Landesstraße Backnang – Mundelsheim Am Autobahnzubringer droht bald Stau

Die viel befahrene Landesstraße wird zwischen Krähenbach- und Hartwaldkreuzung im Sommer saniert. Foto: Gottfried Stoppel

Weil die Aufstufung der Strecke zwischen Backnang und Mundelsheim zur Bundesstraße und damit der dreispurige Ausbau noch in den Sternen steht, wird jetzt im Sommer erst mal saniert.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Backnang/Aspach - Sie zählt mit bis zu 33 000 Fahrzeugen pro Tag zu einer der meistbefahrenen Landesstraßen in Baden-Württemberg, und ihr Ende als solche ist eigentlich längst ausgemacht. Die L 1115 zwischen Backnang und Mundelsheim, der einzige mehr oder weniger direkte Autobahnzubringer im Rems-Murr-Kreis, soll zur Bundesstraße aufgestuft werden. Das hat der Bund vor nunmehr zweieinhalb Jahren signalisiert und damit die Hoffnungen auf einen baldigen Ausbau der Strecke genährt.

 

Die Übergabe in die Regie des Bundes stockt

Doch mit der versprochenen dritten Spur wird es wohl so schnell doch nichts. Weil die Übergabe in die Regie des Bundes offenkundig stockt, soll nun eine wegen des bevorstehenden Ausbaus zunächst geschobene, aber dringend notwendige Sanierung in den kommenden Sommerferien angegangen werden. Auf dem 6,3 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen der Rampe zur B 14 bei Backnang und der Hartwaldkreuzung bei Kleinaspach wird die Fahrbahndecke erneuert. Die Bauarbeiten werden von Ende Juli bis voraussichtlich Anfang September durchgeführt, bestätigt das Regierungspräsidium auf Nachfrage – in drei Bauabschnitten, jeweils unter Vollsperrung. Die Arbeiten seien bereits ausgeschrieben, derzeit werde die Vergabe vorbereitet. Die Behörde werde in einer Pressemitteilung rechtzeitig über die Baumaßnahme und auch über die Umleitungsstrecke informieren, heißt es.

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Die Maßnahme, die mehr als sechs Millionen Euro kosten wird, impliziert freilich auch, dass der Ausbau der Straße noch ziemlich in den Sternen steht. Der Bund hatte vor der Ernennung zur Bundesstraße noch Unterlagen aus der Landeshauptstadt angefordert. Doch diese lägen längst vor, sagt der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer und versichert, dass seine Behörde ihre Hausaufgaben gemacht habe. Bereits Anfang des Jahres hatte unsere Zeitung auf Nachfrage eine ähnliche Antwort aus dem Landesverkehrsministerium erhalten: „Eine abschließende Entscheidung des Bundes zu den aus Sicht des Landes dem Bund vollständig vorliegenden Unterlagen steht trotz mehrmaliger Nachfragen noch aus“, hieß es im Januar.

Woher die Funkstille rührt, darüber kann auch der Regierungspräsident nur spekulieren. Möglicherweise sähen ein paar der Entscheidungsträger einen Zusammenhang mit Plänen für einen Nordostring. Einen solchen will der Behördenchef jedoch nicht herstellen. Der Ausbau der Straße sei „zentral wichtig“ und von einem möglichen Ringschluss losgelöst zu betrachten, meint Reimer.

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Eine unverzügliche Umsetzung sei aber auch nach einer positiven Entscheidung des Bundes zur Straßenaufstufung nicht zu erwarten, dämpft Stefan Heß, der Leiter der Abteilung Mobilität, Verkehr und Straßen beim Regierungspräsidium, die Erwartungen. Zwar liege aus früheren Zeiten eine Ausbauplanung vor, diese aber nur für den mittleren Abschnitt und auf eine Landesstraße bezogen. Nun sei eine neue Gesamtplanung nötig, welche den Regelwerken entspreche, die für Bundesfernstraßen gültig seien. Und nicht zuletzt müssten die Kosten neu kalkuliert werden.

Rathauschefin regt neue Trassenführung an

Die Aspacher Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff hat dem Regierungspräsidenten und seinem Abteilungsleiter bei einem unlängst vom Landratsamt organisierten Vor-Ort-Termin deshalb noch die Anregung mit auf den Weg gegeben, im Zuge der Neuplanung einen etwas alternativen Verlauf der Trasse zu prüfen. Dieser könnte nach Auffassung der Rathauschefin lärmgeplagte Anwohner entlasten und Möglichkeiten für die Erweiterung eines Gewerbegebiets eröffnen. Der neue Backnanger Oberbürgermeister Maximilian Friedrich hingegen mahnte, die schon jetzt stark belastete Krähenbachkreuzung nicht aus dem Blick zu verlieren.

Erfreuliche Kunde erhielt der neue Backnanger Verwaltungschef hingegen nur einen Tag später bei einem anderen Vor-Ort-Termin in Sachen B 14. Steffen Bilger, CDU-Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, habe mitgeteilt, dass das Ministerium einen Vorschlag der Stadt aufgreifen und den weiteren Ausbau der Bundesstraße in drei Stufen aufteilen werde, heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Dadurch könne der mittlere Bauabschnitt von der Anschlussstelle Backnang-Mitte bis zur Krähenbachkreuzung bereits in den Bundeshaushalt 2022 eingestellt und nach der Freigabe der notwendigen Finanzmittel begonnen werden.

Nun aber wird die Autofahrer in den Sommerferien erst mal der Streckenabschnitt zwischen der B-14-Abfahrt und Kleinaspach ausbremsen. Die Belagsarbeiten und die damit verbundenen Umleitungen dürften zu einigen Verkehrsbehinderungen führen.

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