Landwirtschaft Maul- und Klauenseuche: Jetzt schlägt die Stunde der Experten

Die Bisons im Berliner Tierpark warten vergeblich auf Besucher. Der Park bleibt wegen der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg geschlossen. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Mögliche Folgen einer Ausbreitung der Seuche wären erheblich, aber noch besteht kein Grund zur Panik,kommentiert Norbert Wallet.

Berliner Büro: Norbert Wallet (nwa)

Die Nachrichten vom Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Brandenburg sind beunruhigend. Schließlich ist es das erste Auftreten dieser schnell übertragbaren Viruserkrankung seit 35 Jahren. Zweifellos ist angesichts der handfesten Möglichkeit einer sehr raschen Verbreitung schnelles und richtiges Handeln gefragt.

 

Ein Impfstoff stünde bereit

Es wird daher umfangreich getestet. Die Tests beschränken sich bei weitem nicht auf den unmittelbaren Umkreis des betroffenen Hofes. Und es ist auch bereits gelungen, den genauen Virusstamm zu identifizieren, was einen wichtigen Teilerfolg darstellt. Derzeit scheint es sehr wohl möglich, eine flächenbrandmäßige Ausweitung des Geschehens zu verhindern. Ein Impfstoff stünde, falls tatsächlich notwendig, auch zur Verfügung.

Jetzt schlägt die Stunde der Fachleute, der Tiermediziner, Virologen und Agrarwissenschaftler. Und gerade angesichts der tatsächlichen Gefahren beim Ausbruch dieser Seuche kann man nur hoffen, dass die notorischen Panikmacher kein Gehör finden. Dennoch bleibt äußerste Vorsicht die oberste Maxime. Deshalb mag es Gründe dafür geben, dass Transportverbot noch aufrecht zu erhalten.

Minister muss offen und transparent informieren

Das sind technische Fragen, die von den Krisenstäben zu beantworten sind. Die Politik kann derzeit nicht viel tun. Sie käme ins Spiel, wenn die Seuche tatsächlich in größerem Rahmen ausbräche. Dann wären die Folgen für unsere exportabhängige Landwirtschaft tatsächlich erheblich, und die Auswirkungen müssten durch politische Abfederungen in Grenzen gehalten werden. So weit sind wir aber noch lange nicht, auch wenn erste Länder schon ein Importverbot auf deutsche Fleischimporte verhängt haben. Offen und transparent informieren und aufklären, Ängste nehmen und die Situation fair darstellen – das immerhin ist jetzt die Aufgabe des zuständigen Bundesministers.

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