Landesparteitag der Grünen Kretschmanns best friend
Der Ministerpräsident kann sich durch die Polemiken von FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke bestätigt fühlen, kommentiert StZ-Autor Reiner Ruf.
Der Ministerpräsident kann sich durch die Polemiken von FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke bestätigt fühlen, kommentiert StZ-Autor Reiner Ruf.
Stuttgart - Wie heißt der treueste Helfer der Grünen? Hans-Ulrich Rülke. Mit seiner Polemik gegen die Neuauflage des grün-schwarzen Bündnisses erfüllt der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag die Erwartungen. Die Grünen brandmarkt der frustrierte Rülke als Verbotspartei, die Christdemokraten verspottet er als Kapitulanten, die sich unter Aufgabe aller Prinzipien Pöstchen und Dienstwagen sichern wollen. Letzteres ist eine Retourkutsche. Hatte sich doch Rülke von der CDU im Wahlkampf Pöstchenjägerei vorwerfen lassen müssen, weil er eine Ampelkoalition ansteuerte.
Natürlich verfolgt der Pforzheimer wie immer ein taktisches Kalkül: Er fischt nach CDU-Anhängern, denen die Anbiederung des CDU-Landeschefs Thomas Strobl bei den Grünen gegen den Strich geht. Dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ist das willkommen. Mit seiner Entscheidung, weiter mit der CDU zu regieren, hat er einen beträchtlichen Teil seiner Partei vor den Kopf gestoßen. Jetzt kann sich Kretschmann in seinen Vorbehalten gegen Rülke und die FDP bestätigt fühlen. Dabei hatten die Freidemokraten Kretschmann vor der Koalitionsentscheidung noch Honig ums Maul geschmiert. Woraus sich erhellt, dass Taktiererei allein in der Politik nicht zum Erfolg führt.