Landtagswahl Genossen wollen einen Sitz im Landtag holen

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Am Montagabend hat die Stuttgarter SPD mit deutlichen Voten Stefanie Brum, Ergun Can, Marion von Wartenberg und Rolf Gaßmann als ihre Kandidaten für die Landtagswahl 2016 nominiert. Ziel ist es, mindestens einen Sitz im Landtag zu holen.

SPD-Kreischef Dejan Perc (rechts) präsentiert die  Landtagskandidaten  Stefanie Brum, Ergun Can, Marion von Wartenberg und  Rolf Gaßmann (von links). Foto: Lichtgut/Horst Rudel
SPD-Kreischef Dejan Perc (rechts) präsentiert die Landtagskandidaten Stefanie Brum, Ergun Can, Marion von Wartenberg und Rolf Gaßmann (von links). Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Stuttgart - Die Stuttgarter SPD hat am Montagabend im Bad Cannstatter Kursaal ihre vier Kandidaten für die Landtagswahl am 13. März 2016 mit großen Mehrheiten nominiert. Im Wahlbezirk I (Innenstadt) geht mit Stefanie Brum (44) ein neues Gesicht ins Rennen um die Gunst der Wähler. Die Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, die 85 Ja-Stimmen der 96 Delegierten erhielt, soll für die Genossen vor allem in der Kreativbranche Stimmen holen. „Diese Branche hat in der Zukunft eine Schlüsselrolle“, sagte Brum. „Den darin oft unter keinen guten Bedingungen arbeitenden Menschen muss die SPD eine Angebot machen.“ Es gelte, das geistige Eigentum besser zu schützen.

Ergun Can ist ein erfahrener Mann der Kommunalpolitik

Im Wahlkreis II (Filder) kämpft mit Ergun Can (56) ein erfahrener Mann um Stimmen für die SPD. Can, der lange für die SPD im Gemeinderat saß, will sich im Landtag vor allem um die Themen Integration und Arbeit kümmern. Für ihn votierten 88 Genossen. „Für mich steht auch das Thema soziale Gerechtigkeit im Mittelpunkt“, sagte Can. Es dürfe kein schwarz-gelbes Roll-Back geben.

Mit Marion von Wartenberg, Staatssekretärin im Kultusministerium, tritt im Wahlkreis III (Nord) ein Regierungsmitglied an. Wartenberg, die mit 91 Ja-Stimmen von der Basis bestätigt wurde, will um jeden Wähler kämpfen. „Der Wahlkreis sei „holbar“, hatte sie schon bei der Vorstellung der SPD-Kandidaten im Mai erklärt. „Grün-Rot hat das Schulsystem im Land gerechter gemacht und die frühkindliche Betreuung ausgebaut“, betonte Wartenberg. Diese Meilensteine dürfen von der CDU nicht mehr rückwärts abgewickelt werden. „Ich werde um jede Stimme kämpfen“, versprach die Staatssekretärin.

Gaßmann hat die größten Chancen auf ein Direktmandat

Die besten Chancen auf ein Direktmandat hat nach Ansicht vieler Genossen allerdings Rolf Gaßmann (64), der im Wahlkreis IV (Osten) antritt. Der Vorsitzende des Stuttgarter Mietervereins soll im Wahlkampf vor allem im Bereich Wohnungspolitik für die Sozialdemokraten punkten. Gaßmann, der mit 88 Stimmen gewählt wurde, bringt Erfahrung in Sachen Landespolitik mit. Er saß bereits für zwei Legislaturperioden im Landtag. „Ich möchte meine Erfahrungen bei Thema Wohnen einbringen“, sagte Gaßmann. Er sehe im Landtag gute Möglichkeiten, diesem Thema mehr Gewicht zu verleihen. Es müssten künftig mehr als 750 Wohnungen im Land öffentlich gefördert werden. Die Stadt forderte er auf, in Sachen Zweckentfremdungsverbot „endlich zur Tat zu schreiten“.

„Mit diesem Team sind wir gut aufgestellt“, erklärte der Kreisvorsitzende Dejan Perc. Die Kandidaten repräsentierten die für die SPD entscheidenden Themen Integration, Wohnungs- und Bildungspolitik, Digitalisierung und Arbeitnehmerrechte. Bereits im Mai hatte Perc betont, dass es das Ziel der Stuttgarter SPD sei, nach der Wahl wieder mit mindestens einem Abgeordneten im Landtag vertreten zu sein. Damit wolle man dazu betragen, dass SPD und Grüne gemeinsam weiter regieren könnten. Bei der Landtagswahl 2011 hatten die Sozialdemokraten in Stuttgart keinen Sitz errungen und mit 20,4 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis in der Nachkriegsgeschichte eingefahren.

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