Land ermöglicht Freibadsaison Stuttgarter Schwimmer müssen sich noch gedulden

Von  

Das Land ermöglicht den Start in die Freibadsaison unter Auflagen am 6. Juni, die Entscheidung kam aber für die Stuttgarter Bäderbetriebe zu kurzfristig. Die fünf Freibäder öffnen am 15. Juni. Auch bei den Eintrittspreisen ändert sich etwas.

Die Becken sind gefüllt – wie hier im Freibad Rosental in Vaihingen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 6 Bilder
Die Becken sind gefüllt – wie hier im Freibad Rosental in Vaihingen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Wer schon die Badesachen gepackt hat, um am Samstag ins Freibad zu gehen, kann wieder auspacken: In Stuttgart bleiben die Tore noch zu – bis zum 15. Juni müssen sich die Schwimmer noch gedulden. Der Lenkungskreis der Landesregierung hat zwar am Mittwochabend beschlossen, dass die Bäder im Land und auch die Badeseen mit kontrolliertem Zugang am 6. Juni wieder unter Auflagen beginnen dürfen. Doch für die Stuttgarter Bäderbetriebe kam die Entscheidung, die am Donnerstagmittag kommuniziert wurde, zu kurzfristig für eine Öffnung an diesem Samstag.

„Das schaffen wir nicht“, sagt der Sprecher der Bäderbetriebe, Jens Böhm. Man brauche eine Woche, um startklar zu sein und die fünf Freibäder zu öffnen – so lange dauere es, um die Bäder aus dem Stand-by-Betrieb zu holen. Der Großteil der rund 300 Mitarbeiter sei zudem noch in Kurzarbeit – sie kehrten am Montag zurück. Anders als zum Beispiel die Karlsruher Bäder, die ihre vier Freibäder an diesem Samstag öffnen, und (offenkundig zu Recht) auf eine rechtzeitige Aktualisierung der Corona-Verordnung vertraut haben, wollte man in Stuttgart das Risiko nicht eingehen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen wäre es nicht zu verantworten gewesen, die Vorbereitungen ohne gesicherte Grundlage zu starten, so Böhm. Er verweist darauf, dass das Defizit der Bäderbetriebe schon in Vor-Corona-Zeiten bei 15 Millionen Euro im Jahr lag. Allein die Umsatzausfälle wegen der Schließung betrügen drei Millionen Euro.

Beschwerden von Dauerkartenbesitzern

Das Land verknüpft die Öffnung der Bäder mit der Einhaltung der Hygienerichtlinien. So sieht die Verordnung unter anderem vor, dass die Anzahl der Badegäste auf Liegewiesen und im Becken beschränkt werden muss – die Mindestabstände sind einzuhalten. Wie viele Badegäste eingelassen werden dürfen, hängt von der Größe der Becken und der Liegeflächen ab. Als Maßgabe gelten zehn Quadratmeter pro Person im Schwimmerbecken, vier Quadratmeter pro Person im Nichtschwimmerbecken sowie zehn Quadratmeter pro Person auf der Liegewiese. Beim Schwimmen müssen Einbahnsysteme eingeführt werden – jede Bahn darf bei einer Länge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Warteschlangen sollen vermieden werden. Auch sieht die Verordnung vor, dass möglichst Einzelkabinen zum Umkleiden genutzt werden. Maximal drei Personen auf 20 Quadratmeter dürfen in den Duschraum.

In Stuttgart ist man froh, endlich Klarheit zu haben – wobei man diese lieber schon früher gehabt hätte, dann hätte man auch früher aufmachen können. So soll das Unverständnis bei manchen Stammgästen groß sein, weil sie nicht verstehen können, warum es nicht am Samstag schon los geht. Der Bädersprecher berichtet, dass bei ihnen zahlreiche Beschwerden eingegangen seien.

Fürs E-Ticket-System kann man sich schon registrieren

„Es wird keine normale Freibadsaison werden“, stellt Böhm klar. Man prüfe gerade die Auflagen und rechne aus, wie viele Gäste in die unterschiedlich großen Freibäder dürfen und ob sich die Zahlen mit den eigenen Vorplanungen decken. „Wir starten erst mal mit halber Kraft“, so Böhm. Will heißen: Die erlaubte Besucherzahl wird noch einmal halbiert, um Erfahrungswerte zu sammeln. Die Sprungtürme und Rutschen würden vorerst nicht freigegeben, um das Personal nicht zu überlasten.

>>Klicken Sie sich durch die Bildergalerie: So bereiten sich die Bäder in der Region auf den Saisonstart vor<<

Spontanbesuche im Bad sind in dieser Saison nicht möglich. Der Eintritt muss vorher online gebucht werden. Für das E-Ticket-System kann man sich bereits im Internet auf der Seite der Bäderbetriebe regis­trieren. Es werde rechtzeitig vor dem Start freigeschaltet, so Böhm. Das Ticket erhält man in Form eines QR-Codes, mit dem man ins Bad kommt. So sollen Warteschlangen vermieden werden.

Buchung immer nur für ein Zeitfenster am Tag

Bis zu drei Tage im Voraus wird man Tickets kaufen können – immer für eines von zwei Zeitfenstern à fünf Stunden. Es ist möglich, Familienmitglieder mit zu registrieren. Über einen Account können bis zu fünf Tickets für die fünf Stunden am Tag gekauft werden. Großfamilien mit mehr als drei Kindern sollten das also beachten – hier müssten zwei Erwachsene die Tickets kaufen. Eine Buchung ist an allen freigeschalteten Tagen jeweils für ein Zeitfenster möglich – also an bis zu drei Tagen in Folge. Von 7 bis 12 Uhr unter der Woche beziehungsweise 9 bis 14 Uhr am Wochenende wird Stand jetzt das erste Zeitfenster sein. Nach der Reinigung beginnt um 15.30 Uhr das zweite Zeitfenster – die Bäder schließen um 20.30 Uhr.

Was ist mit den Dauerkarten? An diesem Donnerstag ist die Entscheidung gefallen, dass Dauerkarten in dieser Saison nicht nutzbar sein werden. Sie könnten zurückgegeben werden, die Kosten würden erstattet, so Böhm. Er kann aber auch eine gute Nachricht verkünden: Trotz der wirtschaftlichen Lage wird der Eintritt mit Einzelticket günstiger. Es werde nur der Abendtarif fällig (3,30 Euro, 1,90 Euro ermäßigt). Für Kinder unter sieben Jahren und Begleitpersonen von Menschen mit Behinderung müssen Null-Euro-Tickets gelöst werden.




Unsere Empfehlung für Sie