Einsatz in Leonberg 18 Polizisten jagen zwei Lama-Damen hinterher

Die Alpakas (vorne) haben sich nicht an dem Ausbruchversuch  im Lohlenbachtäle beteiligt,  nur die Lamas waren vermutlich auf der Suche nach einem Partner. Die Alpakas (vorne) haben sich nicht an dem Ausbruchversuch  im Lohlenbachtäle beteiligt,  nur die Lamas waren vermutlich auf der Suche nach einem Partner. Foto: Granville
Die Alpakas (vorne) haben sich nicht an dem Ausbruchversuch im Lohlenbachtäle beteiligt, nur die Lamas waren vermutlich auf der Suche nach einem Partner. Die Alpakas (vorne) haben sich nicht an dem Ausbruchversuch im Lohlenbachtäle beteiligt, nur die Lamas waren vermutlich auf der Suche nach einem Partner. Foto: Granville

Zwei Lama-Damen mit Frühlingsgefühlen sind aus ihrem Gehege in Leonberg ausgebrochen. Um sie von der Autobahn fernzuhalten sind 18 Polizisten und jede Menge Helfer im Einsatz gewesen, um die Tiere wieder einzufangen. In einem normalen Leben helfen die Lamas Demenzkranken.

Leonberg - Als erfolgreiche Gauchos sind Polizeibeamte am Dienstag auf den Feldern rund um Leonberg in Aktion gewesen. Nachdem ein Fußgänger gegen 15 Uhr zwei entflohene Lamas im Bereich Lohlenbachtäle bei Leonberg meldete, hat sich daraus ein größerer Einsatz entwickelt, um die Tiere wieder einzufangen.

Vermutlich drückten die Lamas ihre Umzäunung nieder, sprangen darüber und begaben sich anschließend auf die weitläufigen Felder in Richtung Rutesheim. Anfängliche Versuche, die scheuen Tiere einzufangen, scheiterten, da die Lamas bei jeglichen Annäherungsversuchen wie wild in unterschiedliche Richtungen sprangen.

Von der Autobahn fernhalten

Die Lamas hatten sich den richtigen Zeitpunkt für einen Ausbruchversuch ausgewählt. Es herrschte dichtes Schneegestöber, sodass es für die Polizeibeamten nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig gewesen ist, ihnen über mehrere Stunden über die Eltinger Äcker zu folgen.

Um die Tiere von der in der Nähe verlaufenden Autobahn wegzudrängen, wurde deshalb eine größere Anzahl an Einsatzkräften und Helfern zusammengezogen. Gemeinsam mit den Eigentümern scheuchten 18 Polizeibeamte des Polizeireviers Leonberg, der Verkehrspolizeiinspektion des Polizeipräsidiums Ludwigsburg und Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums die in Ausbildung befindlichen Therapietiere in Richtung ihres Geheges und weg von der Autobahn.

Mit einer Polizeikette gelang es, die entflohenen Lamas in einer durch Hecken gebildeten „Sackgasse“ dingfest zu machen. „Nach Herstellung der statischen Lage“, wie es in der Mitteilung der Polizei heißt und was im Polizei-Jargon so viel bedeutet wie, dass die Übeltäter festgenommen wurden, konnten die Tiere mit Hilfe der Eigentümer und den zwischenzeitlich eingetroffenen elf Mitarbeitern der Tiernotrettungen Unterland und Böblingen gefangen werden. Unter Aufrechterhaltung der Polizeikette führten die Retter die Ausbrecher nach etwa zweieinhalb Stunden zurück in ihr Gehege.

„Dass wir Lamas einfangen müssen, ist eher selten“, meint Peter Widenhorn, der Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg. In der Regel habe man es mit ausgebüxten Weidetieren wie Rinder oder Schafe zu tun. Auch werde die Polizei gefragt, wenn ein Tiertransport einen Unfall hatte und Tiere gesichert werden müssen.

Verein Fish hat die Lamas im Einsatz

Doch woher kommen Lamas in Leonberg? Der Leonberger Betreuungsverein Fish setzt sie in der Demenzbegleitung ein. Fish hat im Lohlenbachtal einen Garten mit Koppel eingerichtet. „Die Betreuung von Demenzkranken findet in der Regel in geschlossenen ­Räumen statt“, sagt Robert Keller, der Geschäftsführer des Vereins. Doch Bewegung und frische Luft seien ein ­gutes Rezept, um das Immunsystem zu stärken. Gerade in den frühen Stadien der Demenz hätten die Erkrankten oft einen großen Bewegungsdrang. Dem können sie im Lohlenbachtal nachgehen. Sie können gärtnern, ernten, Äpfel pflücken, die Tiere streicheln oder auch einfach nur herumlaufen.

Zwei Grundstücke mit jeweils 2000 Quadratmetern hat der Verein kaufen können. Hier tummeln sich die beiden Lama-Damen Butzel und Leoni. „Die haben beide Frühlingsgefühle, und man kann sie häufig beobachten, wie sie tanzen“, schildert Robert Keller. Die beiden hatten sich auch aus dem Staub gemacht. Gelassener ist dagegen der Alpaka-Wallach Nico. Auch seine Gehege-Partnerin Nina hat sich nicht am Ausbruch beteiligt. Die betreut gerade Alpaka-Baby Nathan. Zur Überraschung bei Fish war sie vergangenes Jahr trächtig aus ihrem Heimatgehege Schwarzwald gekommen, und am 9. September erblickte Nathan das Licht der Welt.




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