Landtagswahlkreis Schorndorf Petra Häffner verteidigt ihr Direktmandat deutlich

Mit 29,7 Prozent der Wählerstimmen hat Petra Häffner ihr  Direktmandat verteidigt. Foto: Gottfried Stoppel
Mit 29,7 Prozent der Wählerstimmen hat Petra Häffner ihr Direktmandat verteidigt. Foto: Gottfried Stoppel

Im Wahlkreis Schorndorf fallen CDU und SPD auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten, die AfD verliert 5,5 Prozent. Neben Petra Häffner (Grüne) wird wohl auch Jochen Haußmann (FDP) wieder in den Landtag einziehen.

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Landtagswahl - Gerade einmal 1,3 Prozent sind es vor fünf Jahren an Vorsprung vor der CDU gewesen, die bei den damaligen Landtagswahlen im Wahlkreis Schorndorf Petra Häffner (56) und den Grünen überraschend das Direktmandat beschert haben. Erobert damals gegen Claus Paal, der anno 2011 im Wahlkreis noch deutlich vorne gelegen hatte. Mit einem deutlich größeren Vorsprung von gut vier Prozentpunkten ist der Landtagsabgeordneten der Grünen nun bei 29,7 Prozent der Stimmen die Titelverteidigung gegen CDU-Herausforderer Christian Gehring gelungen, der sich 24.3 Prozent der Stimmen begnügen muss.

Häffner zur Koalitionsfrage: Im Vordergrund stehen die Inhalte

Sie freue sich, dass sie ihre Arbeit im Landtag weitere fünf Jahre fortsetzen könne, sagte die Wahlsiegerin im Wahlkreis 16 in einer ersten Reaktion gegen 21 Uhr, nachdem die Zahlen dann doch etwas länger auf sich hatten warten lassen. Ihre Partei habe insgesamt ein hervorragendes Ergebnis erzielt, und sie sei für jede Stimme dankbar. Zur Frage, in welcher Form und Farbenkonstellation nun die Regierungsarbeit unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann fortgesetzt werden sollte, wolle sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Wichtig sei aus ihrer Sicht, die zentralen Inhalte weiter voranzutreiben, vor allem in den Bereichen Klimaschutz, Innovation und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Christian Gehring lässt gleich am Wahlabend, noch bevor die endgültigen Zahlen komplett, sind seine Glückwünsche an die Wahlsiegerin von den Grünen ausrichten. Für ihn sei das Ergebnis im Wahlkreis keine Überraschung, sagt der 41-Jährige zu seinem ersten Anlauf, ein Landtagsmandat zu zu erobern. „Es war klar dass es hier kein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt.“ Im Übrigen seien die Umfragewerte noch schlechter gewesen als jetzt das tatsächliche Ergebnis. Doch sei die komplette Wahlkampfzeit von der Coronapandemie überschattet gewesen. Nun gelte es für die CDU, die in den vergangenen fünf Jahren geleistete gute Koalitionsarbeit fort zu setzten.

Jochen Haußmann mit einem Plus von fast vier Prozentpunkten

Jochen Haußmann aus Kernen sieht seine Steigerung des persönlichen Ergebnisses um vier Punkte auf nunmehr 16,3 Prozent als Bestätigung für Bürgernähe und Bodenständigkeit. Für die FDP wird er angesichts seines im parteiinternen Vergleich deutlich überdurchschnittlichen Ergebnisses wohl wieder eines der Zweitmandate erhalten. Im alten Heimatwahlkreis des ersten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Reinhold Maier schweben die Liberalen zwar längst noch nicht in einst erreichten prozentualen Höhen. Die Liberalen belegen dort aber unangefochten Rang drei und sind nur noch gut fünf Punkte hinter der einst übermächtige CDU.

Die SPD schafft es mit Kathrin Breitenbücher (36) im Wahlkreis Schorndorf, der einst regelmäßig auch einen sozialdemokratischen Vertreter in das Landesparlament geschickt hat, diesmal nur noch knapp über die Zehn-Prozent-Marke – nach 12,6 Prozent vor fünf Jahren. Dies markiert für die Sozialdemokraten – ebenso wie die 24,3 Prozent von Christian Gehring für die Christdemokraten – das schlechteste Wahlergebnis seit gut 60 Jahren.

Stärkster Verlierer ist im Wahlkreis trotzdem die AfD bei nunmehr 9,9 Prozent und einem Minus gegenüber den Wahlen im Jahr 2016 von 5,5 Punkten.




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