Vom 16. bis zum 18. Januar wird der Faschingsverein „die Filderer“ das Landesnarrentreffen in Leinfelden-Echterdingen ausrichten. Was ist geplant? Ein Überblick.
Ho-Lei, Ho-Lei, Ho-Lei! Spätestens Mitte Januar wird der Narrenruf der Filderer wieder in Leinfelden-Echterdingen erklingen – vielleicht sogar etwas lauter als sonst. Der Fasnetsverein hat dreifach Grund zu feiern: 60 Jahre Vereinsgeschichte, verbunden mit dem 43. Landesnarrentreffen des Landesverbands Württembergischer Karnevalvereine und dem 29. BDK-Freundschaftstreffen, kurz für Bund Deutscher Karneval. Zu diesem Anlass wird die ganze Stadt auf den Kopf gestellt.
Was ist das Landesnarrentreffen? Das Landesnarrentreffen wird Jahr für Jahr im Wechsel von verschiedenen Vereinen im Auftrag des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine organisiert. „Man bewirbt sich dafür“, erklärt Markus Schumann, der Präsident der Filderer aus Leinfelden-Echterdingen, die für 2026 ausgewählt wurden. Im Zentrum stehe das Brauchtum. Im vergangenen Jahr wurde die Großveranstaltung von den Schmeia-Hexa Straßberg ausgerichtet, im Januar 2027 sind dann die Donner-Hexen aus Stuttgart-Mühlhausen am Drücker.
Was wird geboten? Das kommende Landesnarrentreffen steigt vom 16. bis zum 18. Januar. Normalerweise dauert es zwei Tage, sagt Markus Schumann, „doch wir ziehen es richtig auf“. Los geht es am Freitag mit der Kostüm-Prunksitzung in der Filderhalle, am Samstag steigen dort dann gleich zwei Feten: die Narrenparty mit einer Liveband sowie eine Silent-Party, bei der die Musik – man kann aus unterschiedlichen Genres wählen – aus dem Kopfhörer kommt. Zuvor stehen am Samstag um 12 Uhr ein Empfang der Ehrengäste und ab etwa 14 Uhr das Stellen des Narrenbaums auf dem Neuen Markt an. „Allein da wirken schon 30 Vereine mit“, sagt Markus Schumann.
Was ist der Höhepunkt? Der Höhepunkt des Landesnarrentreffens wird der Umzug am Sonntag, 18. Januar, sein. „Der ist einmalig und den wird es in der Form nicht mehr geben“, betont Markus Schumann. 104 Vereine mit mehr als 6000 Aktiven werden hierzu angekündigt. Hinzu kommen Zigtausende Zuschauerinnen und Zuschauer. „Wir rechnen mit etwa 20 000“, sagt er. Markus Schumann spricht von der größten Veranstaltung, die Leinfelden-Echterdingen bislang in Sachen Fasnet gesehen habe. Starten soll das bunte Treiben um 13.33 Uhr an der Echterdinger Straße, von dort geht es über die Bahnhofstraße zum Narrendorf an der Filderhalle. Hier soll nach dem Ende des Umzugs weitergefeiert werden, ebenso im nahen Schwabengarten. Und auch eine Warm-up-Party samt DJ wird es geben, sie steigt ab 11 Uhr auf dem großen Goldäcker-Parkplatz.
Wer darf mitfeiern? Allein zur Prunksitzung werden sich um die 1000 Personen in der Filderhalle einfinden, die Tickets sind bereits seit Juli ausverkauft. Mehr Glück sollten Feierwütige am Samstag haben, denn für die Doppelparty in der Filderhalle gibt es noch Karten (Verkauf über die Homepage des Vereins). Außerdem sollen laut Markus Schumann Karten für die Abendkasse zurückgehalten werden. Viele Veranstaltungen, etwa das Narrenbaumstellen oder der Umzug, können kostenfrei von jedermann verfolgt werden.
Wie soll Chaos vermieden werden? Landesnarrentreffen, parallel die CMT: In Leinfelden-Echterdingen wird es Mitte Januar extrem voll werden. Die Filderer arbeiten laut Markus Schumann aktuell mit der Stadt an einem Sicherheitskonzept. Der Verkehr muss geregelt werden – inklusive Sperrungen und Umleitungen. Der Filderer-Präsident berichtet von Gesprächen mit ortsansässigen Unternehmen, die bereits zugestimmt hätten, ihre Parkplätze zur Verfügung zu stellen. Ein Busparkplatz soll nach seinen Informationen auf dem Renault-Gelände eingerichtet werden. Markus Schumann verweist zudem auf die Stadtbahn U6 als öffentliche Alternative, „da ist die Stadt schon auf die SSB zugegangen“.
Wie soll das alles gestemmt werden? Das Landesnarrentreffen wird eine große logistische Herausforderung, die Planungen laufen bei den Filderern seit einem Jahr. Allein das Helferteam musste etwa 200 Arbeitsschichten besetzen, erklärt Markus Schumann. Nur die Vereinsmitglieder können das nicht stemmen. „Wir brauchen viele Freunde, Aktive, Eltern, die Hand anlegen.“
Wie geht es danach weiter? Nach dem Landesnarrentreffen ist die Kampagne der Filderer noch längst nicht beendet. Der Verein wird danach noch zwei seiner traditionellen Veranstaltungen ausrichten: die Schlagerparty am 23. Januar und den Kinderfasching am 25. Januar. Beides findet ungewöhnlich früh statt, weil laut Markus Schumann ab dem 1. Februar die Filderhalle saniert wird.