Landtagswahl am 8. März Mehr Abgeordnete für Stuttgart – 52 000 Stuttgarter haben schon gewählt

Der Rücklauf bei der Briefwahl in Stuttgart summiert sich, rund 52.000 Stuttgarter haben bereits ihre Stimme – unter anderem im Rathaus – abgegeben. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski & Imago/Arnulf Hettrich

Die Nachfrage nach der Briefwahl ist erheblich. Stuttgart könnte im Landtag künftig nicht mit sieben, sondern mit deutlich mehr Abgeordneten vertreten sein.

In der Landeshauptstadt sind rund 367.000 Menschen zur Landtagswahl am 8. März aufgerufen, für rund 13.100 wird es der erste Urnengang überhaupt sein. Gewählt werden kann per Briefwahl bereits seit dem 26. Januar. An jenem Montag öffnete das Wahllokal im Rathaus, wo Briefwahlunterlagen beantragt werden können und der verschlossene Wahlbrief gleich in die Urne gesteckt werden kann.

 

Die Briefwahl als Möglichkeit, seine Stimmabgabe vom eigentlichen Wahltag zu entkoppeln, haben laut Statistikamt bis zum 19. Februar bereits rund 105.000 Wähler beantragt. Bis zu diesem Datum haben das Amt rund 52.000 Wahlbriefe erreicht. Der Rücklauf schwankt stark und liegt laut Amtsleiter Matthias Fatke bei zwischen 2500 und 6000 Wahlbriefen. Insgesamt rechne man mit rund 120.000 Anträgen auf Briefwahl. Üblicherweise würden rund 95 Prozent der Antragsteller auf dem Postweg auch an der Wahl teilnehmen, dazu kommen weitere zwei Prozent, die sich letztlich doch dazu entscheiden, mit ihrem Wahlschein ins Wahllokal zu gehen. Das wären in Summe rechnerisch rund 116.400 Briefwähler.

Bei der jüngsten Landtagswahl vor fünf Jahren, die im Zeichen der Coronapandemie stand, hatten 136.335 Stuttgarter (36,7 Prozent aller Wahlberechtigten) einen Antrag auf Briefwahl gestellt, 128.776 stimmten tatsächlich ab. Die Zahl der Wahlberechtigten lag damals, obwohl erst ab dem 18. und nicht wie jetzt ab dem 16. Lebensjahr gewählt werden durfte, um rund 3100 höher als heute. Den Briefwahlrekord hält die Bundestagswahl vom 26. September 2021 mit 166.204 Wählern, gefolgt von der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar 2025 mit 137.495 Wählern, die Friedrich Merz (CDU) ins Kanzleramt brachte. Die Wahlbeteiligung war 2025 mit 82,9 Prozent um 4,4 Prozentpunkte höher gewesen als 2021.

2021 war die Wahlbeteiligung schwach

Bei der Landtagswahl 2021 war die Beteiligung mit nur 64,8 Prozent in Stuttgart eher schwach. Die Beteiligung in den Wahlkreisen unterschieden sich dabei deutlich, in Stuttgart I (Mitte) und II (Filder) lag sie um rund zehn Prozentpunkte höher als in III (Nord) und IV (Ost/Neckarvororte).

Erstmals zwei Stimmen möglich

Im Rathaus befindet sich ein Wahllokal, in dem Briefwähler bereits jetzt ihre Stimme abgeben können. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Erstmals können bei dieser Landtagswahl zwei Stimmen abgegeben werden, für den Wahlkreiskandidierenden die Erst- und für die Partei die Zweitstimme. Wer im Kreis gewählt ist, hat sein Mandat sicher. Die Auszählung wird daher etwas länger dauern als vor fünf Jahren, als Sieger und Verlierer bereits kurz nach 20 Uhr feststanden. Die Stimmzettel und weitere Wahlunterlagen wandern anschließend ins Archiv. Eingelagert in Räumen in der Innenstadt müssen sie bis mindestens 60 Tage vor der nächsten Landtagswahl aufbewahrt werden, falls dann noch Wahlprüfungsverfahren anhängig sind, auch länger.

Auf Landeslisten gut abgesichert

Durch das neue Wahlrecht wird es angesichts der bisherigen Umfragewerte diverse Überhangmandate für die CDU geben, die mit Ausgleichsmandaten für die weiteren Parteien kompensiert werden. Die Zahl der Stuttgarter Abgeordneten würde anhand der aktuellen Umfragewerte von bisher sieben (vier der Grünen, je einer von CDU, SPD und FDP) auf mindestens acht zunehmen. Sie könnte aber ja nach Wahlausgang auch bis auf zwölf wachsen, weil einige der in Stuttgart Kandidierenden über die Landeslisten ihrer Partei auf vorderen Plätzen sehr gut abgesichert sind.

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