Freuen sich über den neuen Diakonie-Kontaktladen: Ladenleiterin Kerstin Gerischer (Mitte), ihre Vertreterin Magdalena Stano sowie Diakonie-Bezirksgeschäftsführer Tom Bredow Foto: Simon Granville
Der Diakonie-Kontaktladen in Leonberg hat eine neue Bleibe: In dieser Woche öffneten sich die Türen des Geschäfts in der Hindenburgstraße. Die Suche dauerte länger als geplant.
Das Schild über der Eingangstür sagt zwar noch: „Punjab Markt“. Doch in dem Ladengeschäft in der Leonberger Hindenburgstraße finden sich längst keine indischen oder generell asiatischen Spezialitäten mehr.
Dort hat der Diakonie-Kontaktladen – kurz: Dikola – sein neues Zuhause gefunden. Doch der Weg dorthin war steiniger und länger, als sich die Verantwortlichen erhofft hatten.
Erste Kundinnen und Kunden schon bei der Eröffnung
Das stellt auch Bezirks-Geschäftsführer Tom Bredow bei der Eröffnung am Donnerstagmittag fest. „Ich freue ich wie Bolle, dass wir heute hier aufmachen können“, betont er, während sich der neue Verkaufsraum immer weiter füllt. Nicht nur geladene Gäste sind gekommen, auch die ersten Kundinnen und Kunden machen sich ein Bild vom Angebot. Das ist zwar noch längst nicht vollständig. Einige volle Kleiderständer bieten aber dennoch eine erste Auswahl. „Es soll hier jetzt ganz langsam anlaufen“, gibt Bredow später im Gespräch zu Protokoll.
Im Mai 2024 hatte die Diakonie den Mietvertrag für ihren bisherigen Laden gekündigt. Dieser hatte sich im einstigen Polster-Bendel-Gebäude an der Spitzkehre zwischen Rutesheimer- und Bahnhofstraße befunden. 17 Jahre lang konnten Menschen dort gut erhaltene Kleidung sowie Haushaltsartikel spenden. Ehrenamtliche bereiteten die Waren für den Verkauf vor – damit Personen mit kleinem Geldbeutel günstig einkaufen konnten. Doch lange schon war die Diakonie mit den Räumlichkeiten unzufrieden: Zu groß, im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt, nicht ebenerdig. „Unwirtschaftlich“, fasste Bredow im Frühjahr zusammen.
Der neue Laden von außen: Vieles ist noch im Fluss. Foto: Simon Granville
Zum Zeitpunkt der Kündigung hatte noch längst nicht festgestanden, dass es keinen nahtlosen Übergang hin zu einem neuen Laden an anderer Stelle geben würde. „Wir hätten uns niemals vorstellen können, dass das so lange dauern würde“, so Bredow bei der Eröffnung des neuen Ladens. Diese unfreiwillige Wartezeit hatte unter anderem auch zu Unmut bei einem kleinen Teil der Ehrenamtlichen geführt, die dem Dikola schließlich den Rücken zukehrten.
Doch der neue Laden ist jetzt Realität, kann zum Treffpunkt und ersten Anlaufpunkt für weitere Beratungsangebote der Diakonie werden. Er glänzt mit Helligkeit, einem riesigen Schaufenster, Barrierefreiheit, dem klassischen Siebziger-Jahre-Plattenboden – und er ist vor allem nicht mehr so überdimensioniert wie der bisherige.
Unter anderem haben Jugendliche aus dem Leonberger Seehaus ehrenamtlich die Malerarbeiten im Verkaufsraum übernommen. Auch viele weitere freiwillige Helferinnen und Helfer packten mit an. „Auch der Vermieter unterstützt uns sehr“, so Bredow. Alles in allem dauerte es lediglich gut drei Wochen von der Schlüsselübergabe bis zur Eröffnung.
Kerstin Gerischer ist die neue Ladenleiterin
Die Führung durch die hinteren Räumlichkeiten übernimmt die neue Ladenleiterin Kerstin Gerischer. Sie arbeitet bereits seit 2014 bei der Diakonie, sieben Jahre in der Schwangerenberatung, bevor sie selbst in Elternzeit ging. „Die Tätigkeit hier ist schon etwas ganz anderes“, sagt sie, als sie in einem der Hinterzimmer steht, in dem sich ihr Schreibtisch, eine Aufenthaltsecke für die Ehrenamtlichen sowie eine kleine Küche befinden. Nebenan steht ein großer Sortiertisch, nur wenige Meter weiter geht es zum Rolltor an der Rückseite des Gebäudes. Dort können Spendenwillige direkt vorfahren und ihre Waren abgeben.
„Natürlich ist der Laden noch nicht perfekt, alles ist im Fluss“, sagt Gerischer. Dennoch sind alle Beteiligten angetan. So auch Renate Blecker, die im alten Laden vier Jahre lang mit dabei war und dort an fünf bis sechs Stunden die Kasse übernommen hat. „Man kann es aber noch gar nicht richtig vergleichen“, sagt die 78-Jährige, „das muss sich erst alles entwickeln.“ Es sei eine ganz neue Konstellation, für die es auch ein neues Konzept benötige.
Laden ist „Segen und Mahnung zugleich“
Im besten Sinne andächtige Worte findet Dekanin Gabriele Waldbaur bei ihrer kurzen, emotionalen Ansprache. „Der Laden ist Segen und Mahnung zugleich“, sagt sie. Denn am besten wäre es natürlich, bräuchte man ein solches Angebot überhaupt nicht. Mit einem winzigen bisschen Wehmut blickt sie zurück. „Natürlich war es schwer, den alten Laden aufzugeben. Denn dort ist etwas gewachsen, auch unter den Ehrenamtlichen.“
Nun können alle Verantwortlichen und Helfenden aber in ihrem neuen Laden in die Zukunft blicken.
Diakonie-Kontaktladen
Adresse Die genaue Adresse lautet: Hindenburgstraße 86, 71229 Leonberg.
Was wird angenommen? Damenkleidung (nur Saisonware), Kinderkleidung und Kinderschuhe bis zum dritten Lebensjahr (nur Saisonware), Herrenkleidung (nur Saisonware), Handtaschen, Haushaltsartikel (Geschirr und Gläser ab einem Vierer-Set), Dekoartikel (passend zur Jahreszeit), Kinderspielsachen und einzelne Bilderbücher. Eine Spendenabgabe ist während der Öffnungszeiten möglich.
Öffnungszeiten Dienstag, Mittwoch und Freitag 9.30 bis 12.30 Uhr; Donnerstag 10 Uhr bis 16 Uhr.
Ehrenamt Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit im Laden hat, kann sich an Ladenleiterin Kerstin Gerischer wenden: telefonisch unter 07152/33294026 oder per E-Mail an gerischer@diakonie-leonberg.de.