Markus Lanz empfängt von Dienstag bis Donnerstag interessante Gäste in seiner Sendung. Wer war gestern im ZDF eingeladen?

Digital Desk: Michael Maier (mic)

Hochspannung bei Markus Lanz am Dienstagabend nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg, die ironischerweise mit dem Weltfrauentag am 8. März zusammenfiel. Fünf Gäste diskutierten in der Sendung über zwei große Themen: eine erste Wahlanalyse und die Lage am Persischen Golf. Für den in alle Richtungen nachhakenden Lanz ging es dabei unter anderem auch um die Grünen und die hypothetische Frage, was Cem Özdemir angeblich vom „Rehaugen-Video“ gewusst haben könnte.

 

Der Grünen-Politiker hatte am Sonntag nach Zweitstimmen gesiegt und ein Mandatspatt im Landtag erreicht, während sein lange führender CDU-Gegner Manuel Hagel kurz vor dem Wahltag durch ein acht Jahre altes Video in Bedrängnis geraten war. Gepostet hatte es die grüne Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer, die sich kurz zuvor mit Özdemir getroffen hatte.

Das umstrittene „Rehaugen-Video“ entstand 2018 am Biertisch bei Regio TV Schwaben – hat es die Landtagswahl in BW entschieden? Foto: Regio TV Schwaben

CDU-Verdrehungen beim „Rehaugen-Video“?

Grünen-Chefin Franziska Brantner versuchte bei Lanz zunächst, die Debatte frauenpolitisch umzulenken: „Was mich sehr ärgert: Seit Wochen diskutieren wir darüber, ob man dieses Video hätte posten sollen oder nicht, und nicht über den Inhalt. Das ist immer der gleiche Reflex: Wenn Frauen diese Themen ansprechen, dann werden die Frauen attackiert.“ Lanz ließ das nicht gelten und fragte zu der mutmaßlichen „Video-Kampagne“ knapp: „Warum haben Sie das nicht gestoppt?“

Dann wollte er wissen, ob sich Zoe Mayer und Özdemir wenige Tage vor der Veröffentlichung persönlich getroffen hätten. Brantner wich aus: „Weiß ich nicht. Die kennen sich, die haben gemeinsam Landwirtschaft gemacht. Wir haben mit den Stuttgartern, mit Cem, gesprochen. Die haben gesagt, das wussten sie nicht.“

Gäste bei Markus Lanz gestern (10.3.)

  • Thomas Strobl, CDU-Politiker: Der Innenminister Baden-Württembergs äußerte sich zur Forderung seiner Partei nach einem geteilten Ministerpräsidentenamt und zu den anstehenden Koalitionsverhandlungen in Stuttgart.
  • Michael Bröcker, Journalist: Der Table.Media-Chefredakteur analysierte, was das Ergebnis von Baden-Württemberg für die Bundespolitik bedeutet, und äußerte sich zu Özdemirs Einfluss innerhalb der Bundesgrünen.
  • Nico Lange, Sicherheitsexperte: Der Direktor des Instituts für Risikoanalyse und Internationale Sicherheit informierte über die Lage am Persischen Golf.
  • Azadeh Zamirirad, Politologin: Die Iran-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik sprach über die Situation der iranischen Zivilbevölkerung und über Modschtaba Chamenei, den neuen obersten Führer des Iran.
CDU-Innenminister Thomas Strobl war aus Stuttgart zugeschaltet und sieht eine anhaltende „grüne Schmutzkampagne“. Foto: ZDF

Grünen-Chefin Franziska Brantner weicht Lanz aus

Auf die Frage, ob Mayer das Treffen bestätigt habe, antwortete Brantner erneut ausweichend: „Ich weiß nicht, ob die sich getroffen haben.“ Als Lanz nachhakte, ob sie es zumindest ausschließe, räumte sie schließlich ein: „Kann sein, dass die sich getroffen haben. Die haben wahrscheinlich Wahlkampf zusammen gemacht.“

Lanz brachte es am Ende auf den Punkt: „Sie haben gesagt, Sie haben nichts damit zu tun. Wenige Tage vorher trifft man sich persönlich. Könnte es sein, dass es da einen Zusammenhang gibt?“ Brantner zog sich auf eine neue Position zurück: „Die Frage ist ja nicht, ob man sich trifft, sondern ob man sich abspricht, und das war nicht der Fall.“

Strobl: Manuel Hagel mit Epstein verglichen?

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl – bei der Polizei in Baden-Württemberg auch nicht gerade für ein Klima der Frauenförderung bekannt – zeigte sich aufgebracht und warf den Grünen vor, das politische Klima nachhaltig vergiftet zu haben.

Manuel Hagel sei durch die Netzreaktionen in die Nähe von Epstein gerückt worden. Die Grünen bräuchten eine Entgiftungskur, forderte Strobl, und verwies darauf, dass die Öko-Partei unter Winfried Kretschmann solche Methoden nie angewandt hätte.

„Das grüne Gift tut dem Klima nicht gut“, so Strobl, der eigentlich als großer Fürsprecher von Grün-Schwarz gilt und damit nicht unbedingt eine natürliche Mehrheit in der intern sehr konservativ ausgerichteten Südwest-CDU hat. Die Lanz-Folge Nummer 2194 ist seit dem 11. März 2026 in der ZDF-Mediathek abrufbar.