Lange Marktnacht in Stuttgart Der lange Weg zurück zur Normalität

Am Schillerplatz  schlägt das Herz der „Langen Marktnacht“. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Am Schillerplatz schlägt das Herz der „Langen Marktnacht“. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mit einem neuen Veranstaltungsformat „Lange Marktnacht“ – einem Mix aus Gastro und Handel – soll an diesem Samstag die Stuttgarter Innenstadt reanimiert werden.

Lokales: Martin Haar (mh)
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Stuttgart - Stuttgart hat ein neues Veranstaltungsformat: Die City-Initiative Stuttgart (CIS) und die Märkte Stuttgart GmbH lassen mit der ersten „Langen Marktnacht“ an diesem Samstag einen Testballon steigen. Dabei spielt auf dem Schillerplatz von 17 Uhr bis 22 Uhr nicht nur im übertragenen Sinne die Musik. Dort sind auch ab 17 Uhr Schausteller und Gastronomen am Start, um „vom Grillhähnchen bis zu Austern und Champagner“ alles zu bieten, wie Holger Siegle von der CIS erklärt. Ebenfalls bis 22 Uhr haben viele Händler ihre Ladentüren offen.

Wenn man so will, ist es eine lange Einkaufsnacht in Light-Version. Oder ein „Experiment“ (Siegle), das bei einem Erfolg wiederholt werden soll und dauerhaft im Veranstaltungskalender Platz finden könnte. Die Idee dazu ist laut Holger Siegle beim Pilze-Einkauf auf dem Wochenmarkt entstanden. Obst- und Gemüsehändler Thomas Riedl habe beim Verpacken von Pfifferlingen und Steinpilzen gefragt, ob die CIS sich eine lange Marktnacht vorstellen könne. Man konnte und präsentierte nun in der Markthalle das Ergebnis des neuen Konzeptes.

Stadtverwaltung bemüht sich

Für Citymanager Sven Hahn ist diese Marktnacht auch ein Zeichen für viele positive Entwicklungen in der Stadt. Daher betont er zuvorderst, dass verschiedene Ämter der Stadt „einen Riesenaufwand betrieben hätten, damit diese Veranstaltung überhaupt stattfinden kann“. Das ist insofern bedeutsam, da vor allem das Ordnungsamt zuletzt immer wieder durch eine sehr restriktive Genehmigungspolitik aufgefallen ist. Nun also das Gegenteil. Auch Holger Siegle berichtet verblüfft und dankbar von einer schnellen Zusammenarbeit mit den Ämtern, die sogar über die normalen Dienstzeiten hinausgingen. Hahn erkennt darin auch den Willen der Stadt, Händler, Gewerbetreibende und Gastronomen in der City nach den zehrenden Monaten der Lockdowns zu unterstützen.

Alle hoffen auf den Weihnachtsmarkt

Vor allem der Handel sehnt sich nach Normalität. Laut Florian Henneka (Korbmayer) sei man auf einem guten Weg, wie der vergangene Einkaufssamstag gezeigt habe. Aber erstens dürfe es keinen erneuten Rückschlag geben, zweitens schaue man gebannt auf das Weihnachtsgeschäft. Und dabei spielt der Weihnachtsmarkt eine übergeordnete Rolle. Kurzum: Ohne Weihnachtsmarkt könnte alles wieder nichts sein.

Darum bemüht sich die CIS im Verbund mit der Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart, beim Land darum die nötige „Sensibilität“ (Hahn) bei diesem Thema zu fördern. Angeblich soll an diesem Mittwoch im Sozialministerium von Minister Manfred Lucha eine weichenstellende Entscheidung für die Rahmenbedingungen aller Weihnachtsmärkte im Land getroffen werden.

Lange Marktnacht als Beispiel für Weihnachtsmarkt?

Wie so eine Veranstaltung unter Coronabedingungen stattfinden könnte, zeigt der „Lange Wochenmarkt“: „Da es sich um eine Veranstaltung im Außenbereich handelt, gilt keine 3-G-Regel“, sagt der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart, Thomas Lehmann: „Wer allerdings an einem der Stehtische ein Bier trinken und etwas essen möchte, muss sich mit der Luca-App registrieren. Wer etwas to go mitnimmt, muss sich dagegen nicht registrieren.“ Dieses Konzept gilt nicht nur auf dem Schillerplatz, sondern auch bei allen gastronomischen Ständen, die zu dieser Langen Marktnacht entlang der Königstraße stehen. Unabhängig von allen Regeln hält Sven Hahn als Fazit fest: „Es ist super, dass überhaupt wieder etwas passiert. Ich glaube, alle haben verstanden, dass der Motor nicht einfach so wieder anspringt.“




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