Landtagswahl in Stuttgart 2021 Rekordzahl an Briefwählern

Auch die Briefwahl wird in den 260 Wahllokalen in Stuttgart ausgezählt, nicht wie vor der Coronapandemie zentral in einer großen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Auch die Briefwahl wird in den 260 Wahllokalen in Stuttgart ausgezählt, nicht wie vor der Coronapandemie zentral in einer großen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Erstmals bei einer Landtagswahl in Stuttgart könnte rund die Hälfte der Wähler bereits vor dem Wahlsonntag ihre Stimme abgegeben haben. Die Coronakrise beschleunigt einen Trend.

Stuttgart. - An der Landtagswahl in Stuttgart werden sich so viele Briefwähler wie noch nie beteiligen. Beim Statistikamt der Stadt gingen zwölf Tage vor dem Urnengang am 14. März bereits 124 000 Briefwahlanträge ein. Vor fünf Jahren hatten nur 74 774 Stuttgarter auf diesem Weg ihre Stimme abgegeben.

Man rechne am Ende mit 135 000 bis 140 000 Briefwahlanträgen, sagt Pasquale Frisoli vom Statistikamt, das den Versand der Unterlagen vom 8. März an selbst übernimmt, um tagesaktuell reagieren zu können. Bis dahin ist die Abwicklung an einen Dienstleister vergeben.

Tendenz schon bei OB-Wahl

Ein Blick auf frühere Wahlen zeigt, dass mehr als 90 Prozent der Bürger, die Briefwahlunterlagen anfordern, auch auf diesem Weg wählen. Zur Landtagswahl sind in Stuttgart rund 372 000 Bürger zugelassen, bei den OB- und Gemeinderatswahlen (2020/2019) waren es je rund 445 000. Die Wahlbeteiligung erreichte bei diesen Abstimmungen 44,6 und 39 Prozent. Der Anteil der Briefwähler übertraf bei der auch schon unter den Bedingungen der Coronapandemie abgehalten OB-Wahl mit 22,9 Prozent erstmals den der so genannten Urnenwähler im Wahllokal (21,8). Die Beteiligung insgesamt lag bei diesen Wahlen niedriger als bei der Landtagswahl 2016, an der in Stuttgart 72,8 Prozent teilgenommen hatten. Nur bei der Bundestagswahl ist das Interesse noch höher, 2017 wählten 79,6 Prozent.

Rat: An die Postlaufzeiten denken

Bei dieser Landtagswahl sind bereits in den ersten zwei Wochen rund 100 000 Anträge auf Briefwahl eingegangen. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war diese Marke erst nach fünf Wochen überschritten worden.

Wer per Brief wählen will, kann die Unterlagen weiterhin anfordern, sollte aber, sagt Pasquale Frisoli, an die Postlaufzeiten denken, damit der ausgefüllte Stimmzettel auch rechtzeitig ankommt. Im Notfall kann der Wahlbrief am 14. März bis 18 Uhr in den Kasten des Statistikamts in der Eberhardstraße 37 eingeworfen werden. Am frühen Morgen des Wahlsonntags werden alle bis dahin eingegangen Wahlbriefe zur Auszählung auf die 260 Wahllokale verteilt und die Stimmen dort gezählt.




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