Heinrich Fiechtner im Stuttgarter Landtag Ex-AfD-Mann tummelt sich auf CDU-Sommerfest

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Der skandalumwitterte Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner mischte sich beim Sommerfest der CDU-Landtagsfraktion unter die Partygäste. Die sagt, er war gar nicht eingeladen. Fiechtner widerspricht: „Ich hatte eine Einladung.“

Der fraktionslose Abgeordnete Heinrich Fiechtner war kein gern gesehen Gast beim Sommerfest der CDU – sagen zumindest einige Partybesucher. (Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat
Der fraktionslose Abgeordnete Heinrich Fiechtner war kein gern gesehen Gast beim Sommerfest der CDU – sagen zumindest einige Partybesucher. (Archivbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Stuttgart - Was hatte der Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner, einstmals AfD, am Dienstag beim Sommerfest der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag zu suchen? Diese Frage stellten sich so einige Partygäste hinter vorgehaltener Hand. Sie meinen, die Anwesenheit des umstrittenen Politikers bei einem weitgehend parteiinternen Fest werfe ein schlechtes Licht auf die Christdemokraten. Zumal vereinzelte Annäherungen einiger CDU-Politiker an die AfD, vor allem im Osten, gerade ein Reizthema sind – auch wenn Fiechtner sich mit der Partei komplett überworfen hat und als fraktionsloser Abgeordneter im Landtag wirkt.

Die Darstellungen, was Fiechtner auf die Party führte, klaffen auseinander. Ein Stuttgarter Stadtrat sagt, er sei „sehr irritiert“ gewesen, als er Fiechtner dort gesichtet hatte. Er habe den Kontakt zu ihm vermieden. Ein Mitglied des Stuttgarter CDU-Kreisvorstands nennt den Besuch des Gastes „unglücklich“. Ihre Namen wollen sie allerdings in diesem Zusammenhang nicht lesen.

Die CDU lügt laut Fiechtner

Die CDU-Landtagsfraktion versichert unterdessen, dass der Gast nicht geladen war. „Heinrich Fiechtner hat keine persönliche Einladung erhalten und stand auch nicht auf der Liste der angemeldeten Gäste“, sagt Marcel Busch, Pressereferent der CDU-Fraktion. Als Abgeordneter könne sich Fiechtner aber frei im Landtag bewegen und müsse so auf der Party gelandet sein. Dort habe man ihn geduldet, da er ja immerhin ein gewählter Volksvertreter sei.

Laut Heinrich Fiechtner war alles ganz anders. „Ich hatte eine Einladung“, sagt er. Wenn die CDU etwas anderes behaupte, lüge sie. Den Abend habe er „mit Freuden“ angenommen und sich „zu keiner Zeit fehl am Platz“ gefühlt, es sei „sehr kurzweilig“ gewesen. Bereits am Einlass habe man ihm einen „wunderbaren Abend“ gewünscht.

Jede Zusammenarbeit ausgeschlossen

Der Abgeordnete geht aber noch weiter. Mit einigen CDU-Landtagsabgeordneten habe er „koalitionäre Gespräche“ geführt. Das sei laut Union allerdings unvorstellbar. Der CDU-Referent Marcel Busch stellt klar: „Für die CDU-Fraktion ist jegliche Form der parlamentarischen Zusammenarbeit mit Herrn Fiechtner ausgeschlossen.“

Heinrich Fiechtner hatte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt, als er neben seiner Tätigkeit noch als Stuttgarter Stadtrat wirkte, musste die Polizei ihn in der letzten Sitzung vor seiner Abwahl aus dem Sozialausschuss begleiten. Er hatte sich einem Saalverweis der Bildungsbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) widersetzt, nachdem er nicht aufhören wollte, zu reden.

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