Landtagswahl 8. März Das sind die sieben Kandidaten im Enzkreis

Die Kandidaten im Enzkreis: oben von links Stefanie Seemann, Nico Gunzelmann, Alexander Steblau, unten von links Erik Schweikert, Michael Hofsäß und Vera Seifert. Es fehlt: Cedric Strauß. Foto: privat

Am 8. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt. Was zeichnet die Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis Enz aus? Ein Überblick.

Wird der Enzkreis weiterhin mit drei Mandatsträgern im Stuttgarter Landtag vertreten sein? Das wird die große Frage bei der Landtagswahl am Sonntag, 8. März, sein. Es treten sieben Direktkandidaten im Wahlkreis an. Dazu dürfen die Wahlberechtigten erstmals einer Partei ihre Zweitstimme geben.

 

Bisher ist der Wahlkreis 44, zu dem 24 der 28 Kommunen des Enzkreises gehören, durch Stefanie Seemann (Grüne), Erik Schweikert (FDP) und Bernd Gögel (AfD). Letzterer tritt aber nicht mehr an.

Grüne: Ein Hattrick für Stefanie Seemann?

Stefanie Seemann sitzt seit 2016 für Bündnis 90/Die Grünen im Landtag und sicherte sich sowohl bei den Wahlen 2016 als auch 2021 das Direktmandat im Enzkreis. Die 66-Jährige wohnt in Mühlacker, sie ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Der Klimawandel stellt für sie die größte Herausforderung dar, der es zu begegnen gilt. Gleichzeitig soll der ländliche Raum lebenswert bleiben, etwa durch bessere Gesundheitsversorgung sowie bessere Versorgung mit Nahverkehr oder Kinderbetreuung. Außerdem sind ihr die Themen Gleichberechtigung und Schutz von Frauen vor Gewalt wichtige Anliegen.

FDP: Erik Schweikert will es erneut wissen

Aller guten Dinge sollen auch bei Erik Schweikert drei sein, der seit 2016 für die FDP im Landtag sitzt. Der 53-Jährige ist zudem Professor für Internationale Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim. Schweikert ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Niefern-Öschelbronn, wo er auch im Gemeinderat sitzt und stellvertretender Bürgermeister ist. Schweikert ist seit einem Jahr überdies FDP-Kreisvorsitzender.

Politisch setzt er sich für Bürokratieabbau ein, flexiblere Regelungen für Unternehmen, eine Begrenzung der Einflussnahme der EU und einen Ausbau des Tourismus im Land. Sollte die FDP den Wiedereinzug in den Landtag schaffen, hat Schweikert über Listenplatz 5 gute Chancen, sein Mandat zu behalten.

CDU: Nico Gunzelmann will mit 23 Jahren in den Landtag

Mit 23 Jahren ist Nico Gunzelmann der jüngste Kandidat im Siebener-Feld. Er sitzt für die CDU im Gemeinderat Wiernsheim, ist dort auch stellvertretender Bürgermeister und zudem Kreisvorsitzender der Jungen Union. Derzeit arbeitet er bei der Stadt Sindelfingen als Abteilungsleiter der Geschäftsstelle Gemeinderat. Er spielt Handball und ist bekennender Christ.

Politisch legt er seine Schwerpunkte etwa auf den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg, den er durch Bürokratieabbau und einem Zukunftsfonds stärken will. In der Bildung spricht er sich dafür aus, die Kernkompetenzen wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

AfD: Alexander Steblau will aus dem Stand in den Landtag

Nach dem Rückzug des früheren Fraktionsvorsitzenden Bernd Gögel, der zwei Mal den Einzug in den Landtag über das Zweitmandat schaffte, will sich Alexander Steblau das Mandat im Enzkreis sichern. Der 40-Jährige lebt in Knittlingen, wo er auch Stadtrat ist. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Derzeit arbeitet er als Projektentwickler bei Bosch.

Steblau spricht sich gegen ein Verbot von Verbrennermotoren und Gasheizungen aus, will die Automobil- und Zulieferindustrie stärken und Bürokratie abbauen. Außerdem will er bei Entwicklungshilfen kürzen.

SPD: Michael Hofsäß möchte es erneut wissen

Michael Hofsäß ist zwar erst 29 Jahre alt, tritt aber bereits zum zweiten Mal für die SPD im Enzkreis an. Derzeit lebt er mit seiner Partnerin in Mühlacker und arbeitet im Landratsamt Enzkreis, wo er Nahverkehrsmanager und Mobilitätskoordinator ist. Er ist zudem Gewerkschafter bei Verdi und zählt Kochen sowie Klavierspielen zu seinen Hobbys.

Politisch reichen seine Ziele von einem kostenlosen Schulessen und kostenfreien Kitas über eine bessere medizinische Versorgung auf dem Land bis hin zu mehr bezahlbarem Wohnraum und dem Schutz von Arbeitsplätzen.

Linke: Cedric Strauß geht für die Linkspartei ins Rennen

Mit 33 Jahren gehört Cedric Strauß zu den jüngeren Kandidaten. Der gelernte Buchhändler lebt in Neuenburg und ist Vater eines Kindes. Er tritt ohne einen Platz auf der Landesliste der Partei Die Linke an.

Zu seinen politischen Zielen zählt er faire Löhne, eine deutliche Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen, gute Kitas und verlässliche Schulen sowie eine Stärkung des ländlichen Raumes durch einen starken Nahverkehr sowie Verbesserungen bei medizinischer Versorgung, bezahlbarem Wohnraum oder digitaler Infrastruktur.

Volt: Vera Seifert hat eine starke soziale Ader

Für die stark nach Europa orientierte Partei Volt geht Vera Seifert im Enzkreis ins Rennen. Die 38-Jährige wohnt in Pforzheim und ist Autismus-Therapeutin. Ihr Antrieb sei es, Menschen Leid zu ersparen und dies präventiv anzugehen, sagt sie.

Zu den Zielen der Partei Volt zählen ein vereintes Europa mit einer föderalen Demokratie, eine pragmatische Reform des deutschen Bildungssystems sowie die Klimakrise sozial gerecht zu lösen.

Landtagswahl am 8. März

Wahlkreis 44
Er umfasst 24 Städte und Gemeinden des Enzkreises: Eisingen, Friolzheim, Heimsheim, Illingen, Kämpfelbach, Keltern, Knittlingen, Königsbach-Stein, Maulbronn, Mönsheim, Mühlacker, Neuenbürg, Neuhausen, Neulingen, Niefern-Öschelbronn, Ölbronn-Dürrn, Ötisheim, Remchingen, Sternenfels, Straubenhardt, Tiefenbronn, Wiernsheim, Wimsheim und Wurmberg.

Ergebnis 2021
Stefanie Seemann (Grüne) 30,9 Prozent, Philippe Alexander Singer (CDU) 19,5 Prozent, Bernd Gögel (AfD) 12,9 Prozent, Michael Hofsäß (SPD) 9,6 Prozent, Erik Schweickert (FDP) 16,9 Prozent, Marvin Weiß (Linke) 2,3 Prozent, Marcus Bouquerot de Voligny (Freie Wähler) 2,8 Prozent. Wahlbeteiligung: 66,3 Prozent.

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