Landrat Bernhard zur Hesse-Bahn „Wir sollten nicht auf der Bremse stehen“

Von Florian Mader 

Mit vier Millionen Euro könnte der Landkreis die Hermann-Hesse-Bahn unterstützen. Wie er zu diesem Vorschlag kommt, darüber spricht Landrat Roland Bernhard in diesem Interview.

Im Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn will Landrat Roland Bernhard künftig für die S-Bahn-Verlängerung bis nach Calw  eintreten. Foto: factum/Weise
Im Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn will Landrat Roland Bernhard künftig für die S-Bahn-Verlängerung bis nach Calw eintreten. Foto: factum/Weise

Böblingen - Bei einer Zweckverbandsversammlung ist der Vorschlag vor zwei Wochen öffentlich geworden: Mit 3,9 Millionen Euro könnte sich der Kreis Böblingen an der Hermann-Hesse-Bahn beteiligen. Viele Kreisräte waren erstaunt, dass sie die Nachricht aus der Zeitung erfahren haben, auch der Landrat hat sich das Prozedere wohl anders vorgestellt. Zu dem Vorschlag steht Roland Bernhard aber, wie er jetzt erklärt.

Herr Bernhard, bei der jüngsten Zweckverbandsversammlung der Hesse-Bahn wurde bekannt, dass der Kreis Böblingen die Bahn mit bis zu 3,9 Millionen Euro unterstützen könnte. Was ist der aktuelle Stand der Verhandlungen?
Ich habe diesen Vorschlag unterbreitet, der jetzt im Kreistag behandelt werden muss. Dieser Vorschlag berücksichtigt unsere drei Kernforderungen: Lärmschutz, Vorrang der S-Bahn und Stresstest. Diese Kernforderungen sind erfüllt. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, zu entscheiden, wie wir als Landkreis Böblingen zur Hermann-Hesse-Bahn stehen. Und da schlage ich dem Kreistag vor: Wir leisten die Einmalzahlung von 3,9 Millionen Euro, dann können wir damit im Zweckverband mitsprechen. Wir beteiligen uns aber nicht dauerhaft an den Fahrzeug- und Betriebskosten.
Ursprünglich war geplant, dass der Kreistag darüber am kommenden Montag entscheidet. Warum haben Sie den Punkt von der Tagesordnung wieder heruntergenommen?
Es muss sachlich und atmosphärisch passen. Ich habe im Vorfeld der Sitzungen den Eindruck gewonnen, dass die Fraktionen noch Beratungsbedarf haben. Deshalb habe ich den Punkt von der Tagesordnung genommen. Wichtig waren auch die Verhandlungen mit dem Land Baden-Württemberg zum Härtefallantrag von Weil der Stadt. Ich hatte gehofft, dass es vom Ministerium noch vor der Sommerpause ein Signal gibt. Dies wird aber noch etwas dauern.
Da geht es um die Frage, ob das Land der Stadt Weil der Stadt mehr Zuschüsse für den Brückenbau gibt. Woran hakt es da?
Das wird vom Verkehrsministerium derzeit geprüft. Wir sind in guten Gesprächen, unsere Argumente sind plausibel. Daher bin ich guter Dinge, dass wir nach der Sommerpause ein positives Signal bekommen.
Gibt es einen Plan B? Unterstützt der Landkreis die Stadt Weil der Stadt, wenn es vom Land nicht zusätzliches Geld gibt?
Am Ende braucht es eine Befriedung in Weil der Stadt. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies gelingt, wenn es eine erhöhte Förderung vom Land für die Brücke gibt. Da das Land auch eine politische Verantwortung hat, muss es in dieser Frage „springen“.



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