Landtagswahl Stuttgart Newcomer punktet für die Liberalen

Friedrich Haag hat im Stuttgarter Filderwahlkreis für die FDP den dritten Platz belegt. Mit 12,9 Prozent ergatterte er eines der acht Zweitmandate für die Liberalen  im Regierungsbezirk.  Friedrich Haag Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Friedrich Haag hat im Stuttgarter Filderwahlkreis für die FDP den dritten Platz belegt. Mit 12,9 Prozent ergatterte er eines der acht Zweitmandate für die Liberalen im Regierungsbezirk. Friedrich Haag Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Friedrich Haag kämpft für die Entwicklung von E-Fuels. Schon sein Großvater vertrat für die FDP den Filderwahlkreis in Stuttgart im Landtag.

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Stuttgart - Die Liberalen konnten in ihrem Stammland zulegen, in der Landeshauptstadt verteidigten sie ihren Sitz im Filderwahlkreis über das Zweitmandat. Für Friedrich Haag war es eine Zitterpartie. Um 20.15 Uhr lagen die Stuttgarter Ergebnisse vor, er holte 12,9 Prozent. Dann hieß es warten, warten, warten, bis im Regierungsbezirk Stuttgart weit nach Mitternacht acht Zweitmandate für die FDP errechnet waren, drei mehr als bisher. Haag liegt im Mittelfeld dieser Gruppe, die Jochen Haußmann aus Schorndorf (16,3 Prozent) anführt.

„Er hat sich in einem Wahlkreis behauptet, in dem mit Minister Winfried Hermann von den Grünen und der Ministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann wahrlich ein landespolitischer Elefantenkampf stattfand,“ sagt Armin Serwani, der Kreisvorsitzende der Liberalen. Haag platzierte sich vor SPD, AfD und Linker.

Schon der Großvater war im Landtag

Der 32-Jährige Haag hat ein großes Vorbild. Sein 90-jähriger Großvater gleichen Namens fuhr für die FDP von 1972 bis 1988 gute Ergebnisse ein und sicherte die Zweitmandate, nachdem er 1967 und 1969 jeweils nachgerückt war. Der Gärtnermeister galt als pragmatisch, prinzipientreu und humorvoll. Am frühen Morgen habe er den Großvater informiert, der sich sehr gefreut habe, sagt Haag, der am Montag auf dem Weg zu einer seiner beiden Tankstellen ist.

Im bisherigen Hauptjob als Pächter muss er künftig deutlich kürzer treten. Das sei mit den beiden Stationsleitern gut machbar. „Ich behalte die Tankstellen bei“, sagt er.

Seit 2015 ist Haag selbstständig

Haag ist ein Newcomer, der bisher keine Erfahrung in politischen Gremien sammelte, er saß im Bezirksbeirat in Degerloch bisher als Stellvertreter. „Ich glaube dennoch, dass ich aus dem Alltag vieles einbringen kann. Ich weiß, wo die Probleme liegen“, sagt er. Nach dem Realschulabschluss und der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machte er das Fachabitur und kehrte dann in die Tankstellenbrache zurück, seit dem Jahr 2015 ist er selbstständig.

Von der bisherigen Stuttgarter Abgeordneten Gabriele Reich-Gutjahr erfuhr er viel Unterstützung. „Sie hat den Wahlkampf geführt, als ob es ihr eigener wäre“, sagt Haag. Im Parlament will er Erfahrung sammeln, keine Posten. Seine Themen bleiben die Wirtschaft und die Mobilität. Er setzt auf E-Fuels, also klimafreundliche Kraftstoffe, mit denen Verbrenner neben der wachsenden E-Mobilität weiter fahren könnten. Ein Thema, dessen sich auch Verkehrsminister Hermann angenommen hat. „Ich bin auf die Sondierungsgespräche gespannt“, sagt Haag.




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