Lachyoga-Kurs in Kirchheim unter Teck Lachtraining am Waldrand – „Es tut mir unglaublich gut“

Zwerchfell-Muskelkater nicht ausgeschlossen: die Teilnehmerinnen des Lachyoga-Kurses Foto: Ralph Scheer

Jedem Menschen ist das Lachen in die Wiege gelegt, doch im Laufe des Lebens geht es Stück für Stück verloren. In Kirchheim kann man es wiederfinden – beim Lachyoga.

„Ich bin kürzlich in Esslingen geblitzt worden.“ Ob das Foto wohl vorteilhaft gewesen sei, fragt sich eine der sechs Teilnehmerinnen, die langsam am Treffpunkt in Kirchheim eintrudeln. Die anderen quittieren es mit schallendem Gelächter. Es herrscht eine vertraute, lockere Atmosphäre unter den Frauen des Lachyoga-Kurses von Claudia Lippkau. Alles ist lustig. Schon bevor der eigentliche Kurs beginnt. Aber das war nicht immer so.

 

Lachyoga wird „das Lachen oder Grinsen ohne Grund“ genannt. Dennoch gibt es bei diesem Kurs einen Grund für die heitere Atmosphäre: Lachtrainerin Claudia Lippkau, die mit ihrer positiven Ausstrahlung und ihrem Lachen alle ansteckt. Durch und durch eine echte Frohnatur. Das sieht man ihr an: Ihre Augen leuchten, wenn sie den „Montagslachern“, wie sie ihre Gruppe nennt, aufmerksam zuhört und sie anleitet. Und fast immer lacht sie laut und herzhaft und reißt damit alle mit – teils so sehr, dass einzelne am nächsten Tag Muskelkater im Bauch haben. „Manche hatten schon hinter den Ohren Muskelkater“, sagt die 58-Jährige. Sogar die Nase geht dabei auf. Beim Lachen bekommt der Körper 25 Prozent mehr Sauerstoff als bei der herkömmlichen Atmung. „Das ist so eine richtige Sauerstoffdusche und ein Jungbrunnen“, sagt Lippkau und ergänzt lachend: „Deshalb sehen wir alle hier so gut aus.“

Gezielte Atemübungen

Das „Gute-Laune-Entspannungstraining“ findet draußen am Waldrand beim Wasserturm Hohenreisach zwischen Notzingen und Kirchheim unter Teck statt. Zur Begrüßung heißt sich die Runde im wahrsten Sinne des Wortes herzlich willkommen. Sie formen mit den Händen ein Herz, schauen durch dieses hindurch, lächeln, blicken sich in die Augen und sagen Hallo. Claudia Lippkau kombiniert das Lachtraining mit gezielten Atemübungen. Ob man echt oder nur gespielt lacht, ist für den Körper nicht relevant: Er reagiert ähnlich. „Was ist ganz wichtig?“, fragt Claudia und beantwortet es selbst: „Dass wir unser Lachen wieder aus der Tasche holen“.

Beim Lachyoga werden die Sorgen in den Müll geworfen

Und da sind sie, von Hoho über Haha bis Hihi ist alles dabei. Bald krümmt sich ein Teil der Frauen vor Lachen, andere sind noch etwas zurückhaltender. Spaziergänger und Jogger drehen ihre Köpfe zu der quietschfidelen Gruppe. Egal, auch das ist lustig. Claudia gibt viele Tipps: Die erdachte Kurbel an den Wangen zum Beispiel, wie beim Öffnen einer Sardinenbüchse drehen sie die Mundwinkel in die Position nach oben. Schon dieser Anblick ist zum Kringeln. Beim lauten Aussprechen von Omi und Opi formt sich von allein ein Lächeln. Sorgen werden bei der nächsten Übung gestenreich in den Müll geworfen und der imaginäre Mülleimer mit einem kräftigen Tritt weggekickt. Da im Schwabenland gerne das Motto „Net gschimpft isch gnug globt“, gilt, darf man sich auch selbst loben und auf die Schulter klopfen.

Hinterher entspannt nach Hause

Für jeden ist das Lachen etwas anderes: Lebensfreude, Entspannung, Genuss oder Motivation. Karin aus Norddeutschland ist mit 80 Jahren die älteste Teilnehmerin und meint: „Ich bin völlig aus dem Häuschen, dass ich das lernen durfte und konnte.“ Nach allem, was sie erlebt hat, sei sie nun guter Dinge und kann kaum glauben, dass sie „zum Lachen geht“. Anja ist schon seit etwa zehn Jahren dabei. „Ich war einfach traurig und habe überlegt, wie sich mein Lachen eigentlich anhört“. Sie wusste es nicht mehr, litt unter Depressionen und wollte ihr Lachen wiederfinden. Für Steffi ist es Atemtraining nach ihrer Lungentransplantation: „Das tiefe Atmen ist für mich die beste Therapie. Es tut mir unglaublich gut, ich komme immer ganz gelöst nach Hause“.

Viel zu Lachen

Claudia Lippkau
Claudia Lippkau schloss 2008 ihre Ausbildung zur Lachyoga-Trainerin und zur Lachyoga-Businesstrainerin beim Europäischen Berufsverband für Lachyoga und Humortraining ab. 2012 ließ sie sich von dem indischen Arzt Madan Kataria zur Lachyoga-Trainerin zertifizieren.

Geschichte des Lachyogas
Madan Kataria gründete 1995 die Lachclub-Bewegung und ist Initiator des Weltlachtags. Daraus hat sich eine weltweite Bewegung mit tausenden Lachyoga-Clubs in mehr als 65 Ländern entwickelt.

Weltlachtag
Am 4. Mai 2025 ist Weltlachtag. Auf der ganzen Welt treffen sich an diesem Tag die Menschen, um miteinander zu lachen. In Kirchheim unter Teck können alle von 13.30 bis 14.15 Uhr im Vogthaus (FBS) im Stiftsaal mitlachen. Der Höhepunkt dieses Tages ist das weltweite dreiminütige Lachen um 14 Uhr.

Lachyoga-Angebote im Kreis
Lachschmiede Notzingen, Claudia Lippkau: Verschiedene Workshops und Trainings. Die nächsten Termine gibt es unter www.lachschmiede.de.

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