Ein neuer Kurs im Kreis Esslingen vermittelt Grundlegendes zur Pflege einer Streuobstwiese. Das Angebot soll dazu beitragen, den Baumbestand zu erhalten.
Mit rund 9600 Hektar Streuobstwiesen kann der Landkreis Esslingen eines der größten Streuostgebiete in Europa vorweisen. Sie prägen die Kulturlandschaft zwischen der Filderebene, der Schwäbischen Alb und der Schurwaldhöhe in besonderer Weise – wollen aber auch gepflegt werden. Doch wie? Darüber informieren Experten im Kurs „Stückle-Glück“.
Er ist ein Angebot der Obst- und Gartenbauvereine Holzmaden und Hepsisau sowie der Obst- und Gartenbauberatung des Landkreises Esslingen für alle, die sich intensiver mit der Pflege der artenreichen Landschaft auseinandersetzen wollen. Es richtet sich zum einen an Einzelpersonen und Familien, die gerne eine Streuobstwiese pflegen möchten. Zum anderen werden Besitzer von Streuobstwiesen angesprochen, die Unterstützung bezüglich der richtigen Pflege dieser Flächen benötigen.
Der Kurs bietet hier eine praxisnahe Wissensvermittlung. An sechs Terminen zwischen September und Juli nächsten Jahres vermittelt "Stückle-Glück" Grundlegendes zur Pflege einer Streuobstwiese und lenkt dabei den Blick nicht allein auf Aufgaben, sondern auch Freuden, die eine Streuobstwiese mit sich bringt. Neben verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten, dem Baumschnitt und der Baumgesundheit werden auch Themen wie die Artenvielfalt auf einer Streuobstwiese oder die Pflanzung eines Baumes in verschiedenen Workshops praxisnah vermittelt.
Das Angebot soll dazu beitragen, die Streuobstwiesen im Kreis zu erhalten. Denn die Bestände nehmen – hier wie in ganz Baden-Württemberg – ab. Eine von der Universität Hohenheim im Auftrag des Landesumweltministeriums im Jahr 2020 vorgelegte Studie zeigt, dass im Schnitt der zurückliegenden vier Jahrzehnte jedes Jahr rund 100 000 Streuobstbäume in Baden-Württemberg verloren gegangen sind. Geht die Entwicklung so rasant weiter, könnte es 2050 schon keine Streuobstwiesen mehr geben.
Häufig verschwinden Streuobstwiesen, weil sie nicht mehr bewirtschaftet werden: Die hochstämmigen Bäume stehen im Gegensatz zu den niedrigen Bäumen in Obstplantagen „verstreut“ in der Landschaft – das macht die Arbeit mühsam, und die sinkenden Erzeugerpreise lohnen oft die viele Mühe nicht. Sorgen bereitet darüber hinaus der zunehmende Mistelbefall.
Bei Interesse an dem Kurs stehen Jana Gneiting, Telefon: 0711 / 3902 -4 10 22, und Jens Häußler, Telefon: 0711 / 3902 - 4 24 21, als Ansprechpartner zur Verfügung. Fragen können auch per E-Mail an: Obstbauberatung@LRA-ES.de gestellt werden.