Landesmesse in Stuttgart Die Messe-Pläne wurden ein Fall für die Gerichte

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1997 und 1998 dann machen die Messeplaner und die Finanziers (Land, Verband Region Stuttgart und Landeshauptstadt) Nägel mit Köpfen. Dem Finanzierungskonzept, das von Baukosten in Höhe von rund 511 Millionen Euro ausging, folgte die Gründung der Projektgesellschaft Neue Messe mit dem früheren Esslinger Rathauschef Ulrich Bauer als Geschäftsführer. Schließlich verabschiedete der Landtag das sogenannte Landesmessegesetz, das den Bau zum Infrastrukturvorhaben deklarierte und so die Voraussetzung für Grundstücksenteignungen schuf.

Den Architektenwettbewerb für die Hallen gewann 1999 das Büro Wulf & Partner – heute Wulf Architekten. Im gleichen Jahr wies der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof eine Normenkontrollklage der Standortgemeinde gegen das Landesmessegesetz ab. Es folgte ein Prozessmarathon, an dessen Ende Leinfelden-Echterdingen mit leeren Händen dastand. 2003 erließ das Regierungspräsidium den Planfeststellungsbeschluss – der Hallenbau konnte beginnen. Bis dahin mussten die Planer die Kosten auf 806 Millionen Euro korrigieren.

2004 folgte dann das letzte Angebot an die sechs betroffenen Landwirte und die Stadt: 35 Millionen Euro sollen in Lärmschutz und ökologische Ausgleichsmaßnahmen fließen, wenn diese einem Verkauf ihrer Grundstücke zustimmen. Doch Bauern und Stadträte lehnten erneut ab.

Im Sommer des gleichen Jahres passierte dann das, was je nach Standpunkt heute noch als Wendepunkt oder als „Verrat“ bezeichnet wird. Der inzwischen verstorbene Landwirt Walter Stäbler, bis dato Wortführer der aufmüpfigen Filderbauern, nahm das Kaufangebot der Landsiedlung an und gab seinen Hof in Echterdingen auf. Daraufhin zerbröselt die Front der Messegegner. Die Stadt und die fünf verbliebenen Bauern ziehen ihre Klagen ebenfalls zurück und geben ihren Widerstand auf .

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