Ein Wochenende voller Kunst, Kabarett, Musik und Magie: Beim Kulturpfingsten vom 18. bis zum 20. Mai in der Lahrensmühle erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm.

Aus dem Leonberger Veranstaltungskalender ist das Kulturpfingsten in der Lahrensmühle längst nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr ist es die 22. Veranstaltung, die Mühlenbesitzer Thomas Lautenschlager auf die Beine stellt. Sein erklärtes Ziel: „Ein relativ breites Spektrum an Geschmäckern abdecken.“

 

Die Ausstellung ist vom 18. bis zum 20. Mai geöffnet. Vier Künstlerinnen zeigen ihre Werke. Thomas Lautenschlager möchte „eine Schwellenangst“ vor der Kunst abbauen. „Ich habe mich als junger Mann nicht in solche Ausstellungen getraut“, erzählt er. „Es soll eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme sein, ohne dass die Besucher einen großen Hintergrund haben.“ Reingehen, umschauen, Gespräche führen.

Vier Frauen und ihre besonderen Werk

Tina Schneider präsentiert Porträts,Tier- und Landschaftsbilder, Reliefs und Skulpturen aus Holz. Ihre Arbeiten stellen eine Verbindung zwischen der Realität und der Vorstellung der Künstlerin her und spiegeln stattgefundene Begegnungen wider, zeigen Erinnerungen oder haben affirmativen Charakter. Birgit Feil, die in Warmbronn lebt, präsentiert drei Skulpturen im Freien. Realistisch gestaltete Figuren aus Acrylharz, mit Tüchern und Kissen– Menschen alltäglich, unspektakulär und normal.

Stephanie Türck zeigt ihre lebensgroße Skulptur „Aurora“, eine blaue Seejungfrau als Utopie und Hoffnungssymbol sowie kleinere keramische Arbeiten – Tierporträts, die in einen Dialog treten: als fremdartiges Spiegelbild und beseeltes Gegenüber, als vieldeutige Archetypen und paradiesische Sehnsucht. Das Ornament zieht sich wie ein roter Faden durch die Gemälde von Ursula Donn. Es symbolisiert die Rhythmen, die jedem Leben zugrunde liegen und soll Assoziationen wecken. Die meist leuchtend-harmonisch-bunte Farbgebung lädt zum Verweilen und Träumen ein.

Fröhliches Lachen und und feines Empfinden

Die Abendprogramme hat der Stadtverband für Kultur organisiert. Wenn Sabine Schief am Samstag ab 19 Uhr auf der Bühne steht, darf „fröhlich gelacht und wenig gedacht“ werden, so Lautenschlager. Kohlenhydratarm – wie bitte soll das „Im Namen der Brezel“ ein Schwabe bewerkstelligen? Die Brezel prägt ihn so sehr, dass er ihr mit und ohne Butter verfallen ist. Wie immer hat Schief ihre lustige Verwandtschaft im Bühnengepäck – oder diesmal in der Bäckertüte.

„Der kleine Prinz – unterwegs zu den Sternen“, heißt das Stück, mit dem das Figurentheater Christiane Weidringer aus Erfurt das Publikum am Sonntag ab 19 Uhr verzaubert. Die Protagonistin ist eine französische Schirmverkäuferin, die ihre Zuschauer mit ihren fantastischen Schirmen auf eine märchenhafte Reise nimmt. Sie begegnen den geheimnisvollen Figuren, lauschen den Chansons der verlassenen Rose und staunen über sich drehende Planeten. Und dann entschwebt diese rätselhafte Frau selbst ins Universum. Für Lautenschlager „der Joker“, etwas sehr Feinsinniges. Christiane Weidringer ist bereits zum zweiten Mal dabei. „Sie macht das so sprühend, da darf man sich drauf einlassen.“ Karten für beide Veranstaltungen gibt es an der Abendkasse oder beim i-Punkt im Leonberger Rathaus.

Indie, Pop und Jazzmusik

Bei „Lyrik und Jazz“ am Montagabend, organisiert von der Christian-Wagner-Gesellschaft – heißt es um 18 Uhr „Lunaves – zwischen Melancholie und Energie, Mond und Erde.“ Auf der Bühne stehen die Musiker Ilter Ünal (Gesang/Ney), Fabian Meyer (Piano/Synthesizer), Sebastian Schuster (Bass/Rhodes/Synthesizer) und Thomas Wörle (Schlagzeug/Electronics). Ohne Berührungsängste bedienen sich die Musiker von Lunaves verschiedenster Genres, wie Jazz, Indie, Pop, elektronischer und auch traditioneller türkischer Musik. Karten gibt es an der Abendkasse oder können bis 17. Mai, 18 Uhr, per Mail an: info@cw-gesellschaft.de reserviert werden.

Thomas Lautenschlager ist übrigens überzeugt, dass das Programm beim Publikum gut ankommt. Denn in der Vergangenheit sei das Kulturpfingsten immer gut besucht gewesen – trotz Urlaubszeit. Eine große Anerkennung für die vielen Ehrenamtlichen, die sich engagierten und ein „Programm für die Daheimgebliebenen“ machten, so Lautenschlager. Sein Fazit: „Es macht Spaß, weil es Erfolg bringt.“