Landtagswahl Baden-Württemberg Die Kandidaten aus Ulm, Eppingen, Kehl und Calw

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Daniel Rottmann, Wahlkreis Ulm

Der 46-Jährige ist in Freudenstadt aufgewachsen. Rottmann studierte evangelische Theologie in Mittelhessen und ließ sich anschließend zum Buchhändler ausbilden. Fünf Jahre war er Filialleiter, mittlerweile arbeitet er im Einzelhandel. Rottmann ist ledig und gab in der „Südwestpresse“ als Interessen Politik, Bücher, Filme, Schach und Tanzen an. Er sorgte für Furore, als er im Wahlkampf auf Facebook ein Bild der Weißen Rose teilte und darunter schrieb: „Diesem kämpferischen Geist sehen wir uns in Ulm verpflichtet. Damals wie heute lief in Deutschland etwas aus dem Ruder, lasst uns gemeinsam dagegen antreten.“ In einem Interview mit der „Südwestpresse“ sagte er: „Das wirklich Faszinierende an der Weißen Rose ist, dass sie erkannt hat, dass Dinge falsch laufen und sie das dann auch benannt hat. Für uns hat das echten Vorbild-Charakter. Wir wollen kritische Punkte finden und ansprechen.“ Zur Flüchtlingspolitik meinte Rottmann, dass man momentan die Grenzen dicht machen müsste, da der „Massenansturm“ sonst noch größer werden könnte. Rottmann spricht sich in dem Interview zudem gegen den Bildungsplan, gegen Gemeinschaftsschulen und gegen die Energiewende aus: „Der Umstieg war total überstürzt. Wir als AfD sind für ein zehnjähriges Moratorium mit dem aktuellen Energiemix.“ Zum Bildungsplan sagte er: „Da geht es um die Gender-Ideologie. Da drängt sich uns der Verdacht auf, dass es um eine Nivellierung der Geschlechter geht. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sollen negiert werden. Das würde den Kampf der Geschlechter eher verstärken.“AfD

Thomas-Axel Palka, Wahlkreis Eppingen

Der ehemalige Techniker, der mittlerweile in Rente ist, holte in seinem Wahlkreis Eppingen 18,3 Prozent der Stimmen. Im Netz ist wenig von ihm zu finden – abgesehen von seiner Facebook-Seite. Dort schreibt Palka mit Blick auf die Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Von sowas werden wir regiert! WEG! Einfach nur weg damit!“ Politische Gegner bezeichnet er als „linke Bakterien“. Den Drogenfund beim Grünen-Politiker Volker Beck kommentierte Palka: „Und diese Leute regieren uns, echt Grüne, entweder drogensüchtig, schwul, lesbisch, Kommunisten oder beschränkt. Die kümmern sich um Familienpolitik. Es wird Zeit, dass solche Leute wegkommen.“ Er verweist auch auf eine Seite, die unter anderem für das Ansehen der rechtsradikalen NPD kämpft. Dem Link zufolge sei das Oktoberfestattentat 1980 vom Bundesnachrichtendienst verübt worden, um die Tat der rechten Szene anlasten und die NPD stoppen zu können. AfD

Stefan Räpple, Wahlkreis Kehl

Der 34-jährige Stefan Räpple hat in Freiburg eine Hypnose-Praxis mit dem Namen „Räpple Hypnose“. Als seine Anwendungsgebiete nennt er Abnehmen, Nichtraucher-Hypnose und eine Blockadenlösung: „Ich kann Ihnen kein Blanko-Heilversprechen geben. Jedoch: Dort, wo Sie sich auf Hypnose einlassen, in diesen Bereichen wird Ihnen in jedem Fall geholfen werden“, wirbt er. In seinem Wahlkreis Kehl erhielt er 15 Prozent der Stimmen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bohlsbach, bei der auch Parteichefin Frauke Petry zu Gast war, sagte Räpple: „Wir lassen nicht zu, dass weiter Politik gegen das Volk gemacht wird. Wir leben nur in einer halben Demokratie.“ Die meisten Flüchtlinge seien illegale Einwanderer. Und er verteidigte seine Chefin Petry: Einen Schießbefehl an der Grenze habe sie nie gefordert. Auf Facebook hat Räpple bereits eine offizielle Seite mit knapp 430 Likes. Dort bestätigt er unter anderem, dass die AfD für die Abschaffung des Klimaschutzes ist, sowie die AfD sich für eine Abschaffung der Gleichstellungsbeauftragten in Behörden ausspricht – Firmen dagegen „dürften mit ihrem Geld machen, was sie wollen“. Räpple war einer der AfD-Landtagskandidaten, der sich intensiv für eine Wahlbeobachtung einsetzte. AfD

Dr. Heinrich Kuhn, Wahlkreis Calw

Der Altensteiger, der für den Wahlkreis Calw mit 19,1 Prozent in den Landtag einzieht, machte bisher vor allem mit Äußerungen zum Klimawandel auf sich aufmerksam. Bei einer Wahlkampfveranstaltung sagte Kuhn, der Klimawandel sei lediglich die Erfindung einer amerikanischen Werbeagentur, die im Jahr 1986 aus dem CO2-Ausstoß Profit schlagen wollte: „Es konnte nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass der Klimawandel durch CO2 stattgefunden hat.“ Er halte generell Windkraft im Süden für ineffizient und unwirtschaftlich. Abschließend meinte er: „Wir sind einer irrsinnigen Werbestrategie auf den Leim gegangen. Das müssen wir jetzt mit der Verschandelung unserer Landschaft büßen.“ In einem Leserbrief an die „Junge Freiheit“ schrieb er im Jahr 2013 über Schwangerschaftsabbrüche als „Sterbehilfe von nahezu 10 Millionen Ungeborenen“. Heinrich Kuhn (Jahrgang 1940) zieht als ältester Abgeordneter in den Landtag ein. Der Tradition folgend, muss er daher zur konstituierenden Sitzung am 11. Mai einladen und leitet diese bis zur Wahl des Landtagspräsidenten und der Stellvertreter.AfD

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