In der Enz bei Besigheim sind über einen längeren Streckenabschnitt tote Fische entdeckt worden. Das Landratsamt Ludwigsburg teilte am Montagnachmittag mit, dass der Arbeitsbereich Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Ludwigsburg die Behörde über das Fischsterben informiert habe. Mitarbeitende des Landratsamtes stellten daraufhin vor Ort mehrere verendete Fische bis zur Einmündung der Enz in den Neckar fest.
Die Ursache ist bislang unklar. Wasserproben und Fischkadaver werden nun untersucht, um den Grund für das Fischsterben zu klären und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, will das Landratsamt informieren.
Industrieabwasser und Gülle
Der Fall und die Kommunikation des Landratsamtes erinnern an das Fischsterben in der Bottwar bei Oberstenfeld von vergangenem August. Damals waren mehrere hundert Meter Fische und Kleintiere verendet. Die Ursache war schnell gefunden: Aus einem Regenwasserrohr eines Industriebetriebs gelangten giftige Stoffe in den Fluss. Ob auch das neuerliche Fischsterben in der Enz menschengemacht ist, bleibt abzuwarten.
Ein weiteres Beispiel für gravierende Folgen menschlicher Unachtsamkeit ereignete sich ebenfalls im vergangenen Jahr bei Sersheim. Aus einer Biogasanlage traten rund 50 Kubikmeter Gülle aus und gelangten in die Metter. Der Angelsportverein Bietigheim/Enz sprach von einem „Totalverlust“ in einzelnen Flussabschnitten: Hunderte Fische sowie noch mehr Kleintiere, darunter Krebse, verendeten.
Doch nicht immer ist ein Schadstoffeintrag die Ursache. Ende August folgte ein weiteres Fischsterben, diesmal im Fleischlesee bei Vaihingen-Ensingen. Der Bezirks-Fischereiverein Vaihingen an der Enz meldete rund 100 tote Fische. Verantwortlich war Sauerstoffmangel. Der See wird normalerweise durch den Glattbach, auch Brünnlesbach genannt, gespeist. Dieser war jedoch vollständig ausgetrocknet und konnte kein Frischwasser mehr liefern.
Hintergrund ist laut BUND Kreisverband der sinkende Grundwasserspiegel: Je niedriger er ist, desto mehr Wasser versickert aus Flüssen und Bächen – mit teils dramatischen Folgen für die Tierwelt.