfeld lag, wegschoss. Der Ball traf ausgerechnet einen VfB-Betreuer.

Absicht? Davon war nichts zu erkennen. Es sah eher nach einem unglücklichen Missgeschick aus. Hör entschuldigte sich anschließend beim Getroffenen. Dennoch zückte Schiedsrichter Timo Gansloweit direkt die rote Karte. Für Hör war die Partie damit vorzeitig beendet. In Überzahl gewann der VfB II das Spiel anschließend mit 1:0.

„Absolut keine Absicht“

Abseits des Spiels erhitzte der Platzverweis von Hör die Gemüter. Auf Instagram wurde die Szene heiß diskutiert. Ein User schrieb: „Dafür Rot? So langsam wird es albern!” Ein anderer pflichtete ihm bei: „Die Begründung würde ich mal hören. Das ist im Leben kein Rot.“

Ein weiterer User sah die Verantwortung eher beim Team von VfB-Trainer Nico Willig und schrieb: „Keine rote Karte. Man kann eher davon reden, der anderen Mannschaft eine Karte zu geben. Der Spieler will einwerfen und dann wird mit Absicht ein Ball ins Spiel geworfen, vom gegnerischen Team.”

Auch dieser Fan sah in der Szene keine Absicht: „Also man sieht schon sehr klar, dass er einfach nur den Ball aus dem Feld bekommen will. Absolut keine Absicht da jemanden zu treffen. Daher absolut keine rote Karte. Frag mich eher was der Betreuer gemacht hat, dass der da so überrascht wurde. Kann ja niemand mit rechnen, dass am Spielfeldrand Bälle rumfliegen.“

Fans sind sich einige: keine Rote Karte

Dieser Fan hatte eine ausführliche Begründung parat, warum es nicht Rot sein konnte: „Tätlichkeit würde ich aus zwei Gründen verneinen – die Schussbewegung beim Rausschießen sieht mehr nach Lupfer aus, nicht nach gezielt und fest in Richtung des Betreuers. Und das Verhalten nach der Roten Karte ist entschuldigend statt aggressiv - spricht auch gegen Absicht. Plus - man könnte den anderen unsportliches Verhalten unterstellen, sollte der Ball absichtlich reingeworfen worden sein um die schnelle Ausführung des Einwurfs zu unterbinden.“

Für diesen Fan stand fest: „Der Einzige, der vom Platz gehört, ist der Schiedsrichter!” Einigkeit herrschte darüber, dass die Entscheidung völlig überzogen war – sogar ein VfB-Fan schrieb: „Selbst als VfB Stuttgart Fan ein absoluter Witz.“