Lärmschutz auf der A 81 2021 könnten Seitenstreifen zu Fahrspuren werden

Von Patricia Elsner 

Vertreter des Verkehrsministeriums und des Regierungspräsidiums Stuttgart haben den Anwohnern entlang der A 81 eine Lärmentlastung durch die Freigabe des Seitenstreifens versprochen. Allerdings erst in vier Jahren. Dabei hatten die Bürger auf ein anderes Bauprojekt gesetzt.

Die A 81 bei Ludwigsburg ist stark staubelastet. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg
Die A 81 bei Ludwigsburg ist stark staubelastet. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Kreis Ludwigsburg - Es sei es wieder an der Zeit, laut zu werden und aktiv einen Lärmschutz entlang der Autobahn 81 einzufordern, sagt Reinhold Noz. Am Montagabend traf sich die Aktionsgemeinschaft zur Reduzierung der Lärmbelastung durch die Autobahn, kurz AG A 81, mit Behördenvertretern im Rathaus Asperg.

„Wir sind es leid, dass sich die Behörden den Schwarzen Peter gegenseitig zuschieben und nichts passiert“, sagte Noz, der für die CDU im Ludwigsburger Gemeinderat sitzt und seit acht Jahren für eine Minderung des Autobahnlärms nebst einem Ausbau der A 81 auf insgesamt acht Fahrspuren eintritt. Denn durch eine Erweiterung der Spuren könne die staugeplagte Strecke entlastet und ein ständiger Ausweichverkehr in den Anliegerkommunen verhindert werden. Die Verbindung von fließendem Verkehr, lärmminderndem Asphalt und, wo nötig, Lärmschutzwänden, soll die ersehnte Ruhe bringen.

Die angebotene Lösung: ein Seitenstreifenfreigabe

„Der achtstreifige Ausbau der A 81 wäre die Goldlösung“, sagte Eberhard Kries, der Leiter des Straßenbaureferats Ost im Landesverkehrsministerium. „Aber das ist eine teure Lösung.“ Im Land gebe es viele Baustellen, die Vorrang hätten. Daher sei es nicht möglich gewesen, den Ausbau der Autobahn 81 bei Ludwigsburg in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen. Geplant sei stattdessen eine Interimslösung: Das Land Baden-Württemberg strebe eine temporäre Freigabe des Seitenstreifens an. „Bei hohem Verkehrsaufkommen kann der Seitenstreifen dann zeitweise freigegeben werden“, sagte Kries.

Ergänzend soll auch der Lärmschutz verbessert werden. „Wenn wir den Seitenstreifen ausbauen, dann mit Lärmschutz“, sagt Kries. Der vorhandene Seitenstreifen sei zu schmal, außerdem fehlten Anzeigen für die temporäre Freigabe und Haltebuchten für Pannenfahrzeuge. „Daher müssen wir neu bauen“, sagt Kries.

Doch das dauert: Erst in etwa vier Jahren könne mit der Erweiterung des vorhandenen Seitenstreifens begonnen werden, sagte Jürgen Holzwarth, der Referatsleiter für Straßenplanung im Regierungspräsidium Stuttgart. Gleichwohl wollen das Verkehrsministerium und das Regierungspräsidium an dem Ausbau der A 81 auf acht Spuren festhalten. „Aber das ist Zukunftsmusik“, sagt Kries. „In den nächsten 15 Jahren sind erst einmal andere Projekte dran.“

Etwa 130 000 Fahrzeuge täglich

Für die Anwohner entlang der Autobahn ist das wenig zufriedenstellend: Jeden Tag rollen rund 130 000 Fahrzeuge auf der A 81 zwischen dem Engelbergtunnel und Pleidelsheim. Für die Bewohner der Ludwigsburger Stadtteile Eglosheim und Pflugfelden, sowie in Freiberg, Möglingen und Asperg bedeutet das eine hohe Lärmbelastung. Und bei Staus wichen die Autofahrer auf die Orte aus, so die Klage. „Dann entstehen dort ebenfalls Stau, Lärm und Luftverschmutzung durch Abgase“, sagte Roland Glasbrenner, der Sprecher der AG A 81. Eine echte Entlastung könne nur der Ausbau der A 81 auf acht Spuren bringen, ist auch Glasbrenner überzeugt.

Zu der Versammlung hatten Noz und seine Mitstreiter Vertreter der Verwaltung und der Politik eingeladen. Sie sollten erklären, wieso die Behörden bisher nicht gehandelt haben. „Im Jahr 2009 hieß es, mit dem Bau der vierten Spur könne 2012 begonnen werden, 2012 gab das Regierungspräsidium Stuttgart an, im Jahr 2015 mit dem Ausbau zu beginnen “, sagte Glasbrenner. Die Aktionsgemeinschaft sei frustriert, dass die Landesregierung den Ausbau im letzten Jahr nicht für den Bundesverkehrswegeplan, dem auf 15 Jahre ausgelegten Planungswerkzeug zum Bau von Verkehrswegen, angemeldet hat.

Noz und Glasbrenner zeigten sich vom Ergebnis der Versammlung und von den Behörden enttäuscht. „Bis eine spürbare Entlastung eintritt, wird es wohl noch dauern“, sagte Noz. „Aber wir bleiben am Ball und machen weiterhin Druck auf die Verantwortlichen.“