Lauf für Kinderrechte Ein Rekordfest in vielerlei Hinsicht

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Beim 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte auf der Waldau sind trotz der Hitze so viele Teilnehmer wie nie zuvor gestartet. Die meisten Kilometer schaffte das Team der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH.

Trotz  der Hitze haben  so viele Läufer wie noch nie am 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte auf der Waldau teilgenommen. Weitere Bilder zeigt die folgende Fotostrecke. Foto: Lichtgut/Ines Rudel 5 Bilder
Trotz der Hitze haben so viele Läufer wie noch nie am 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte auf der Waldau teilgenommen. Weitere Bilder zeigt die folgende Fotostrecke. Foto: Lichtgut/Ines Rudel

Stuttgart - Ein Rekordfest – nicht nur, was die Temperaturen angeht: Zum 9. Benefizlauf für Kinderrechte auf der Waldau traten so viele Teilnehmer wie noch nie an, um unter der unerbittlichen Sonne und auf der aufgeheizten Tartanbahn Runde um Runde zu laufen. Sieger wurde das Team der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH mit 16 030 gelaufenden Kilometern. Den zweiten Platz machten Eltern und Kinder der Heusteigschule mit 3206 Runden und 1282 Kilometern. Schon beim ersten Zwischenergebnis nach dem Start am Samstag lagen sie weit vorne. Dies obwohl hier echte Newcomer dabei waren. „Ich bin schon seit 20 Jahren nicht mehr gelaufen“, verriet Helen Beßlich, deren Tochter Leni und ihr Sohn Laurids die Heusteigschule besuchen. Die Kindern liefen 2014 schon mit, dieses Jahr waren auch die Eltern dabei. „Das Gruppenerlebnis ist schön“, sagt Helen Beßlich. Angesichts der Temperaturen nahe 40 Grad hatte sie überlegt, ob die Familie antreten kann, aber schließlich siegte der Sportsgeist – wie bei allen anderen Teilnehmern auch.

Den dritten Platz holte sich die Kita „Nachtigallenweg“, die bei keinem 24 Stundenlauf bisher fehlte und seit vier Jahren ihr Sommerfest hierher verlegt hat. Kinder, Eltern und Erzieher liefen zusammen 1096 Kilometer. 400 Läufer waren am 4. Juli um 14 Uhr bei Beginn der Aktion am Start. „So viele waren es noch nie“, freute sich Roswitha Wenzl die Geschäftsführerin des „Vereins kinderfreundliches Stuttgart“, der den 24 Stundenlauf für Kinderrechte jedes Jahr an den Sportanlagen am Fernsehturm veranstaltet. Zahlreicher als sonst, war dieses Mal auch die Politprominenz vertreten, und insgesamt hatten sich 1750 Läufer im Vorfeld schon angemeldet. Auch das ist eine Rekordzahl. Angesichts der Hitze wurden sie über das angemessene Verhalten unter diesen Extrembedingungen informiert. Zur Abkühlung von innen und außen standen entlang der Tartanbahn Durchlaufwasserspender, die 8 Grad kaltes Nass abgaben. Für die Kinder hatte das Technische Hilfswerk außerdem eine Wasserrutsche aufgebaut.

Die Nacht durch gerannt

„Die Idee ist charmant, dass man eine Leistung für andere erbringt“, so definiert Helmut Irion von Dincklage vom Vorstand des Vereins den Reiz, mitzulaufen. Und das tat wie jedes Jahr auch der Vorstandsvorsitzende Stefan von Holtzbrinck wieder. Die meisten der sportlichen Läufer gingen in den Abendstunden an den Start und rannten die Nacht durch – so wie beispielsweise eine Polizeisportgruppe. Andere nutzten die Abendstunden zum Grillen auf dem Gelände, denn viele der Laufgruppen übernachteten im Zelt an der Waldau.

„Das einzige Risiko bei uns ist das Wetter“, sagt Dominik Hermet, der Geschäftsführer des Sportkreis Stuttgart. „Die Leute sind vernünftig, sie haben keinen falschen Ehrgeiz.“ Und so gab es keinerlei Zwischenfälle beim Lauf. Der Chip am Bein zählt nur die Runden, deshalb kann jeder nach seiner Kraftreserve mitlaufen – oder Pause machen. Auch eine Frau mit Gehbehinderung ging- wie im Vorjahr – in Begleitung ihre Runden, und auch von den Flüchtlingskindern waren einige dabei – ganz ohne Laufschuhe. Wie hoch das Spendenergebnis ist, steht Ende der Woche fest.

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