Landtagswahl Baden-Württemberg Die Kandidaten aus Schwetzingen, Neckarsulm, Schwäbisch Hall, Bruchsal und Wiesloch

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Klaus-Günther Voigtmann, Wahlkreis Schwetzingen

Der 70-jährige Wirtschaftsingenieur war bis zu seiner Rente Unternehmensberater. Er hat vier Kinder und ist verheiratet. Voigtmann hatte sich bereits im Jahr 2013 für die AfD zur Bundestagswahl aufstellen lassen. In jüngeren Jahren war er von 1972 bis 1975 Mitglied der SPD. Voigtmann wirbt auf der Internetplattform „abgeordnetenwatch.de“ damit, dass er sich im Falle eines Bundestagsmandates vor allem für ein Gesetz gegen Abgeordnetenbestechung eingesetzt hätte, sowie eine komplette Veröffentlichung von Nebeneinkünften und für eine „unverzügliche Veröffentlichung aller Parteispenden über 10 000 Euro“. Im Wahlkampf zur Landtagswahl war er auf „abgeordnetenwatch.de“ nicht mehr aktiv. Auch sonst sind im Netz wenig aktuelle Informationen oder Presseartikel zu ihm zu finden.AfD

Carola Wolle, Wahlkreis Neckarsulm

Die Diplom-Kauffrau führt in Heilbronn ein Unternehmen im Bereich Heizung und Klima mit drei Mitarbeitern. Sie hat einen Sohn. Mit 52 Jahren ist sie Polit-Neuling in der AfD, der sie sich in deren Gründungsjahr 2013 als Mitglied angeschlossen hat. Öffentliche Auftritte des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke haben sie überzeugt, sagt sie. Auf Facebook teilt Wolle unter anderem Zeitungsbeiträge, in denen darüber berichtet wird, dass Asylbewerber Drogen verkauft haben. Sie kommentiert dies mit: „Alles Einzelfälle…“ Das Thema Schulpolitik steht für Carola Wolle ganz oben auf der Dringlichkeitsliste für das neue Landesparlament, sagte sie der „Südwestpresse“. Laut der „Heilbronner Stimme“ sagte sie bei einer Wahlkampfveranstaltung zum Bildungsplan: „Frühkindliche Masturbation mittels Doktorspielen soll dort vermittelt werden“ – für Kinder zwischen null bis vier Jahren. Sexualkunde soll ab der ersten Klasse unterrichtet werden, wobei Sexualpraktiken „en détail“ eine Rolle spielten. Tatsächlich nimmt Wolle dabei Bezug auf ein Konzept der WHO und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, in dem die sexuelle Entwicklung von Kindern beschrieben wird: Es geht darum, dass Doktorspiele nicht verurteilt werden – nicht aber um die Anleitung dazu. Zudem sagte sie laut der „Heilbronner Stimme“ bei der Wahlkampfveranstaltung, dass Windräder auch in Naturschutzgebieten zugelassen werden. Tatsächlich bezeichnet der Windenergieerlass aber Naturschutzgebiete explizit als tabu. AfD

Udo Stein, Wahlkreis Schwäbisch Hall

Auf der Skala der „weit gefächerten Weltbilder“ innerhalb der „Alternative für Deutschland“ stufte sich der 32-jährige Udo Stein in der „Südwestpresse“ selbst als „konservativ-liberal“ ein. Gegen eine perfide Hetze auf dem Rücken von Flüchtlingen, wie sie von der NPD betrieben wird, grenze er sich ab – sei jedoch „darüber schockiert“, was passiere, wenn man sich als AfD-Mitglied auch mit der Flüchtlingsfrage kritisch auseinandersetze und sofort mit der „Nazi-Keule“ bedacht werde. Auf seiner Facebook-Seite schreibt Stein so gut wie nichts selbst, sondern teilt vor allem Fotos der AfD in anderen Bundesländern, sowie von der „Jungen Freiheit“ .AfD

Rainer Balzer, Wahlkreis Bruchsal

Der 55-Jährige ist promovierter Maschinenbauer, war länger in der Industrie tätig und wurde dann Lehrer an einer Beruflichen Schule in Wiesloch. Seit 1992 arbeitet er als zudem als Dozent an der Dualen Hochschule. Er ist verheiratet, von Kindern erfährt man auf der entsprechenden AfD-Kreishomepage nichts. Laut der Website schaut Balzer in seiner Freizeit „unsere schöne Welt als Flieger von oben an“, malt gerne oder gestaltet modernen Schmuck. Bis Balzer im Jahr 2013 in die AfD eintrat, war er politisch aktiv in der CDU, ehemals noch in der Jungen Union. Balzer zog mit 19,7 Prozent für seinen Wahlkreis in den Landtag ein.AfD

Claudia Martin, Wahlkreis Wiesloch

Die Erzieherin hat mit 18,6 Prozent der Stimmen ein Zweitmandat ergattern können. Im Netz findet man wenig zu ihr – lediglich ein Statement zum Wahlergebnis. „Das hat mich wie ein Schlag getroffen“, sagte Claudia Martin der „Rhein-Neckar-Zeitung“. Dass sie selbst gewählt werden könnte, „damit habe ich nicht gerechnet“. Im Landtag wolle sie sich vor allem ihren beiden Kernthemen Bildung und Familie widmen. Die 46-jährige Mutter eines inzwischen erwachsenen Sohns stammt aus dem Erzgebirge, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin und zog 1994 in die Rhein-Neckar-Region. Hier arbeitet sie in einem Walldorfer Kindergarten.AfD

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