Lange Nacht der Museen Die Kultur geht in Böblingen und Sindelfingen in die Vollen

Zur Langen Nacht der Museen bieten die Nachbarstädte ein pralles Programm – zum Beispiel gleich zwei Vernissagen in der Galerie der Stadt Sindelfingen. Foto: Eibner-Pressefoto

Am 15. November veranstalten Böblingen und Sindelfingen gemeinsam die Lange Nacht der Museen. Von Bauernkrieg bis Rockgeschichte bietet das Kulturspektakel ein pralles Programm.

Bauernaufstand und Weltkriegsgedenken, Poptalk und Discoparty, Druckwerkstatt und Museumsbingo, Livemusik und stilles Gedenken – die Lange Nacht der Museen bietet auch in diesem Jahr wieder für jedes Alter und nahezu jeden Geschmack eine enorme Vielfalt an Kunst, Musik, Kulinarik, Geschichte und Unterhaltung. Zwei Shuttlebusse der Firma Pflieger werden die Städte im Viertelstundentakt miteinander verbinden.

 

In Böblingen ist ein Themenschwerpunkt das 500-Jahr-Gedenken an den Bauernkrieg. Außerdem steht ein Abschied bevor, denn der Galerist Marko Schacher gibt seinen Standort am Böblinger Marktplatz auf. Sowohl in Böblingen als auch in Sindelfingen gibt zur langen Museumsnacht die lokale Rockgeschichte den Ton an. Außerdem stehen in Sindelfingen unter anderem in der Galerie der Stadt und im Atelierhaus gleich mehrere Ausstellungseröffnungen an.

Geschichte wird lebendig, wenn die Sonderausstellung „500 Jahre Bauernkrieg – ein Ereignis und seine Gesichter“ in der Böblinger Zehntscheuer zur Langen Museumsnacht mit einer Vielzahl an Angeboten und Aktionen aufwartet – insbesondere zum neuen Denkmal von Peter Lenk am Oberen See. Bei Kurzführungen unter dem Motto „Protest-Häppchen“ erwarten Interessierte zudem 30-minütige Wissensportionen mit Corinna Steimel (Leiterin der Städtischen Galerie) und Lea Wegner, der Leiterin des Bauernkriegmuseums. Draußen vor der Zehntscheuer lädt ein herbstliches Bauernlager mit Feuerschalen zum Verweilen ein.

Neben dem Bauernaufstand im 16. Jahrhundert thematisiert Böblingen auch noch weitere historische Themen, darunter eine Ausstellung in der Unteren Gasse zu Spuren jüdischen Lebens in der Stadt oder einen Rätselspaß für Kinder unter dem Motto „Kleine Detektive auf großer Spurensuche“ im Stadtarchiv (um Vorabanmeldung unter reservierung@boeblingen.de wird gebeten).

Pop-Geschichte und Livemusik in Böblingen und Sindelfingen

Pop-Geschichte aus und rund um das Buch „Von ABBA bis Zappa“ von Christopher Wagner ist an diesem Abend in beiden Städten Thema. Im Böblinger Kulturnetzwerk Blaues Haus sowie im Stadtmuseum Sindelfingen findet jeweils ein Pop-Talk mit Livemusik statt. Im Blauen Haus sind das die Super Smacz Bros, die als Bruderduo Lieblingssongs aus den 80ern und 90ern spielen. Im Stadtmuseum sind der Jazzpreisträger Ekkehard Rössle (Saxofon, Klarinette) und der Kontrabassist Fritz Heieck am Start.

Das Künstlerhaus Altes Amtsgericht auf dem Schlossberg hat auf jedem Stockwerk etwas zu bieten – darunter die neue Mitgliederausstellung des Böblinger Kunstvereins, Impressionen auf (aber nicht von) Pappe von Ingrid Zerfaß, eine Druckwerkstatt für Kinder ab zwölf Jahren sowie Musik mit Lukas Wögler und der Jazzconnection.

Wer es lieber besinnlich mag, kann die Erinnerungsräume auf dem Alten Friedhof in Böblingen besuchen und dort zu vertonten und „live“ dargebotenen Gedichten der im KZ Auschwitz ermordeten Dichterin Ilse Weber die Installationen Marinus van Aalsts auf sich Wirken lassen.

Am Böblinger Marktplatz lädt das Deutsche Fleischermuseum wieder zu Kunst, Kulinarik und „Fleshdance“ mit Museumsleiter Christian Baudisch als DJ ein. Direkt gegenüber lässt es der Böblinger Galerist zum Abschied buchstäblich krachen. Weil er seine Räume am Marktplatz aufgibt, könnte laut Schacher die eine oder andere Performance des Künstlers Jan Démoulin etwas „destruktiver und offensiver“ ausfallen.

In Sindelfingen dürfte – wie in jedem Jahr – das Schauwerk wieder zum Publikumsmagnet werden. Unter anderem locken hier Kurzführungen zum Thema Kunst und Physik mit Marc Scheffler, promovierter Physiker an der Universität Stuttgart, und der Kunsthistorikerin Christine Klenk.

Gleich mehrere Ausstellungseröffnungen in Sindelfingen

Im Webereimuseum beleuchtet die Sonderausstellung „Körper.Gefühl.Freiheit“ das Thema Modewechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert. Mitglieder des Spinntreffs zeigen von 18.30 bis 21 Uhr Spinnrad und Spindel. Ein besonderes Erlebnis verspricht die Vorführung des komplexen Jacquardwebstuhls durch Webmeisterin Ursula Ebel um 21 Uhr.

Im Stadtmuseum wirft die Sonderausstellung über Sindelfingen im Zweiten Weltkrieg einen Blick auf dunkle Zeiten. In der Galerie der Stadt Sindelfingen eröffnen sowohl die große Gruppenausstellung „Of Other Places“ und die Einzelausstellung „Double“ von Magdalena Frauenberg. Im Oberlichtsaal enthüllt Joachim Lehrer mit seiner Malerei „Das geheime Leben der Dinge“, im Odeon der Musikschule zeigen französische Jugendliche aus der Partnerstadt Corbeil-Essonnes Reisebilder und im Atelierhaus gibt es junge Kunst von Philemon Triantafiludis und Moritz Bönisch zu sehen.

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Programmpunkten finden sich auf dem Flyer zur Langen Nacht der Museen. Dieser liegt in allen teilnehmenden Häusern aus und ist als Download auf boeblingen.de erhältlich.

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