Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hat am Sonntagmorgen im Stuttgarter Karls-Gymnasium gewählt. Sich selbst als Direktkandidaten konnte er jedoch keine Stimme geben.

Klima und Nachhaltigkeit: Julia Bosch (jub)

Es ist ruhig am Sonntagmorgen um kurz vor 10 Uhr am Karls-Gymnasium in Stuttgart. Um die Zeit sind noch nicht viele Menschen unterwegs, die dort ihre Stimme abgeben wollen. Nur die vielen Foto- und Videokameras lassen erahnen, dass in diesem Wahllokal gleich etwas Besonderes passiert.

 

Dann stehen plötzlich zwei Polizisten vor dem Gymnasium. Und kurz darauf kommt der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir zu Fuß und im Anzug zum Wahllokal spaziert. Er wird begleitet von Mitgliedern seines Teams, nicht aber von seiner frisch angetrauten Ehefrau Flavia Zaka.

Özdemir fragt Polizisten, ob diese trotz Dienst wählen gehen könnten

Kurz fragt er die beiden Polizisten, ob diese trotz Dienst heute hoffentlich Zeit hätten, wählen zu gehen - und eine junge Familie mit Baby, ob alle drei ihre Stimmen abgegeben hätten. Dann verschwindet der 60-Jährige im Wahlraum - und ist kurz darauf auch schon wieder weg.

Die Medienpräsenz bei der Stimmabgabe von Cem Özdemir ist groß. Foto: Julia Bosch

Abends gebe es noch Zeit für Interviews, vertröstet eine Mitarbeiterin von Cem Özdemir die vielen anwesenden Journalistinnen und Journalisten. Der Spitzenkandidat verrät lediglich, dass er den Wahlabend mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) und seinem Team verbringen werde.

Sich selbst wählen kann Özdemir übrigens nicht: Er tritt in Wahlkreis II an, hat seine Stimme aber in Wahlkreis I abgegeben, wo Muhterem Aras Direktkandidatin der Grünen ist.

Özdemir will Nachfolger von Winfried Kretschmann werden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Den aktuellsten Umfragen zufolge wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen ihm und dem CDU-Kandidaten Manuel Hagel. Zuletzt lagen diese gleichauf mit jeweils 28 Prozent in der Umfrage des „ZDF-Politbarometers“.