Landesweite Übung für Rettungshunde Lebensretter auf vier Beinen
DRK-Rettungshunde aus dem ganzen Land üben im Kreis Böblingen und darüber hinaus.
DRK-Rettungshunde aus dem ganzen Land üben im Kreis Böblingen und darüber hinaus.
115 geprüfte Rettungshunde aus ganz Baden-Württemberg trafen sich am Freitag und Samstag im Kreis Böblingen zur landesweiten Übung der Rettungshundebereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Leitzentrale der Veranstaltung, die in dieser Größenordnung nur alle paar Jahre stattfindet, war die Sandäckerhalle in Steinenbronn, wo die achtköpfige Einsatzleitung das Geschehen koordinierte. Geübt aber wurde in der gesamten Umgebung bis hin nach Weil der Stadt und sogar in Nagold.
23 Suchgebiete mit ganz unterschiedlichen Szenarien hatten die Organisatoren der DRK-Rettungshundestaffel Sindelfingen in der näheren und weiteren Umgebung vorbereitet. Eine davon im alten BGB-Gebäude bei der Böblinger Mineraltherme Böblingen. Hier hatte die DRK-Bergwacht aus Esslingen das Kommando. Weil angenommen wurde, dass das Treppenhaus eingestürzt ist, mussten Hund und Frauchen oder Herrchen mittels eigens aufgebauter Seilbahn von einem Haus zum anderen abgeseilt werden und außerdem Personen - zwei von vielen anderen freiwilligen „Opfern“ - im dunklen Gebäude aufgespürt. So schwebte Mischling „Wodka“ mit Frauchen vom zweiten Stock ins Erdgeschoss gegenüber und wurde dort schon freudig schwanzwedelnd von seinen Artgenossen erwartet.
„Manchmal sind dabei die Einsatzführer nervöser als die Hunde“, weiß Schadensgebietsleiterin Iris Müller von der Rettungshundestaffel Stuttgart. Mit ihrer Hündin „Effi“ ging sie anschließend auf Vermisstensuche. Mehrere Zimmer erkundete ihr noch in der Ausbildung befindlicher Bouvier des Ardennes und zeigte dann zielstrebig mit Verbellen den im Schrank befindlichen Mimen Tobias Gorhan vom DRK-Ortsverein Holzgerlingen/Altdorf an. Aber das war nur ein Szenario von vielen: Bei Steinenbronn wurden „Vermisste“ im Wald gesucht, in Weil der Stadt auf dem Gelände einer Baufirma zwischen Baggern und anderen Gerätschaften und in Nagold in einem Steinbruch.
Die komplexe Übung vorzubereiten war für die Organisatoren um Jana Hahlgans von der DRK-Rettungshundestaffel Sindelfingen und Daniel Bork vom gastgebenden DRK-Ortsverein Steinenbronn, der zusammen mit dem DRK Rutesheim für die Verpflegung der 350 Einsatzkräfte aus 22 teilnehmenden Gruppen sorgte, eine echte logistische Herausforderung. „Mehr als 1000 ehrenamtliche Stunden pro Person im Organisationsteam haben wir aufgewendet“, erklärte Jana Hahlgans. Außerdem glich der Parkplatz neben der Sandäckerplatz einem Campingplatz und wer nicht mit dem eigenen Wohnmobil oder –wagen gekommen war, bekam zwei Nächte lang ein Feldbett in der Halle zu Übernachtung.
Bereits am Freitagabend waren die Lebensretter auf vier Beinen gefordert und am Samstag gaben Tier und Mensch den ganzen Tag an wechselnden Stationen Vollgas. Das gemeinsame Frühstück am Sonntag rundete die erste gemeinsame Übung der DRK-Rettungshundebereitschaft seit acht Jahren ab.