Die Sortieranlage des Landkreises ist aus allen Nähten geplatzt, weil immer Papier angeliefert wird. Jetzt ist sie für 450 000 Euro erweitert worden.

Sindelfingen - Auf der einzigen Wertstoffsortieranlage des Landkreises Böblingen herrscht auch in den Sommerferien Hochbetrieb. Seitdem sie im Jahr 1993 in Betrieb genommen wurde, ist die angelieferte Menge der Recyclingstoffe von ursprünglich 10 000 Tonnen auf mehr als das

 

Vierfache gestiegen. Die Anlage war zuletzt fast aus allen Nähten geplatzt - deshalb hat sie der Landreis nun für 450 000 Euro erweitert. Neue Sortier- und Lagerhallen wurden errichtet und nicht zuletzt auch die Sanitär- und Aufenthaltsräume der Mitarbeiter erneuert und vergrößert.

800 000 Euro Gewinn ausgewiesen

Auf der Anlage des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs in Sindelfingen arbeiten ausschließlich Menschen mit einem Handicap. Es sind elf Beschäftigte der Gärtringer Integrationsfirma Femos, die laut deren Produktionsleiter Richard Breiter zwischen 1200 und 1600 Euro im Monat verdienen und für Millionenumsätze sorgen. Wegen stark gestiegener Papierpreise etwa hatte der Landkreis gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Einnahmeplus von 1,7 Millionen Euro verbucht. „2011 war ein Bombenjahr“, sagt Thomas Koch, der Fachbereichsleiter im Abfallwirtschaftsbetrieb. Im Papiergeschäft griff der Kreis auf Einnahmen in Höhe von 4,5 Millionen Euro zurück.

Die komplette Abfallwirtschaftsbilanz des vergangenen Jahres soll im Herbst veröffentlicht werden. Im Jahr zuvor hatte der Betrieb bei Bilanzsumme von 88 Millionen Euro einen Gewinn von 800 000 Euro ausgewiesen. Laut Satzung darf der Abfallwirtschaftsbetrieb keine Überschüsse erzielen. Sie fließen vor allem in die Rücklagen, die zuletzt auf 75 Millionen Euro gestiegen sind. Sie sollen für Investitionen zum Beispiel für die Abdichtung von Kreismülldeponien verwendet werden. Aber auch die Gebührenzahler sollen profitieren – durch weiterhin stabile Preise.