Landesmeisterschaften im Kraftdreikampf Rekordverdächtige Auftritte in der Zeppelinhalle

Konzentriert: Die Scheibenschieber beim Kniebeugen von Linda Kaltschmid. Foto: Michael Käfer

Bei den Landesmeisterschaften im Kraftdreikampf kämpfen 55 Athleten um die Medaillen. Alexander Rappold vom SV Fellbach gelingt ein Bankdrück-Rekord.

Wenn die Musik etwas lauter ist als gewöhnlich und im Vorrat des Cateringteams die Energydrinks nicht fehlen dürfen, dann findet in der Zeppelinhalle meistens ein Wettkampf der im SV Fellbach versammelten Kraftdreikämpfer statt. Am Samstagmorgen ab 7.30 Uhr waren es die baden-württembergischen Meisterschaften der Jugendlichen, Junioren und Senioren, die 55 Schwerathleten nach Fellbach lockten.

 

Rund 40 Helfer

Rund 40 Helfer hatten die vor wenigen Wochen neu ins Amt gewählte Technische Leiterin Carolin Kröner und ihr Stellvertreter Markus Ludwig um sich geschart. „Es war ein langer Tag, der sich aber definitiv gelohnt hat“, sagte die 24-Jährige, die im Hauptberuf als Entwicklungsingenieurin bei einem Automobilhersteller arbeitet. Dass ihr erster in verantwortlicher Position veranstalteter Wettkampf zum Erfolg wurde, schreibt Carolin Kröner auch dem Engagement von Athleten wie Alexander Rappold zu: „Er hat schon am Freitagabend beim Aufbau geholfen und nach seinem Wettkampf als Scheibenschieber.“ Dazwischen gewann der Mann vom SV Fellbach nicht nur seine Juniorenklasse bis 74 Kilogramm , sondern stellte in der zweiten Teildisziplin, dem Bankdrücken, mit 145 Kilogramm zugleich einen neuen baden-württembergischen Rekord auf. Zusammen mit 200 Kilogramm im Kniebeugen und 250 Kilogramm im abschließenden Kreuzheben steht für ihn eine Dreikampfleistung von 595 Kilogramm in der Ergebnisliste. Zugleich blieb Alexander Rappold mit 435,21 Punkten der Zweitbeste aller männlicher Starter.

Joel Ray ganz stark

Mit Joel Ray war lediglich ein Kraftdreikämpfer – und zugleich ein Vereinskollege vom SVF – noch etwas besser und erreichte 455,39 Punkte. In der stark besetzten Klasse bis 93 Kilogramm übertraf niemand den eher schlank gebauten Athleten und Joel Ray konnte als einziger Heber des Wettkampfs mit einer Gesamtlast von 715 Kilogramm die 14-Zentner-Marke übertreffen. Grundlage für den Erfolg des Juniors war ein überragendes Ergebnis im Kreuzheben von 310 Kilogramm – bemerkenswerterweise ist es die einzige Teilübung, in der Joel Ray nicht den Landesrekord der Jugendlichen hält.

Einige Gewichtsklassen waren jedoch nicht so stark besetzt wie die von Alexander Rappold oder Joel Ray und somit konnte mancher Athlet und manche Athletin den Titel ohne Konkurrenz mit nach Hause nehmen. Unter den 17 Startern des SV Fellbach, von denen zehn eine Goldmedaille gewannen, traf das auch auf Linda Kaltschmid in der Klasse über 84 Kilogramm zu, was ihre Leistungen jedoch nicht schmälert. Die 17-Jährige gewann nicht nur die Relativwertung der weiblichen A-Jugend, sondern belegte zudem in der Endabrechnung aller Starterinnen Rang drei. Mit 442,5 Kilogramm hob die zweifache deutsche Rekordhalterin das zweitschwerste Dreikampfgewicht aller Teilnehmerinnen. Die Leistungsentwicklung der ehemaligen Schwimmerin ist umso beachtlicher, als die Frau aus Aspach erst seit März 2022 gezielt Kraftdreikampf betreibt. „Du wirst schnell stark“ hatten ihre Sportkollegen beim gemeinsamen Krafttraining bemerkt, weshalb der Wechsel zum Kraftdreikampf naheliegend war.

„Die neuen Technischen Leiter machen das gut“, bilanzierte Joachim Schmid, der Referent für Kraftdreikampf im Baden-Württembergischen Gewichtheberverband die Wettbewerbe. Zugleich Kampfrichterobmann integrierte der 58-Jährige eine Kampfrichterprüfung in die Titelkämpfe, die alle acht Anwärter bestanden.

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