Landtagswahl Was verdienen Ludwigsburger Abgeordnete neben der Diät?
Die vier im Landkreis Ludwigsburg kandidierenden Landtagsabgeordneten sind neben dem Parlament unterschiedlich stark beschäftigt. Wirkliche Nebeneinkünfte sehen sie bei sich nicht.
Die vier im Landkreis Ludwigsburg kandidierenden Landtagsabgeordneten sind neben dem Parlament unterschiedlich stark beschäftigt. Wirkliche Nebeneinkünfte sehen sie bei sich nicht.
Im Sommer hat der Landtag sich und seinen Abgeordneten mehr Transparenz verordnet. Bei der Initiative von Grünen, CDU und SPD geht es um Nebeneinkünfte der Landtagsmitglieder. Diese sollen stärker offen gelegt werden, allerdings tritt das Gesetz erst zum 1. April in Kraft, also nach der Landtagswahl.
Warum so lange warten? Wir haben die Abgeordneten aus dem Kreis Ludwigsburg, die erneut antreten, schon jetzt nach ihren Einkünften neben der Abgeordnetendiät in Höhe von 9322 Euro brutto gefragt.
Konrad Epple (CDU) ist der erfahrenste der vier Abgeordneten, die erneut antreten. Der Schlossermeister aus Ditzingen möchte eine vierte Legislaturperiode im Landtag erleben und tritt im Wahlkreis Vaihingen an. Auf der Landtagshomepage schreibt er zur Offenlegung über seine Selbstständigkeit als Schlossermeister, seine stellvertretende Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der RKH Kliniken Holding, der RKH Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim und der Orthopädischen Klinik Markgröningen.
Daneben ist Epple Vorsitzender des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart und Kreisrat. Die Tätigkeiten sind alle ehrenamtlich. Ein Kreistagsmitglied erhält 80 Euro pro Sitzung sowie 960 Euro jährlich pauschal als Aufwandsentschädigung.
Auf Nachfrage erwähnt er auch die stellvertretende Mitgliedschaft im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Ludwigsburg. Da gebe es auch für Sitzungen eine Aufwandsentschädigung, als Stellvertreter komme man aber nicht so häufig zum Zug. Was der Verwaltungsrat erhält, führt die Kreissparkasse in ihrem Offenlegungsbericht aus.
Die aktuellsten öffentlichen Zahlen stammen aus dem Jahr 2024 als Epple noch nicht Mitglied war. Damals lag die jährliche Vergütung für das gesamte Gremium bei 222.000 Euro. Neben dem Vorsitzenden gehören dem Gremium 17 Mitglieder an, ebenso viele stellvertretende Mitglieder gibt es.
Die Ludwigsburger Grünen-Abgeordnete Silke Gericke sagt: „Ich übe in der laufenden 17. Legislaturperiode des Landtags von Baden-Württemberg keine entgeltlichen Tätigkeiten neben meinem Mandat aus.“ Weder in Unternehmen, Körperschaften, Verbänden oder Stiftung übe sie eine vergütete Tätigkeit aus. Sie habe auch keine Einnahmen aus Beteiligungen an Kapital- oder Personengesellschaften.
Gleiches gibt ihr Parteikollege und Abgeordneter aus dem Wahlkreis Bietigheim-Bissingen Tayfun Tok an. Bis Oktober sei er Mitglied im Murrer Gemeinderat gewesen und habe dort 50 Euro pro Sitzung erhalten. Für die Mitgliedschaft im Kuratorium der Steinbeis-Stiftung, die sich für Wissens- und Technologietransfer einsetzt, erhalte er keine Entschädigung.
Der vierte im Bunde ist Tobias Vogt. Der Kirchheimer CDU-Abgeordnete im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen ist seit vergangenem Jahr auch Generalsekretär seiner Landespartei, zuvor war er Landesgeschäftsführer. Das Amt des Generalsekretärs ist laut Satzung der Partei ehrenamtlich. Außerdem ist er Gemeinderat in Kirchheim am Neckar, dafür hat er im Jahr 2025 insgesamt 400 Euro erhalten.
„Ich übe seit Mandatsantritt im Jahr 2021 keine Funktion in einem Unternehmen aus – zuvor war ich Geschäftsführer in unserem Familienunternehmen, an dem ich weiterhin gemeinsam mit meinem Bruder beteiligt bin“, erklärt Vogt weiter.
Zu seinen diversen Ehrenämtern ohne Vergütung zählt unter anderem die Tätigkeit als Präsident des Turngaus Neckar-Enz und als Kreisvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald.