Landgericht Stuttgart Koks-Dealer zwingt Freundin zur Prostitution

Die Vorwürfe gegen den 26-jährigen Angeklagten aus Ludwigsburg am Landgericht Stuttgart wiegen schwer. Das meiste streitet er ab. Und eine Sache will er partout nicht sagen.

Das Landgericht hat sieben Verhandlungstage für den Fall angesetzt. Foto: dpa
Das Landgericht hat sieben Verhandlungstage für den Fall angesetzt. Foto: dpa

Ludwigsburg - Drogenhandel, illegaler Waffenbesitz, Zuhälterei, Körperverletzung sowie Beihilfe zu versuchter Nötigung sowie zu versuchter räuberischer Erpressung – die Liste der Vorwürfe gegen einen 26-jährigen Ludwigsburger ist lang. Sieben Verhandlungstage hat das Landgericht Stuttgart angesetzt, um zu klären, was dieser Mann wirklich getan hat. Die schwerwiegendsten Vorwürfe hat der Angeklagte bereits beim Prozessauftakt mittels seines Verteidigers bestritten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem in Untersuchungshaft sitzenden Mann vor, in Ludwigsburg und Umgebung mit Kokain sowie mit Marihuana gedealt zu haben. Außerdem soll er im Jahr 2016 seine damalige Freundin zur Prostitution gezwungen, ihre Einnahmen eingezogen und sie geschlagen haben. Als sie Anstalten machte, Schluss mit ihm zu machen, soll er gesagt haben, sie sei „seine Hure“ und werde immer „seine Hure“ bleiben.

Schutzgelderpressung bei einer Shisha-Bar?

In einem dritten Fall wird dem Mann vorgeworfen, Helfer in einem Fall von versuchter Schutzgelderpressung zu sein. Dabei geht es um eine Shisha-Bar in Leonberg, deren Besitzer Geld bezahlen sollte, sonst kämen Rocker der Gruppe Red Legions und würden die Bar zerstören. Der Angeklagte soll angeblich Verbindungen zu der mittlerweile verbotenen Straßenbande haben, die sich in Ludwigsburg erbitterte Kämpfe mit den Osmanen Germania liefern.

Zum Auftakt machte der 26-Jährige lediglich Angaben zu seiner Biografie, zur Sache wird er sich in den kommenden Verhandlungstagen äußern. In einer ersten Erklärung, die sein Verteidiger verlas, bestritt der Angeklagte vor allem den Vorwurf, er habe seine damalige Freundin zur Prostitution gedrängt. „Wie kommt diese Person da drauf?“, ließ er über seinen Anwalt fragen. Zu dem Fall der Schutzgelderpressung wollte der Mann keine Angaben machen.

860 Gramm Kokain?

Blieben noch die Vorwürfe des Waffenbesitzes sowie des Drogenhandels: Hier räumte der Angeklagte mehrere Punkte ein, meist solche, bei denen er mit kleinen Mengen Drogen in Ludwigsburg erwischt worden war. Beispielsweise, dass in seinem Schlafzimmer 0,5 Gramm Marihuana und ein Schlagring gefunden wurden oder dass er im Juli 2015 mit drei Plastiktütchen einer geringen Menge Kokain erwischt wurde und die Polizei bei der darauffolgenden Wohnungsdurchsuchung 8,1 Gramm Kokain und 12,4 Gramm Haschisch fand.

Der Angeklagte bestritt allerdings, dass ein in Stein gepresster Kokain-Würfel mit einer Kantenlänge von 14 Zentimetern ihm gehört haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm den Besitz dieser 860 Gramm schweren Menge der Droge vor.

Während der Angeklagte einen Teil der Vorwürfe einräumte, weigerte er sich, zu verraten, woher er die Drogen bezogen hat, beziehungsweise an wen er sie wieder verkauft hat oder verkaufen wollte. Die Verhandlung wird Mitte Juni fortgesetzt.




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