Lärm in Waiblingen Limits, wo viele Leute leiden

Von Harald Beck 

Die Stadt identifiziert ihre Lärm-Hot-Spots und plant im Aktionsplan entlastende Maßnahmen.

Tempolimits sind ein Mittel gegen zu großen Verkehrslärm. Foto: Gottfried Stoppel
Tempolimits sind ein Mittel gegen zu großen Verkehrslärm. Foto: Gottfried Stoppel

Waiblingen - Zusätzliche Tempo-30-Bereiche, umgestaltete Straßenräume, spezielle Beläge und aktive Geräuschminderungen sollen an jenen Stellen in Waiblingen und seinen Ortschaften den Verkehrslärm mindern, an denen besonders viele Menschen darunter leiden. Laut den jetzt im Planungsausschuss des Gemeinderats vorgestellten Zahlen liegen die sogenannten Hot-Spots in Sachen Straßenlärm unverändert gegenüber der Erhebung vor vier Jahren in der Neustädter Straße, in der Talaue und in der Bahnhofstraße zwischen den Kreuzungen mit der Oppenländer- und der Weidachstraße. Das bedeute allerdings nicht, dass der errechnete Verkehrslärm mit 72 beziehungsweise 74 Dezibel deutlich höher wäre als an manch anderen Stellen in der Stadt, erläuterte Frank Röpke vom Fachbereich Stadtplanung. Dort seien aber mehr Menschen davon betroffen.

Entscheidend ist die Einwohnerdichte

Ein Lärm-Hot-Spot ist laut den Vorgaben des Umweltministeriums dann gegeben, wenn der Schwellenwert von 70 Dezibel tagsüber beziehungsweise 60 Dezibel nachts überschritten ist und die Einwohnerdichte in einem Radius von 100 Metern hochgerechnet bei mehr als 1000 Menschen pro Quadratkilometer liegt. Laut der im Jahr 2002 erlassenen EU-Umgebungs-Lärmrichtlinie sind die Kommunen verpflichtet, die Bevölkerung vor allzu großer Lärmbelastung zu schützen und dazu Lärmaktionspläne aufzustellen.

Basis für die nun anstehende Aktualisierung des Waiblinger Lärmaktionsplans sind die im vergangenen Jahr erhobenen Daten zur Verkehrsentwicklung im Stadtgebiet, anhand derer die Lärmbelastung berechnet wird. Hierbei hat sich gezeigt, dass in Waiblingen insgesamt der Autoverkehr leicht abgenommen hat. Der Grund hierfür seien der Umstieg auf ÖPNV oder Radverkehr sowie Verkehrsverlagerungen. Andererseits hat aber auf den städtischen Straßen der Lastwagenverkehr deutlich zugenommen.

Das extremste Beispiel hier ist die Neckarstraße in Hegnach, auf der im Vergleich zum Jahr 2009 zwar fast elf Prozent weniger Autos unterwegs sind, dafür aber 12,2 Prozent mehr Lastwagen als damals. Ähnlich sieht es in der Talstraße aus, die eine Abnahme bei den PKW von 11,8 Prozent verzeichnet und einen Lastwagenzuwachs von 7,2 Prozent. Bei Verkehr und Lärm sind andererseits im innerstädtischen Vergleich die Anwohner der Ludwigsburger Straße die Gesamtgewinner: Dort hat der Autoverkehr um fast 20 Prozent abgenommen und auch die Zahl der durchfahrenden Lastwagen ist gegenüber dem Wert vor neun Jahren um fast sechs Prozent gesunken.

Zusätzliche Tempolimits erwogen

Ergänzend zu den Maßnahmen, die schon in bisherigen Stufen des Waiblinger Lärmaktionsplans realisiert worden sind, werden nun an den verbliebenen Hot-Spots zusätzliche Tempolimits erwogen. Langfristig soll in einem Teilbereich der Bahnhofstraße die Fahrbahn so umgestaltet werden das weniger Lärm entsteht.

In Sachen Tempolimits vermeldet die Verwaltung im Übrigen erste Erfolge: Die Installierung der Tempo-30-Bereiche auf der Ortsdurchfahrt in Hegnach habe dazu geführt, dass jene Abschnitte der Neckarstraße inzwischen – trotz erhöhter Lasterzahlen – keine Lärm-Hot-Spots mehr seien. Über die Maßnahmen im Rahmen der Stufe 2 des Lärmaktionsplans entscheidet der Gemeinderat nach der Sommerpause.




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