CDU im Wahlkreis Böblingen Matthias Miller tritt nicht mehr an
Der CDU-Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Böblingen gibt überraschend seinen Rückzug bekannt. Der 34-Jährige will 2026 nicht erneut antreten und führt familiäre Gründe an.
Der CDU-Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Böblingen gibt überraschend seinen Rückzug bekannt. Der 34-Jährige will 2026 nicht erneut antreten und führt familiäre Gründe an.
Paukenschlag im Vorfeld der Landtagswahl Baden-Württemberg, die im Frühjahr 2026 ansteht: Wie unsere Redaktion erfahren hat, will Matthias Miller aus Steinenbronn, seit 2021 CDU-Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Böblingen, nicht erneut antreten. Das hat er auf Nachfrage am Dienstagnachmittag bestätigt.
In einer persönlichen Erklärung lässt er die Zeit im Stuttgarter Landtag Revue passieren. Trotz großer Herausforderungen habe die CDU im Landtag und auch im Wahlkreis viel erreicht.„Ich bin zutiefst dankbar, in den vergangenen Jahren viel erlebt haben zu dürfen“, schreibt der 34-jährige Abgeordnete. „Zugleich bin ich jedoch an einem Punkt angelangt, der mich zu einer Entscheidung zwingt, die mir nicht leichtfällt. Aufgrund persönlicher und örtlicher Entwicklungen in meinem engsten Familienkreis werde ich künftig meine Prioritäten neu gewichten müssen. Meine Familie wird künftig meine ganze Kraft und Aufmerksamkeit benötigen.“
Auf Nachfrage konkretisiert Miller die Motivation für seine Entscheidung und erläutert dass seine Frau und er sich aus beruflichen Gründen in letzter Zeit sehr wenig gesehen hätten. Das habe keine Zukunft – gerade in einem Alter, wo die Familienplanung langsam in den Fokus rücke.
Daher werde er für den 18. Landtag von Baden-Württemberg nicht erneut als Abgeordneter zur Wahl stehen. „Es ist jetzt aus persönlicher Sicht im Interesse meiner Familie der richtige Schritt, die Verantwortung in andere Hände zu geben“, glaubt Matthias Miller, der aber weiterhin in der CDU aktiv sein will.
„Politik ist und bleibt meine Leidenschaft und ich werde auch weiter ein politischer Mensch sein“, ergänzt Miller, der seit 2019 auch im Steinenbronner Gemeinderat sitzt und seit 2021 CDU-Kreisvorsitzender ist. „Als gewählter Repräsentant für den Wahlkreis Böblingen werde ich mein Mandat für die Bürger bis zum Ende der Legislaturperiode mit voller Kraft wahrnehmen.“ Angestoßene Projekte wie etwa die Schließung aller Funklöcher werde er bis zum letzten Tag im Landtag weiter voranbringen. „Im Ehrenamt werde ich mich auch über das Jahr 2026 hinaus kommunalpolitisch und in unserem CDU-Kreisverband einbringen“, schreibt er. Zunächst stehe aber der Wahlkampf zur Landtagswahl im Fokus – wenn auch dieses Mal ohne ihn als Kandidaten.
Heikel ist, dass bereits am Freitag, 11. April, die CDU-Nominierungsveranstaltung für den Wahlkreis Böblingen terminiert ist. Es bleiben also nur vier Wochen, um einen neuen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Landtagswahl 2026 aufzutreiben – zumal wohl kaum jemand bei der CDU mit einem Rückzug Millers gerechnet hat. „Ich bin guter Dinge, dass sich da jemand findet“, zeigt sich Miller optimistisch.
Ob der Nominierungstermin eventuell verschoben werden könnte, müsste der Kreisvorstand in einer außerordentlichen Sitzung entscheiden. Da aber Delegiertenversammlungen auf Bezirks- und Landesebene im Mai folgen, bleibt kaum Spielraum.
Bereits am 4. April wird der CDU-Kandidat im Wahlkreis Leonberg-Herrenberg gewählt. Hier tritt Sabine Kurtz nach 20 Jahren im Landtag nicht wieder an, was sie bereits im Herbst verkündet hatte. Beworben haben sich bislang Swen Menzel (Nufringen), Tobias Pfander, Albrecht Stickel (beide Herrenberg), Dan Martin (Renningen) und Jessica Kläber (Rutesheim).