Landratswahl in Ludwigsburg Ein klarer Sieg wird erwartet

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Am Freitag wählen die Ludwigsburger ihren Landrat. Es gibt nur einen Kandidaten: Rainer Haas. Seine Landtagsfraktion steht hinter ihm.  

Landrat Haas (hier im Jahr 2004) ist der einzige Kandidat. Foto: Weise
Landrat Haas (hier im Jahr 2004) ist der einzige Kandidat. Foto: Weise

Ludwigsburg - Von der Gelassenheit des Alters zu sprechen wäre vermessen. Schließlich ist der Ludwigsburger Landrat Rainer Haas erst 54. Dennoch schaut der Kreischef ganz ruhig auf den Freitag. Dann steht er zur Wiederwahl. Dass er im Amt bestätigt wird, ist sicher. Denn er ist ohne Konkurrenz. 50Jastimmen der 98 Kreisräte benötigt der parteilose Doktor der Rechte und Philologie. Dann ist er für eine dritte, acht Jahre dauernde Amtszeit gewählt. Nur einzelne Neinstimmen und Enthaltungen sind zu erwarten. Bei der Wiederwahl 2003 haben 76Kreisräte für Haas votiert, acht stimmten mit Nein, sieben Enthaltungen gab es. Sieben Kreisräte fehlten. Ein ähnlich gutes Ergebnis (83,5Prozent) ist am Freitag bei der Abstimmung im Landratsamt zu erwarten. Denn der Rückhalt in den Fraktionen ist seither eher gewachsen denn geschrumpft.

Auch die CDU-mit 29 Sitzen größte Fraktion im Kreistag-ist mit Haas' Bilanz zufrieden. "Wenn wir etwas zu beanstanden gehabt hätten, wäre es nicht schwer gewesen, einen Gegenkandidaten zu finden", sagt der Fraktionschef Manfred Hollenbach. Dass niemand gegen den Amtsinhaber antreten wolle, sei das sichtbarste Zeichen, welch gefestigte Position Haas habe.

"Politisch enttäuscht"

Selbst der Remsecker Oberbürgermeister Karl-Heinz Schlumberger will als CDU-Kreisrat "die Gesamtzeit würdigen, alles andere wäre unfair." Er gilt zurzeit als einer der schärfsten Haas-Kritiker. Er ist von Haas "persönlich enttäuscht", weil sich der Landrat entgegen bisheriger Aussagen gegen den 36-Millionen-Euro-Tunnel in Remseck-Hochberg ausgesprochen habe. "Er macht einen guten Job", heißt es von den Fraktionsspitzen der Freien Wähler (26 Sitze), der SPD (18), der Grünen (13), der FDP (9) und der Linken (2). "Die Republikaner" haben einen Sitz. Haas bekommt allseits Lob für seine Kompetenz und seinen Fleiß. "Er ist ein guter Brückenbauer", sagt Barbara Bader, Vizefraktionschefin der Grünen. Er versuche zu argumentieren und zu überzeugen.

Dass nur die Kreisräte den Landrat bestimmen, bewerten die Fraktionsspitzen unterschiedlich. Die neue grün-rote Landesregierung plant, auch Landräte direkt wählen lassen. "Populär, aber nicht sinnvoll", sagt der CDU-Mann Hollenbach. Ein Landrat sei mehr Verwaltungsmann und weniger Politiker. Für die Freien Wähler, die SPD und die Linke in Ludwigsburg ist eine Direktwahl vorstellbar. Der FDP-Fraktionschef Johann Heer sieht in der jetzigen Regelung die Gefahr, dass die Parteien an Einfluss gewinnen und unabhängige Einzelkandidaten wie Haas kaum mehr eine Chance bekommen. Dieses Auffassung teilt auch die Grünen-Rätin Bader. Haas war 1995 im dritten Wahlgang mit nur einer Stimme Mehrheit vor Manfred Hollenbach gewählt worden. Das bürgerliche Lager von CDU und FWV hatte damals blockiert, weil jede Fraktion an ihrem Kandidaten bis zum Schluss festgehalten hatte.

 

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