Kurioses aus Kuchen Schultes klärt Asphaltdiebstahl

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Unter mysteriösen Umständen werden in Kuchen zwei Straßen aufgerissen und niemand will es gewesen sein. Doch dann macht der Bürgermeister den Fall zur Chefsache.

Die Baufirma hat in der Langen Straße ein Loch im Deckbelag und eine Warnbake hinterlassen. Foto: Gemeinde
Die Baufirma hat in der Langen Straße ein Loch im Deckbelag und eine Warnbake hinterlassen. Foto: Gemeinde

Kuchen - Es ist ein mysteriöser Fall, der sich jetzt in Kuchen zugetragen hat. Am helllichten Tage hatten dort unbekannte Bauarbeiter auf zwei Straßen den Asphalt aufgerissen. An beiden Stellen waren die Löcher zwar wieder zugeschüttet worden. Allerdings hatte sich niemand die Mühe gemacht, den Feinbelag wieder aufzubringen. An der Ecke der Langen Straße zur Eugenstraße war dies besonders ärgerlich, weil die Gemeinde die Straße erst im vergangenen Jahr neu asphaltiert hatte.

Keiner wollte es gewesen sein

„Solche Aufgrabungen kommen ab und zu vor“, sagt der Kuchener Bauamtsleiter Heiko Potschkay. Immer wieder müssten Versorger wie die Telekom, Kabel BW, die Energieversorgung Filstal (EVF) oder das Albwerk an ihre Leitungen. Da könne dann auch keine Rücksicht auf frisch geteerte Straßen genommen werden. Üblicherweise werde aber vorher wenigstens um Erlaubnis gefragt. Diesmal lag im Rathaus aber keine entsprechende Mitteilung vor. Und Potschkays Nachforschungen machten den Fall immer mysteriöser. „Keiner der üblichen Verdächtigen wollte es gewesen sein.“

Auch in den folgenden Wochen tat sich an den holprigen Asphaltstellen nichts, sodass der Bürgermeister Bernd Rößner den Fall schließlich zur Chefsache. machte Im Amtsblatt startete er einen Zeugenaufruf und begab sich am Tatort auf Spurensuche.

Der Bürgermeister ermittelt vor Ort

Dort hatten die Täter tatsächlich etwas hinterlassen. Eine einsame Absperrbake warnte die Autofahrer vor dem fehlenden Belag. Zunächst half aber auch dies nicht weiter. Zwar war der Name der Baufirma Leonhard Weiß auf einem kleinen Schildchen an der Baustelleneinrichtung zu lesen, wovon sich auch deren Geislinger Niederlassungsleiter bei einer Ortsbesichtigung überzeugte. Doch von einer Baustelle in Kuchen wusste er nichts. Und auch eine Warnbake vermisste er nicht.

War es ein Wunder? Hatten sich Außerirdische am Kuchener Straßennetz vergangen? Der Bürgermeister wollte dies nicht glauben. Die entscheidende Hinweis kam dann aus der Bevölkerung. Es habe sich mit ziemlicher Sicherheit um eine Reparatur am Telefonnetz gehandelt, berichteten mehrere Zeugen. Damit war aber plötzlich wieder Leonhard Weiß im Verdacht. Die Firma ist von der Telekom mit den Jahresarbeiten beauftragt.

Kommunikationsproblem im Großkonzern

Zerknirscht räumte man dort inzwischen ein internes Kommunikationsproblem ein. Die Arbeiten seien nicht von Geislingen, sondern Göppingen aus erledigt worden. Die dortige Zentrale habe das Landratsamt, nicht aber das eigentlich zuständige Rathaus über die Baustelle informiert. Der Feinbelag wäre aber bestimmt von der nächsten Spezialkolonne aufgebracht worden. „Das machen wir immer, wenn mehrere Baustellen zusammenkommen“, sagte ein Sprecher. Vorausgesetzt natürlich, sie sind nicht vergessen worden.