Es ist das höchste Funktionärsamt, das der Sport im Land zu bieten hat. Noch bis zum 16. Juli steht Elvira Menzer-Haasis als Präsidentin an der Spitze des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSVBW). Dann ist auf der Mitgliederversammlung in Offenburg Schluss für die 62-Jährige aus Albstadt. Bereits seit Januar ist bekannt, dass sie nicht mehr kandidiert.
Bürgermeister in Sersheim
Ein heißer Kampf um den Chefposten deutet sich nicht an. Bisher hat nur ein möglicher Nachfolger seinen Hut in den Ring geworfen: Jürgen Scholz, seit 32 Jahren Bürgermeister in Sersheim, seit 18 Jahren Präsident des Württembergischen Leichtathletikverbandes (WLV) und auch Vorsitzender des Präsidialausschusses Leistungssport (PauLe) im LSV, im dem über die Verteilung der Leistungssportförderung an die Fachverbände entschieden wird.
„Reizvolle Aufgabe“
„Dem LSV vorzustehen wäre ein reizvolle Aufgabe, die ich gerne übernehmen würde“, bestätigt der 61-jährige Ex-Sprinter gegenüber unserer Redaktion. Andere Kandidaten sind bislang nicht bekannt. Was ungewöhnlich ist beim Blick in den Rückspiegel. Bei der Wahl vor sechs Jahren für die Nachfolge von Dieter Schmidt-Volkmar setzte sich Menzer-Haasis im Duell mit Thomas Halder durch.
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Auch sonst kam es in der Vergangenheit unter den Lobbyisten aus den drei Sportbünden in Baden und Württemberg oft zu einer Kompetenzrangelei. Die Machtgelüste einiger Funktionäre fanden bisweilen mehr Berücksichtigung als das berechtigte Interesse der Sportsfreunde im gesamten Land.
Netzwerk in die Ministerien
Menzer-Haasis führt die höchste politische Vertretung von 84 Sportfachverbänden, 11 274 Vereinen und 3,8 Millionen Mitgliedern mit ruhiger Hand und moderaten Tönen noch bis Juli. Vor allem ihr Netzwerk in die Ministerien half ihr bei der Arbeit zum Wohle des Sports. „Mir war und ist die inhaltliche Fortentwicklung des Sports in Baden-Württemberg wichtig“, betont die LSVBW-Präsidentin, die unter anderem mit dem Abschluss des Solidarpakts Sport IV und der Umsetzung der Leistungssportreform punkten konnte. Ob nun Scholz oder doch jemand anderer das Rennen um die Nachfolge macht, die Person übernimmt ein verantwortungsvolles Amt mit Renommee und Einfluss.