Lampendesigner Ingo Maurer gestorben Meister des Lichts

Von Ulla Hanselmann 

„Schlechtes Licht macht unglücklich“: Das war das Credo des renommierten Lichtdesigners Ingo Maurer. Schon seine erste Lampe, die „Bulb“, wurde ein Verkaufshit. Jetzt ist der Münchner Lampenkünstler im Alter von 87 Jahren gestorben.

Ingo Maurer mit seiner Lampe „Delirium Yum“ (links) und einer LED-Wand mit Rosenmotiven. Er starb am 21. Oktober im Alter von 87 Jahren. Foto: dpa/Arne Dedert 6 Bilder
Ingo Maurer mit seiner Lampe „Delirium Yum“ (links) und einer LED-Wand mit Rosenmotiven. Er starb am 21. Oktober im Alter von 87 Jahren. Foto: dpa/Arne Dedert

München - Der Lichtdesigner Ingo Maurer ist tot. Er sei am Montag im Alter von 87 Jahren in München im Kreise seiner Familie gestorben, teilte die PR-Agentur Hicklvesting unter Berufung auf Maurers Tochter am Dienstag in München mit. Nähere Angaben zu den Umständen seines Todes wurden zunächst nicht gemacht.

Der Designer hatte sich vor allem mit ungewöhnlichen Lampen und Lichtobjekten weltweit einen Namen gemacht. Schon seine erste Lampe, die Tischleuchte „Bulb“, machte ihn berühmt – eine stilisierte übergroße Glühbirne. Der Entwurf aus dem Jahr 1966 wurde bereits drei Jahre später in die Design Collection des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.

Ingo Maurer wurde 1932 auf der Insel Reichenau am Bodensee als Sohn eines Fischers, der auch Erfinder war, geboren. Er absolvierte eine Ausbildung als Typograf und studierte von 1954 bis 1958 Gebrauchsgrafik in München. 1960 verließ er Deutschland und ging in die USA. Dort arbeitete er als Designer in New York und San Francisco. Drei Jahre später gründete er als Autodidakt im Bereich Industriedesign seine Firma Design M in München.

Königlicher Industriedesigner

1984 stellte er das Niedervolt-Lichtsystem „YaYaHo“ vor, das aus zwei horizontal gespannten Metallseilen und frei beweglichen Lichtelementen mit Halogenleuchten bestand – das Lichtsystem wurde vielfach kopiert. Ebenfalls bekannt: die Hängeleuchte „Zettel’z 5“ aus unbedruckten Zetteln, die an einem spinnenartigen Edelstahlgestell hängen. Die Zettel aus feinem Japanpapier können selbst gestaltet und nach Belieben angeordnet werden.

Maurers Entwürfe werden international ausgestellt; er wurde vielfach ausgezeichnet. 2005 wurde Maurer zum Royal Designer of Industry durch The Royal Society of Arts in London gekürt; 2010 erhielt er den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland für sein Lebenswerk, Als Unternehmer verkaufte Maurer seine Lampen und Objekte auch in seinem Münchner Design-Laden, der 2005 um einen Showroom erweitert wurde und rund 60 Mitarbeiter hat.

Schneeflocke für die Fifth Avenue

Maurer gestaltete sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich zahlreiche Lichtinstallationen für Räume und Gebäude – unter anderem die Beleuchtung für die mehrere Münchner U-Bahnhöfe. 2004 entwarf er in New York für Unicef eine riesige Schneeflocke aus Edelstahl und 16 000 Kristallprismen, sie erstrahlt seither in der Vorweihnachtszeit über der Fifth Avenue.

„Schlechtes Licht macht unglücklich“, lautete seine Überzeugung. Seine letzte Auftragsarbeit leuchtete erstmals vor wenigen Tagen: Der Designer hatte im Münchner Residenztheater für den Wintergarten eine neue Lichttechnik gestaltet; unter anderem strahlt dort nun seine Installation „Silver Cloud“ aus rund 3000 versilberten Blättern. Damit habe er sich und seiner Kunst ein wunderbares Denkmal gesetzt, befand Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU). „Er bleibt auf diese schöne und strahlende Weise gewissermaßen mitten unter uns.“