Lasst uns über ... das Coronavirus reden Was die Isolation mit unserem Sexleben macht

Von Claudia Huber (aufgezeichnet von

Das Coronavirus zwingt Paare dazu, sehr viel aufeinanderzuhocken. Unsere Kolumnistin Claudia Huber spricht über Gefahren und Chancen – und warum vielleicht jetzt im Homeoffice der richtige Zeitpunkt ist, Sexfantasien am Arbeitsplatz wahr werden zu lassen.

Wenn das Homeoffice zur Spielwiese für Sexfantasien wird – unsere Kolumnistin findet, das ist einen Versuch wert. Foto: stock.adobe.com/Andrey Burmakin
Wenn das Homeoffice zur Spielwiese für Sexfantasien wird – unsere Kolumnistin findet, das ist einen Versuch wert. Foto: stock.adobe.com/Andrey Burmakin

Stuttgart - Die Nähe, die wir durch die Corona-Isolation mit unserem Partner erleben, ist für unserer Sexleben kein Sechser im Lotto – zumindest nicht unbedingt. Denn für sexuelle Spannung ist auch Distanz nötig. Nähegefühl tötet jede Spannung und wird der Näheaspekt durch die viele gemeinsame Zeit noch verstärkt, dann führt das zunächst nicht zu mehr Sex, sondern zu mehr Sicherheitsgefühl.

Darum möchte ich allen, die das Beste aus dieser zerstreuungsarmen Zeit für ihr Liebesleben rausholen wollen, ein paar Ratschläge mitgeben.

Eine der größten Herausforderungen ist jetzt in Beziehungen, jedem seinen Freiraum zu lassen. Man muss lernen, sich in den eigenen vier Wänden auch mal aus dem Weg gehen zu können, denn welches Paar teilt im Alltag schon so viele gemeinsame Interessen? Man muss sich auch mal zurückziehen können, um alleine mit Freunden zu telefonieren.

Die größte Gefahr besteht jetzt darin, sich von der Trägheit des anderen anstecken zu lassen. Denn mit dem äußeren Raum um uns schrumpft auch der innere Raum in uns zusammen. Man hat keinen Sport, kaum Bewegung – dieser Lustkiller ist nicht zu unterschätzen. Man ödet sich an, geht einander auf den Zeiger. Da hilft manchmal nur, milde miteinander zu sein.

Im Homeoffice unbedingt die Kamera ausmachen

Aber die Situation – keiner kann flüchten, jeder hat Zeit – bietet auch Chancen. Denn wann hat man schon so viel Zeit, sich drei Stunden den Körper abzutasten, den Rücken zu massieren und vielleicht noch eine Intimmassage folgen zu lassen, wozu es auch gute Youtube-Tutorials gibt? Oder neue Sexpraktiken ohne jeden Zeitdruck auszuprobieren? Gerade Paare, die vielleicht nicht so aufeinander eingeschwungen sind, können sich jetzt wunderbar auf ihr Sexleben fokussieren, es in Angriff nehmen und so wichtige Aspekte einer Partnerschaft in der Krise nachhaltig satteln.

Wer durchaus verbreitete sexuelle Fantasien am Arbeitsplatz hat, kann das Homeoffice zu einer kleinen Spielwiese werden, wenn man eine kleine Bürogemeinschaft zu zweit hat. Es kann sich lohnen, die Situation zu nutzen und etwas daraus entstehen zu lassen. Da kann man dann auch mal eine halbe Stunde länger am Arbeitsplatz bleiben. Aber den anderen nicht stören, wenn er gerade vertieft in die Arbeit ist, und noch wichtiger: Die Kamera ausmachen dabei!

Sollte das alles nichts helfen, bleibt zumindest den Frauen vielleicht noch ein kleiner Trost. Wenn beide gleichermaßen zuhause sind, wird häufig deutlich, dass es eben doch die Frauen sind, die meistens mehr im Haushalt leisten. Also nicht davor scheuen, die Männer mal zu motivieren, mit anzupacken – auch das kann sich nachhaltig lohnen.

Lesen Sie hier alle unsere Teile unserer Kolumne: Über Liebe, Sex und Intimes – alle Folgen im Überblick




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