Schulverweigerung, Perspektivlosigkeit, mangelnde Ausbildungsreife – so vielfältig wie die Schwierigkeiten benachteiligter junger Menschen sind die Lösungsansätze der drei ESF-Plus-Projekte, die der regionale Arbeitskreis des ESF (Europäischer Sozialfonds) für das Jahr 2025 zur Förderung ausgewählt hatte. Bei einem Vor-Ort-Besuch im Dezember haben sich einige Arbeitskreismitglieder persönlich über die Umsetzung der Projekte, deren Erfolge sowie Herausforderungen in der täglichen Arbeit informiert.

Dabei wurde deutlich: Die Gründe für Schwierigkeiten junger Menschen sind individuell sehr unterschiedlich. Kaum ein junger Mensch hat grundlos „keine Lust“ auf Schule, Ausbildung oder berufliche Orientierung. Oftmals haben Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Jugendliche, die in den geförderten Projekten aufgefangen werden, mit komplexen Problemlagen zu kämpfen: Mangelnde Unterstützung des Elternhauses, zum Beispiel aufgrund von Scheidung, Tod eines Elternteils oder Suchterkrankung, eigene schwerwiegende psychische oder körperliche Erkrankungen, Angststörungen, Migrations-, Flucht- oder Gewalterfahrungen, Mobbing oder Armut sind nur einige der Gründe, die Jungen und Mädchen stark belasten und in ihrem Schulerfolg gefährden können.

 

Projekte Oktopus, Zag und AVdual mit regionalen ESF-Plus-Mitteln gefördert

Folgende Projekte sind 2025 mit regionalen ESF-Plus-Mitteln gefördert und im Dezember von Mitgliedern des ESF-Arbeitskreises sowie der Beratungsstelle für die ESF-Arbeitskreise beim baden-württembergischen Landkreistag besucht worden: Oktopus – ein individuelles, bedarfsorientiertes und flexibles Unterstützungsangebot für von Schulverweigerung und Schulversagen betroffene Schülerinnen und Schüler –, Zag, das marginalisierten jungen Menschen durch die Entwicklung eigener Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug dabei hilft, eine sinnstiftende Perspektive zu gewinnen, sowie AVdual, das Jugendliche an beruflichen Schulen mit dem Ziel begleitet, einen Ausbildungsplatz zu finden.

„Jeder junge Mensch verdient eine Chance auf Bildung und Teilhabe“

Christos Vavouras, Sozialdezernent des Landkreises Ludwigsburg und zugleich Vorsitzender des regionalen ESF-Arbeitskreises, bedankt sich ausdrücklich bei den Projektverantwortlichen für den intensiven Einblick, die Gelegenheit zum Austausch mit Projektteilnehmenden sowie die geleistete Arbeit zugunsten junger Menschen mit Startschwierigkeiten: „Jeder junge Mensch verdient eine Chance auf Bildung und Teilhabe. Die durch den ESF-Plus geförderten Projekte im Landkreis helfen jungen Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen benachteiligt sind, dabei, diese Chance zu ergreifen und ihren individuellen Weg zu finden.“

Fragen zum ESF-Plus im Landkreis Ludwigsburg und den geförderten Projekten beantwortet die ESF-Geschäftsstelle im Landratsamt Ludwigsburg (Stephanie Mayer, Telefon 07141 144-42052, E-Mail: stephanie.mayer@landkreis-ludwigsburg.de). Neue ESF-Mittel werden wieder

Anfang April ausgeschrieben. Alle relevanten Informationen und Unterlagen finden Interessierte unter https://www.landkreis-ludwigsburg.de/landratsamt-landkreis/kreisverwaltung/dezernat-iv-arbeit-jugend-und-soziales/fb-43-soziales-pflege-und-versorgungsangelegenheiten/ . Neben Projekten zur Förderung junger Menschen beim Übergang Schule-Beruf kommen auch unterstützende Angebote für Langzeitarbeitslose mit besonderen Vermittlungsschwierigkeiten für eine Förderung in Frage.

Hintergrund:

Der ESF Plus ist ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument der Europäischen Union (EU) zur Förderung der Beschäftigung in Europa. Seit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 verbessert er die Beschäftigungschancen, unterstützt Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung, trägt zum Abbau von Benachteiligungen am Arbeitsmarkt bei und bekämpft Armut und soziale Ausgrenzung. Er ist das wichtigste Finanzierungs- und Förderinstrument der EU für Investitionen in Menschen. Bei der bundesweit einmaligen regionalen Förderung wird das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg von den regionalen ESF-Arbeitskreisen unterstützt, die bei den Stadt- und Landkreisen angesiedelt sind und über ein eigenes Mittelkontingent verfügen.

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