Kurzzeitparkplätze in Kaltental Unterschriftenaktion ohne Folgen

Von Stefanie Käfferlein 

Die beiden Inhaberinnen der Papeterie an der Böblinger Straße haben 625 Unterschriften gesammelt. Ihr Anliegen: Eine Haltemöglichkeit vor ihrem Geschäft, so dass Kunden ihre schweren Pakete nicht meterweit schleppen müssen. Bisher blieb die Aktion ohne Folgen.

Obwohl an der Böblinger Straße nicht mehr geparkt werden darf, stellen Bürger ihre Fahrzeuge vor der Papeterie ab. Foto: Stefanie Käfferlein
Obwohl an der Böblinger Straße nicht mehr geparkt werden darf, stellen Bürger ihre Fahrzeuge vor der Papeterie ab. Foto: Stefanie Käfferlein

Kaltental - Shashi Punia weiß noch immer nicht so recht, was sie sagen soll. Gemeinsam mit ihrem Mann war die Geschäftsführerin der Papeterie an der Böblinger Straße in Kaltental in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats Süd um dem Bezirksvorsteher Rupert Kellermann eine Unterschriftenliste zu überreichen.

Das Anliegen: vor ihrem Geschäft eine Haltemöglichkeit zu schaffen, sodass Kunden, die schwere Pakete im Postshop abliefern wollen, diese nicht meterweit schleppen müssen. 625 Bürger hatten das Schreiben unterzeichnet. Punia und ihr Mann nutzten den Tagesordnungspunkt „Fünf Minuten für Bürger“, um ihr Leid zu klagen. Eine für sie zufriedenstellende Antwort erhielten sie, wie Punia gegenüber unserer Redaktion sagt, allerdings nicht.

Bisher gab es vor der Papeterie Kurzzeitparkplätze

Dass es verboten ist, dort anzuhalten, war freilich nicht immer so. Bisher waren unmittelbar vor dem Kiosk zwei Kurzzeitparkplätze. Diese mussten einem Radschutzstreifen weichen. Denn an der Papeterie führt die sogenannte Stuttgarter Hauptradroute 1 vorbei. Deren Lücke an der Böblinger Straße wurde nun geschlossen. Schon in der Vergangenheit hatten die Pläne die Gemüter erhitzt. Der ehemalige Betreiber der Papeterie hatte sogar zweimal Unterschriften dafür gesammelt, dass die Stellplätze vor seinem Geschäft erhalten bleiben – ohne Erfolg.

„Dass die Parkplätze weg sind, merken wir bereits an unserem Umsatz“, berichtet auch Vaishali Dutt Sharma, die zweite Geschäftsführerin. Die beiden Frauen haben sich mit dem Geschäft einen Traum erfüllt. Nicht wissend, dass sich dieser Traum zum Albtraum entwickeln könnte. „Wir müssen ja auch etwas verdienen“, sagt Punia. „Wir beide haben für dieses Geschäft unsere Berufe aufgegeben, unsere Arbeitsstellen gekündigt und haben Familien zuhause.“

„Stellplätze nicht aus bösem Willen entfernt“

Davon, dass die beiden Parkplätze im Sommer dieses Jahres entfernt werden, wussten die Inhaberinnen nichts. Stattdessen wurden sie vor vollendete Tatsachen gestellt. „Unter diesen Umständen hätten wir den Laden wohl nicht übernommen“, sagt Shashi Punia.

Für Bezirksvorsteher Rupert Kellermann ist die Sachlage unterdessen klar. „Wir haben die Stellplätze nicht aus bösem Willen entfernt“, erklärt er auf Anfrage. Es gehe nicht um Vorlieben, sondern einzig und allein um die Sicherheit. „Gegen die Sicherheit kann ich doch keine Unterschriften sammeln“, betont Kellermann. Zudem gebe es in unmittelbarer Umgebung zum Ausgleich der nun fehlenden Parkplätze vor der Papeterie alternative Parkmöglichkeiten an der Schwarzwaldstraße und am Dreiecksplätzle. Ein paar Meter zu laufen, halte er für zumutbar. Hinzu komme, dass die älteren Bürger ohnehin in der Regel zu Fuß kommen würden.

Kunden parken auf dem Radschutzstreifen

Ein paar Meter zu laufen, genau das scheinen manche Kunden hingegen eben nicht zu wollen. Sie parken verkehrswidrig vor der Post und blockieren die Radfahrer.

Hans-Dieter Meißner, stellvertretender Bezirksbeirat der Freien Wähler im Süden und zugleich Vorsitzender der Bürgerinitiative Kaltental, hat während der Sitzung an die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde erinnert und auf die Pläne der Grünen verwiesen, sich für Tempo 30 stark machen zu wollen. Dann nämlich wäre ein Schutzstreifen auf der Fahrbahn auch nicht mehr nötig.

Tempo 30 nicht möglich

Dass es aktuell eine Möglichkeit gibt, etwas zu bewegen, sieht Meißner nicht. Ob überhaupt noch etwas verändert werden kann? Spielraum könne es seiner Meinung nach erst dann noch einmal geben, wenn es um das Thema der Umgestaltung der Kaltentaler Ortsmitte geht oder man sich über die Geschwindigkeit unterhält. Meißner hat aber auch die Sorge, dass die Postfiliale irgendwann schließen könnte.

Rupert Kellermann schließt die Überlegungen, auf der Böblinger Straße Tempo 30 auszuweisen, allerdings aus. „Das lässt sich nicht umsetzen, da die Böblinger Straße eine Ausweichstrecke zur B 14 ist“, sagt er.

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