Lana Hessenauer ist Mama-Bloggerin. Fast jedes Wochenende reist sie mit ihren vier Kindern durchs Ländle. Die Erlebnisse teilt sie auf ihrem Instagram-Kanal lanis_trips, dem inzwischen mehr als 40 000 Menschen folgen. Kann sie davon leben?
Früher war es die Fotokamera, heute ist es das Smartphone: Wenn Lana Hessenauer mit ihren vier Kindern unterwegs ist, hält die Schorndorferin ihre Umgebung fest. Sie knipst, sie filmt, sie teilt. Das hat ihr schon immer Spaß gemacht. Der kleine Unterschied: Früher waren es Freunde und Angehörige, denen sie ihre Aufnahmen gezeigt hat, heute sind es genau 40 300 Follower auf dem Social-Media-Kanal Instagram.
Lana Hessenauer ist zur Reisebloggerin geworden. Fast jede Woche besucht sie mit ihren vier Kindern und ihrem Mann Orte in Süddeutschland, die sich besonders gut für einen Familienausflug eignen. Seit fünf Jahren teilt die Schorndorferin ihre Erfahrungen auf ihrem Kanal lanis_trips. Sie gibt ihrer Community Tipps, wie der Ausflug besonders spaßig für die Kinder wird. Wie kam es dazu, dass die 37-Jährige zur „Mama-Influencerin“ geworden ist? Und welche Tipps gibt sie Eltern, die einen gelungenen Ausflug planen wollen?
Foto: privat/Lana Hessenauer
Die Anfänge des Instagram-Kanals
Angefangen hat alles in der Coronazeit, erzählt Hessenauer. Der erste Lockdown war gerade verhängt worden, Kontakt mit Menschen aus anderen Haushalten verboten. „Für mich war das eine richtige Folter“, sagt die Schorndorferin rückblickend. „Ich bin sonst viel unter Menschen und gehe gern raus. Plötzlich saßen wir daheim – und die Kinder waren nicht ausgelastet.“
Also sucht sie nach Ausflugszielen, die Corona-konform sind. Ihr Instagram-Konto besaß die Schorndorferin schon damals. Daraus ein öffentliches, großes Profil zu machen, hat sie aber nicht geplant. „Ich habe einfach gepostet, was mir Spaß macht“, sagt Lana Hessenauer.
Lana Hessenauer wurde schon auf der CMT ausgezeichnet
In ihrem ersten Corona-Post teilt sie einen Ausflug zum Lothar-Pfad im Schwarzwald. #Lockdownfreundlich schreibt sie darunter. Einige Hundert Menschen sehen den Post, drücken „gefällt mir“, kommentieren. Also postet Hessenauer weiter. Mehr und mehr Menschen folgen ihrem Kanal. Auch ihre Freundinnen ermuntern sie zum Weitermachen.
„Irgendwann verdienst du damit noch Geld“, sagen sie. „Ach Quatsch!“, habe sie dann immer geantwortet. Zwei Auszeichnungen als „Tourismusheld“ auf der Stuttgarter CMT-Reisemesse und zwei Beiträge im SWR später schauen teils hunderttausende Menschen ihre Videos.
Kann die Bloggerin von ihrem Account leben?
Eigentlich ist die 37-Jährige gelernte Zahnarzthelferin. Ihren Beruf übt sie auch weiterhin aus. Ihn fürs Influencer-Dasein aufzugeben, kommt für Hessenauer nicht infrage. „Ich bin froh, dass ich mit Instagram nicht hauptsächlich mein Geld verdienen muss“, sagt sie. Davon leben könne sie aktuell ohnehin nicht. Es ist für sie ein schöner Nebenverdienst. „So kann ich posten, was mir Spaß macht“, sagt sie. „Und meiner Familie etwas Gutes tun.“ Die eine oder andere Kooperation gebe es zwar schon, im Vordergrund stünden aber immer noch die Ausflugsziele.
Reiseaffin war Lana Hessenauer schon immer. Schon mit 14 war sie zum ersten Mal alleine auf Malta, wohnte bei einer Gastfamilie, erzählt sie. Mit vier Kindern habe sich ihr Hobby natürlich verändert, aber sie könne niemals darauf verzichten. Wie ist es, mit vier Kindern reisen zu gehen – besonders, wenn der Älteste elf und die beiden Jüngsten fünf Jahre alt sind? „Das werde ich oft gefragt“, antwortet Lana Hessenauer und lacht. „Der Punkt, bis man alle im Auto hat, ist eine Katastrophe. Aber sobald man dort ist, ist es gut.“ Und der riesen Vorteil: Die Kinder seien ausgelastet. Sie abends ins Bett bringen? „Viel einfacher“.
Das wichtigste: Eine gute Vorbereitung
Damit auch Hessenauer und ihr Mann eine – zumindest einigermaßen – entspannte Zeit haben, informiert sich die Bloggerin vorab über das Ausflugsziel. Taugt der Wanderpfad für den Kinderwagen? Wo kann man parken? Gibt es einen Grillplatz oder bringt man besser ein Picknick mit? Wenn die 37-Jährige Ausflugstipps teilt, liefert sie diese Informationen gleich mit – wie bei einem Reiseführer, nur mit genauerem Hintergrundwissen. „Als die Zwillinge noch jünger waren, hätte ich diese Infos selbst gebrauchen können“, sagt sie.
Mittlerweile teilt sie diese eher für ihre Follower – sie selbst ist nicht mehr so sehr darauf angewiesen. „Die Kinder sind ja schon älter“, sagt sie. Gerade sei die Herausforderung eher, Orte zu finden, an denen alle Altersgruppen auf ihre Kosten kommen. „Inzwischen splitten wir auch manchmal“, sagt Hessenauer. Die Omas nehmen die Jüngeren, die Eltern gehen mit dem Elfjährigen in den Erlebnispark. „Das funktioniert ganz gut.“
Tipps für den perfekten Ausflug
Welche Ziele eignen sich am besten für einen Tagesausflug? „Kinder mögen Orte, an denen sie etwas erleben können“, sagt Hessenauer. Folgende Aktivitäten kann sie empfehlen:
Auf einen Spielplatz gehen, der eine Seilbahn hat
Wanderungen machen, auf denen es Mitmachstationen gibt
Unterwegs picknicken („Mit Essen kriegt man die Kinder immer“)
Einen schönen Grillplatz suchen und Stockbrot grillen
Und was ist ihr beim Reisen selbst wichtig? Die 37-Jährige überlegt kurz. „Gutes Wetter, eine schöne Aussicht und ein bisschen Aktivität“, antwortet sie. Und, das Wichtigste: „Wenn die Kinder zufrieden sind und wir Eltern auch. Dann ist es ein perfekter Ausflug.“