KZ-Gedenkstätte Auschwitz Heiko Maas: „Unsere Verantwortung endet nie“

Heiko Maas ist seit 26 Jahren der erste deutsche Außenminister, der die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz besucht. Foto: AFP
Heiko Maas ist seit 26 Jahren der erste deutsche Außenminister, der die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz besucht. Foto: AFP

Zum ersten Mal nach 26 Jahren reist mit Heiko Maas ein deutscher Außenminister nach Auschwitz. Für den Chefdiplomaten ist der Besuch im ehemals größten KZ der Nazis eine persönliche Mission.

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Oswiecim - Außenminister Heiko Maas hat bei seinem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz an die deutsche Verantwortung für den Mord an Millionen Menschen durch die Nationalsozialisten erinnert. „Wir brauchen diesen Ort, weil unsere Verantwortung endet nie“, sagte der SPD-Politiker am Montag.

„Das ist der schrecklichste Ort der Welt. Hier muss man sich entscheiden: Entweder verliert man den Glauben an die Menschlichkeit, oder man gewinnt die Hoffnung oder die Kraft dafür einzutreten, dass die Menschenwürde gewahrt wird und tut etwas dafür“, sagte Maas, der immer wieder betont hatte wegen Auschwitz in die Politik gegangen zu sein.

Beim Besuch der Gedenkstätte wurde Maas vom polnischen Auschwitz-Überlebenden Marian Turski herumgeführt. In dem ehemals größten Vernichtungslager der Nationalsozialisten wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet, die meisten davon waren Juden.

Maas traf seinen polnischen Amtskollegen Jacek Czaputowicz

„Die Hölle auf Erden - sie war eine deutsche Schöpfung namens Auschwitz“, trug Maas in das Gedenkbuch der KZ-Gedenkstätte ein. „Voll Trauer und Scham verneigen wir uns vor den Frauen, Männern und Kindern, die hier und an anderen Orten millionenfach von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Aus dem Vermächtnis der Opfer erwächst Deutschlands Verantwortung, für die unantastbare Würde des Menschen einzustehen - überall und jeden Tag. Diese Verantwortung endet nie“, schrieb Maas weiter.

Anschließend traf Maas seinen polnischen Amtskollegen Jacek Czaputowicz. Dieser hatte den deutschen Außenminister nicht nach Auschwitz begleitet, das deutsch-polnische Ministertreffen fand im knapp fünf Kilometer entfernten Franziskanerkloster in Harmeze statt. Dieses ist dem polnischen Priester Maximilian Kolbe gewidmet, der in Auschwitz sein Leben für das eines Familienvaters opferte.

Kritiker werfen Polens nationalkonservativer Regierung vor, seit dem Wahlsieg 2015 in Polens Geschichtspolitik neue Akzente zu setzen und Werte wie nationale Identität und Patriotismus zu propagieren. Ein umstrittenes Holocaust-Gesetz der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hatte zu Jahresbeginn sogar eine diplomatische Krise mit Israel ausgelöst.

Erster Besuch eines deutschen Außenministers seit 26 Jahren

Es sah ursprünglich Geld- und Haftstrafen für diejenigen vor, die dem polnischen Staat oder Volk „öffentlich und entgegen den Fakten“ die Verantwortung oder Mitverantwortung für Verbrechen des Nazi-Regimes zuschreiben. Kritiker befürchteten, die PiS könnte damit von Polen begangene Verbrechen an Juden vertuschen wollen. Nach heftigen Protesten der israelischen Regierung strich Warschau Ende Juni die Haftstrafen aus dem Gesetz. Jüdischen Organisationen reicht das aber nicht aus. Sie wünschen sich, dass das Gesetz ganz verschwindet.

Maas besuchte Auschwitz als erster deutscher Außenminister seit 26 Jahren. Als letzter deutscher Außenminister vor Maas hatte Klaus Kinkel 1992 die Gedenkstätte besucht. Ein Bundeskanzler war mit Helmut Kohl zuletzt 1995 in Auschwitz.




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