Landschaftsraum Filder Die Grünbrücken sind noch Zukunftsmusik

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Die Mitglieder des Kommunalen Arbeitskreises Filder wollen im Oktober einen Rahmenplan zum Erhalt des Landschaftsraums Filder in Kraft setzen.

Vertreter der Filderstädte, des Kreisbauernverbandes und des Büros Senner posieren mit Plänen vor einer Eiche, die als Naturdenkmal an einer sogenannten Grünverbindung zwischen Scharnhausen und Neuhausen künftig mehr Beachtung finden soll Foto: Norbert J. Leven
Vertreter der Filderstädte, des Kreisbauernverbandes und des Büros Senner posieren mit Plänen vor einer Eiche, die als Naturdenkmal an einer sogenannten Grünverbindung zwischen Scharnhausen und Neuhausen künftig mehr Beachtung finden soll Foto: Norbert J. Leven

Filder - Seit nunmehr zwei Jahren tüfteln die im Kommunalen Arbeitskreis Filder (KAF) zusammengeschlossenen Städte, Vertreter der Landwirte und die Planstatt Senner an einem ebenso zukunftsweisenden wie diffizilen Papier: Trotz fortschreitender Siedlungsentwicklung soll die Identität der Filder erhalten und stellenweise überhaupt wieder sichtbar gemacht werden. Das Projekt, bereits mehrfach öffentlich präsentiert, nennt sich Landschaftsraum Filder. Es soll nach einer seit einem Jahr dauernden Verfeinerung in einer Sitzung des KAF am 24. Oktober als Rahmenplan verabschiedet werden.

Am gleichen Tag stellen KAF-Repräsentanten und Landschaftsarchitekt Johann Senner das Projekt dem Ministerpräsidenten vor. Natürlich nicht ohne Hintergedanken: Von Winfried Kretschmann erhoffen sie sich eine Türöffnerfunktion, um in den Genuss weiterer Zuschüsse zu gelangen. Ostfilderns Bürgermeister und KAF-Geschäftsführer Rainer Lechner sowie der Erste Bürgermeister von Leinfelden-Echterdingen, Frank Otte, sind guter Dinge, dass dieser neue Versuch einer interkommunalen Kooperation zum Erhalt der Filder erfolgreicher sein wird als seine Vorläufer. Die hatten nie ein konkretes Stadium erreicht.

Starterprojekte beginnen im Herbst

Das sieht nun laut Lechner anders aus, denn noch in diesem Herbst werden mit einem Gesamtbudget von 200 000 Euro, darunter 90 000 Euro Finanzspritze vom Verband Region Stuttgart, sogenannte Starterprojekte in Angriff genommen. Dazu gehören eine acht Kilometer lange Grünverbindung entlang einer Achse vom Scharnhauser Park im Norden zu einem Aussichtspunkt südlich von Neuhausen, die Ausschilderung eines Filder-Radrunde genannten 56 Kilometer langen Radwegs, 500 neue Obstbäume als Ersatz für abgegangene Gewächse und der Start der Filder-Triennale, bei der im Verlauf von Jahren ein Kunstpfad entstehen soll. Als erste Standorte sind das Ostende des Flughafens und das Messeparkhaus im Gespräch. Ein Filder-Markttag ist für den 30. Juni 2013 geplant.

Der Rahmenplan für den Landschaftraum Filder enthält viel Zukunftsmusik, etwa die sieben bis acht Grünbrücken, die nach Vorstellung des Landschaftsarchitekten Johann Senner die Schnittwunden durch die Autobahn und die B 27 heilen könnten. „Diese Heftpflaster sind nicht ganz billig“, sagt Senner, hütet sich aber, eine überschlägige Summe zu nennen. Gleichwohl halten Lechner und Otte diese Grünbrücken nicht für utopisch. Sie könnten über Ausgleichsabgaben – etwa für große Bauvorhaben – finanziert werden. Mit siebenstelligen Beträgen müsse man rechnen, schätzt Lechner. Otte betont, dass „wir aber wegen der Grünbrücken keine Großprojekte an Land ziehen wollen“.

„Ausflügler durch Attraktivität lenken“

Andernfalls wäre man bestimmt wieder mit den Landwirten überkreuz, die mit dem nun vorgestellten Konzept konform gehen. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Michael Zimmermann sagt, warum das so ist: „Weil man diesmal nicht über uns, sondern auf Augenhöhe mit uns geredet hat.“ So seien etwa die Grünverbindungen mit den Bauern so weit abgestimmt, dass die Erholungsfunktion künftig an weniger stark frequentierten Feldwegen gebündelt wird. „Wir wollen die Ausflügler durch Attraktivität, nicht durch Verbote lenken“, sagt Bürgermeister Otte.




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