Axel Stahl ist in Sachen Ausdauersport ein angesehener Experte weit über den Kreis Böblingen hinaus. Der frühere Triathlet, 1989 DM-Vierter über die Mittelstrecke und Ironman-Teilnehmer auf Hawaii, bringt das Hobby Laufen Jahr für Jahr dutzenden von Menschen näher und hilft ihnen bei einem der Trainingslehre entsprechenden Einstieg.
Laufexperte Axel Stahl betrachtet eher die langfristige Perspektive
Herr Stahl, wie lange dauert es normalerweise, bis man als Laufanfänger einen 40-Kilometer-Lauf versuchen sollte?
In der Regel erst nach einem Jahr, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt. Man sollte sich aber die Zeit nehmen, denn der Sehnenapparat und die Gelenke müssen sich an die Belastung gewöhnen. Dafür sollte man diese langsam hochfahren, ab und zu Pausen machen und dann den nächsten Trainingsblock beginnen.
Wie ist es erklärbar, dass manche dann schon nach wenigen Wochen große Ausdauerleistungen beim Laufen vollbringen?
Es gibt genug Beispiele für Menschen, die einfach eine gute Grundausdauer haben. Das sind halt die Jungen heutzutage, die so drauf sind. (lacht) Ich kenne Leute, die kaum Ausdauersport machen, sich dann aber aufs Rad setzen, um an den Bodensee und wieder zurück zu fahren. Das ist aber nochmal was anderes als Joggen, denn beim Radfahren hat man die Stoßbelastung nicht.
Wie schätzen Sie als Experte so ein Von-Null-auf-Hundert ein?
Ich finde es ja einerseits schon gut. Die setzen sich ein Ziel in den Kopf und setzen das dann mit Willenskraft um. Aber gesund ist es natürlich nicht. Was machen sie in 15 Jahren? Müssen sie dann mit brutalen Abnutzungserscheinungen rechnen? Langfristige Perspektiven verfolgen wir in unserer schnelllebigen Welt fast nicht mehr. Ich habe, seit ich mit zwölf Jahren angefangen habe, die Regeln beachtet und gehe jetzt auch mit fast 62 noch laufen.